Ich freue mich über jedwede Art von Feedback oder Anregungen:
Sandy_Meier@ok.de
Ich freue mich über jede Nachricht, Antwort garantiert.
LG Sandy
Sonntag, 25. Januar 2015
Erkenntnis des Tages
Du glaubst, du hast alles im Griff und alles läuft gut, doch dann bekommst du richtig eins in die Fresse.
Sonntag, 18. Januar 2015
Das Licht am Ende des Tunnels
Als
ich diesen Blog angefangen habe, hätte ich niemals gedacht, dass ich über diese
Seite einen Menschen kennenlernen würde, der mein Leben so auf den Kopf stellt.
Ich
schreibe diesen Blog, um meine Gedanken und Träume mitzuteilen. Mit einer Reaktion
habe ich nicht wirklich gerechnet. Auf meiner Seite habe ich dann irgendwann
einen Aufruf gestartet, mir doch zu schreiben, ich wollte einfach mal etwas
Feedback. Lange kam nichts. Doch dann, Anfang letzten Jahres schrieb mich eine
Frau an.
Aber
ich muss etwas ausholen. Ich bin ein Mensch, in dessen Leben Menschen (Männer,
Freunde, Bekannte) kamen und gingen. Beziehungen hatte ich nur mit Männern und
eigentlich war ich immer ganz froh, wenn sie wieder verschwunden waren. Und
irgendwann habe ich dann beschlossen, keine Beziehungen mehr einzugehen. Ich
dachte, ich wäre Beziehungsunfähig und es läge an mir. Da wusste ich aber noch
nicht, wie recht ich hatte. Ich baute eine Mauer um mich herum und ließ
niemanden hindurch.
Es
gibt Freunde zum leben und Freunde fürs Leben. Ich hatte und habe immer nur die
erste Variante gehabt. Mein Leben war gut, ich war glücklich, hatte mich mit
der Situation arrangiert. Ich brauchte sonst nichts in meinem Leben.
Bis
ich dann vor einiger Zeit feststellte, dass ich doch vielleicht auf Frauen
stehe. Aber ich hatte nie den Mut das zu leben.
Dann
schrieb mich diese besagte Frau an. Sie lebt in einer Beziehung mit einem Mann,
mag aber Frauen. Ein wenig verzwickt sagen sie, ja das ist wohl wahr. Aber das
Leben geht manchmal seltsame Wege.
Nun,
am Anfang schrieben wir mehr oder weniger regelmäßig Emails hin und her. Wir
tauschten uns aus und für mich war es auch nicht mehr. Ein Austausch mit einer
Gleichgesinnten.
Doch
dann wurde der Kontakt immer intensiver. Ich spürte, dass sie so empfand wie
ich. Aber ich war noch immer sehr vorsichtig, wollte meine Mauer nicht
einreißen lassen, keine Gefühle zulassen.
Doch
je öfter wir schrieben, telefonierten und wieder schrieben merkte ich, wie sie
mir immer wichtiger wurde. Zuerst dachte ich noch: Das kann doch nicht sein. Ein Mensch, den du nur über das Internet oder
das Telefon kennst, kannst du doch nicht mögen.
Aber
es war so. Ich freute mich über jede Nachricht von ihr, über ihre Komplimente,
ihre Kommentare und ihre Gedanken. Ich kann mit ihr über alles reden und damit
meine ich wirklich über alles.
Nach
und nach fing meine Mauer an zu bröckeln. Bis ich sie kennenlernte wusste ich
nicht, was in meinem Leben gefehlt hat. Ich entwickelte Gefühle für sie. Obwohl
ich sie ja noch nicht wirklich kannte. Bis heute haben wir uns noch immer nicht
persönlich kennengelernt, aber sie ist zu einem wichtigen Teil in meinem Leben
geworden. Manchmal denke ich: Du bist
total bekloppt. Einen Menschen, den du nicht persönlich kennst, dem du noch
nicht einmal in die Augen geschaut hast, kannst du nicht mögen. Das ist total
verrückt.
Aber
das Schöne ist, sie ist genauso verrückt wie ich. Sie ist mir sehr wichtig
geworden und ich fühle mich schlecht, wenn ich mal nichts von ihre „höre“.
Es
ist ein tolles Gefühl, zu wissen, da ist jemand, der an dich denkt, dem du wichtig
bist, auch wenn es nur aus der Ferne ist.
Gebraucht
zu werden ist ein tolles Gefühl. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal
wieder darüber freuen würde.
Obwohl
ich auch Angst habe, Angst davor, dass jemand verletzt werden könnte.
Wir
wollen uns bald treffen. Ich bin schon ganz aufgeregt und freue mich sehr
darauf. Doch was, wenn es nicht so wird wie wir es uns wünschen?
Es
gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir verstehen uns auch im echten Leben
oder, was wirklich sehr schade wäre, wir verstehen uns nicht.
Oder
die Zuneigung beruht nur auf einer Seite. Auch das wäre sehr schlimm. Egal für
wen. Eine wird dann auf jeden Fall enttäuscht sein.
Aber
ich habe beschlossen, mich darauf einzulassen.
Ich
möchte, dass es funktioniert. Was draus wird? Keine Ahnung. Aber ich habe für
diese Frau schon so viel Gefühl entwickelt, dass ich einfach nicht mehr zurück
kann. Ich mag sie sehr und ich vermisse sie, wenn ich nichts von ihr höre. Sie
bringt mich zum Lachen und zum Nachdenken. Sie ist da, wenn ich sie brauche
ohne aufdringlich zu sein. Ich freue mich darauf, sie kennenzulernen und ihre
Geheimnisse zu ergründen.
Sie
hat einen guten Einfluss auf mich, ich habe wieder Spaß an Dingen, die ich
schon lange nicht mehr so intensiv getan habe. Ich lese wieder viel, lasse das
Fernsehen links liegen und höre lieber Musik und, und, und…..
Ich
war überzeugt, ich sei glücklich, doch seit ich sie kenne weiß ich, es geht
noch besser.
Ich
sehe ein Licht am Ende des Tunnels.
p.s.:
S. ich mag dich sehr und freue mich schon sehr darauf dich kennenzulernen. Du
bist ein wichtiger Teil in meinem Leben geworden und ich möchte dich nie mehr
missen.
Kapitel 11: Das Dorf in der Provence
Ich
erwachte, als die Sonne mein Gesicht kitzelte, streckte und reckte mich. Mein
Blick wanderte nach links und blieb auf Cassies schlafendem Gesicht ruhen.
Gestern Abend waren wir zu kaputt um noch romantisch zu sein. Wir hatten uns
ins Bett gelegt, eng aneinander gekuschelt und waren auch fast sofort
eingeschlafen.
Nun
sah ich in ihr wunderschönes Gesicht und musste unwillkürlich lächeln. Es war
schon Wahnsinn, wie sehr ich diese Frau mochte. Jedes Mal, wenn ich sie ansah
bekam ich ein wohlig warmes Gefühl im Bauch. Und es kribbelte mich überall. Ich
war so froh, dass sie mit nach Paris gekommen war, auch wenn der Grund nicht
ganz so schön war.
Oh,
das erinnerte mich schlagartig an Hannah. Ich schaute auf die Uhr. Nein, es war
noch früh, wir hatten noch etwas Zeit, bis wir zu unserem Termin an die
Sorbonne mussten. Ich drehte mich auf die rechte Seite und schaute aus dem
Fenster. Man konnte den Himmel sehen. Er war blau an diesem Morgen, mit einigen
kleinen Schönwetterwolken.
Ich
träumte so vor mich hin als ich plötzlich eine Bewegung hinter mir spürte.
Cassie musste aufgewacht sein. Sie schmiegte mich in Löffelchenstellung an
mich, legte ihren Arm um mich und hauchte mir ein: „Guten Morgen meine Süße“,
ins Ohr.
Ich
lächelte wieder.
Sie
fing an meinen Nacken mit zärtlichen Küssen zu liebkosen. Ich musste leise
aufstöhnen und konnte ihr Lächeln förmlich spüren.
„Ich
weiß, dass dir das gefällt“, hauchte sie mir ins Ohr.
Ihre
Hand wanderte langsam an meinem Körper hinunter. Jede Faser meiner Haut sehnte
sich nach dieser Berührung und doch konnte ich meine Gedanken nicht von Hannah
lassen.
Ich
drehte mich abrupt um, gab Cassie einen Kuss und schob sanft, aber bestimmt
ihre Hand zur Seite.
„Baby,
sei mir nicht böse, aber ich bin in Gedanken immer noch bei Hannah. Ich kann
mich einfach nicht entspannen“.
„Findest
du nicht, dass du etwas übertreibst?“
Ich
sah sie verständnislos an. „Du findest also, dass ich übertreibe?“
„Na
ja, Hannah ist eine erwachsene Frau. Sie wird sich irgendwo vergnügen und sich
schon bei dir melden, wenn sie es für richtig erachtet“.
Mit
einem Satz war ich aus dem Bett.
„Wenn
das deine Meinung ist, kann ich ja auch allein zu dem Termin mit Madam
Boulanger gehen“. Ich wartete ihre Antwort nicht ab und stapfte wütend ins Bad.
Geräuschvoll schloss ich die Tür.
Als
ich unter der Dusche stand und das warme Wasser meine Muskeln entspannte bekam
ich Gewissensbisse. Verdammt, ich hätte nicht so heftig reagieren sollen. Cassie
hatte ja auch irgendwie recht. Vielleicht machte ich mir ja ganz umsonst Sorgen
und Hannah fuhr jetzt irgendwo mit einem alten Renault durch die Gegend und
amüsierte sich prächtig. Ich schüttelte vor mir selber den Kopf. Die Glastüren
der Dusche waren mit Wasserdampf beschlagen, deshalb bemerkte ich Cassie erst,
als sie die Tür öffnete. Sie war nackt und stieg zu mir in die Kabine. Ich
drehte mich um und öffnete den Mund um mich zu entschuldigen. Doch sie legte
ihren Zeigefinger auf meinen Mund, nahm mich in den Arm und küsste mich ganz
sanft.
„Sorry
Süße, ich weiß wie viel dir deine Tante bedeutet. Ich hätte das nicht sagen
sollen“.
Gott,
wie sehr ich diese Frau mochte.
„Nein,
du hast ja recht. Ich überreagiere bestimmt“.
„Bestimmt
nicht. Wir duschen jetzt, gehen in das kleine Bistro um die Ecke frühstücken
und dann statten wir Madam Boulanger einen Besuch ab. Mal hören, was sie uns
erzählen kann“.
Ich
küsste sie leidenschaftlich. Wir liebten uns unter der Dusche und nach einem
ausgiebigen Frühstück in dem kleinen Bistro war ich gestärkt für den Besuch bei
Denise Boulanger.
Ich
hatte zwar einen Wagen gemietet, doch den Stress in Paris zu fahren, wollten
wir uns nicht antun. Mit der Metro fuhren wir zur Sorbonne, fragten uns zum
Zimmer der Dekanin durch und klopften an die Tür. Nach einem freundlichen „Herein“
traten wir ein.
Die
Sekretärin war eine junge Frau mit roten Haaren und Sommersprossen. Sie hieß
Joy Carpenter, war Engländerin und Studentin an der Universität. Sie bat uns,
noch einen Moment Platz zu nehmen, da der letzte Termin ihrer Chefin noch nicht
beendet war.
Wir
setzten uns auf ein kleines grünes Sofa, welches bestimmt schon mal bessere
Zeiten gesehen hatte. Ich sah, wie Cassie Joy taxierte und wurde ein wenig
eifersüchtig.
„Sie
ist attraktiv, nicht wahr?“ raunte ich ihr ins Ohr.
Sie
lächelte, sah mich an und flüsterte zurück: „Aber nicht so attraktiv wie du“.
Ich
wurde rot. Verdammt, dass mir das immer noch passieren musste.
Cassie
grinste mich frech an.
In
diesem Moment ging die Tür zum Büro der Dekanin auf und ein schlaksiger junger
Mann kam heraus. Er beachtete uns gar nicht, ging direkt zu Joy hinüber und
setzte sich keck auf die Ecke ihres Schreibtisches.
„Na
Joy, hast du dich nun entschieden, ob du heute mit auf die Schaumparty kommst“?
fragte er sie auf Französisch.
„Ich
dachte die sind in den 80ern ausgestorben“, raunte ich Cassie ins Ohr.
Joy
stand auf, schubste den jungen Mann von ihrem Schreibtisch und kam auf uns zu.
„Madam
Boulanger hat jetzt Zeit für sie, bitte folgen sie mir“.
„Och
schade, jetzt erfahren wir nicht, ob sie mitgeht“, flüsterte mir Cassie zu.
Wir
folgten der jungen Frau in das Büro der Dekanin. Es handelte sich um eine Frau Mitte
40, langes brünettes Haar, schlank und verdammt gut aussehend. Sie trat hinter
ihrem Schreibtisch hervor und gab uns die Hand.
„Bon
jour, sie müssen Miss Sandy Webster sein, schön sie kennenzulernen“, begrüßte
sie mich in perfektem Englisch.
Dann
gab sie auch Cassie die Hand und ich stellte sie als meine Freundin vor.
Madam
Boulanger deutete auf eine gemütlich aussehende Sitzgruppe und wir drei nahmen
Platz.
Fortsetzung folgt.....
Dienstag, 25. November 2014
Süßes Geheimnis (Arbeitstitel)
Ich
hatte es mir gerade mit einem Glas Rotwein auf meinem Balkon gemütlich gemacht,
als mein Notebook, das auf einem kleinen Beistelltisch in der Ecke stand, ein
geräuschvolles „Ping“ von sich gab. Mein Herz schlug etwas schneller. Hoffentlich ist es eine Nachricht von Mel, dachte
ich und öffnete mein eMail Programm. Und tatsächlich, die Nachricht kam von
ihr.
Ich
musste schlucken und las voller Erwartung die paar Zeilen.
Hallo Sandy,
wie ist es Dir
in den letzten Tagen ergangen? Ich hatte sehr viel Stress bei
der Arbeit und
kann mich deshalb erst jetzt melden.
Aber ich hatte
viel Zeit über unseren Kontakt nachzudenken und ich muss
sagen, der
Austausch mit dir tut mir sehr gut. Endlich habe ich jemanden
gefunden, der
so wie ich empfindet. Und obwohl ich Dich nicht persönlich
kenne, habe
ich das Gefühl einer gewissen Vertrautheit.
Ich hoffe, das
schockt dich jetzt nicht. Du hast mir sehr deutlich
geschrieben,
dass du keine Beziehung möchtest und das kann ich
auch
akzeptieren. Ich wünsche mir, dass wir noch viele Gedanken
austauschen
können.
Und vielleicht
lernen wir uns irgendwann ja auch mal persönlich
kennen.
Ich wünsche
dir eine schöne Zeit und freue mich schon sehr auf Deine
Antwort.
p.s. Ich
schicke dir mal etwas mit
Liebe Grüße
Mel
Ich
lehnte mich zurück und ließ die Worte nachwirken. An meinem
Rotwein nippend musste ich lächeln. Wenn Mel wüsste. Ich freute mich
mittlerweile so sehr auf ihre Nachrichten, das grenzte schon an Zuneigung.
Verrückt, da ich diese Frau überhaupt nicht kannte.
Seit
einigen Monaten schrieb ich an einem Blog über romantische Beziehungen zwischen
Frauen. Ich selbst fühlte mich zu Frauen hingezogen, obwohl ich noch nie mit
einer Frau intim war. Ja, mal ein freundschaftliches Küsschen, aber mehr war da
nie. Sex mit Männern hatte mir nie viel gegeben. Ich blieb meistens
unbefriedigt, aber die Schuld suchte ich größtenteils bei mir. Jetzt, nach
einigen Jahren Erfahrung und einige Beziehungen später, glaubte ich zu wissen,
warum ich nie Erfüllung in der Beziehung mit einem Mann fand. Ich konnte
Männern ein super Kumpel oder Freund sein, aber sexuell hatte ich kein
Interesse mehr an ihnen. Allerdings traute ich mich auch nicht, den
entscheidenden Schritt zu einer Frau zu wagen. Sei es aus Mangel an
Gelegenheit, sei es aus Angst nicht verstanden oder gemobbt zu werden.
Da
ich mich also niemandem anvertrauen konnte, nicht einmal meiner angeblich besten
Freundin, beschloss ich, einen Blog zu schreiben.
Ich
fing an Geschichten zu erfinden, romantische Geschichten über Liebesbeziehungen
zwischen Frauen.
Zunächst
las kaum jemand meine Zeilen. Doch mit der Zeit kamen immer mehr Leser dazu.
Doch ich hätte gern mehr Feedback zu meinen Geschichten gehabt, leider blieb
dieser fast gänzlich aus. Dann, eines Tages, bekam ich eine nette Mail von Mel.
Sie
schrieb mir, dass sie sich genau wie ich, zu Frauen hingezogen fühle. Wir
schrieben einige Male hin und her. Manchmal konnte ich es kaum erwarten
ihre Antwort zu lesen. Jeden Tag schaute ich mehrmals in meinen Posteingang und
freute mich jedes Mal tierisch, wenn eine Nachricht von ihr eingetroffen war.
Zuerst schrieben wir nur sehr allgemein, niemand wollte verraten, wer er
wirklich war.
Doch
mit der Zeit wurden die Nachrichten immer persönlicher. Ja, man könnte sagen,
wir bauten uns ganz langsam eine Mail-Beziehung auf.
Bis
heute. Heute hatte sie mich überrascht. Der Anhang war ein Foto von ihr.
Ja,
da saß ich nun. Meine Hand mit dem Glas Rotwein war in der Luft eingefroren
denn ich starrte auf ihr Foto, das ich gerade geöffnet hatte. Sie hatte sich
zwar schon in einigen Mails beschrieben, doch was ich da sah, überstieg meine
tollsten Vorstellungen. Auf dem Foto lächelte mich eine attraktive junge Frau
mit blonden kurzen Haaren an. Ihre blaugrauen Augen strahlten eine Wärme aus,
die mich sofort in ihren Bann zogen. Sie hatte eine schlanke Figur, obwohl ich
nur den Oberkörper sehen konnte, und eine blonde Strähne ihrer ansonsten kurz
geschnittenen Haare viel ihr keck in die Stirn.
Langsam
ließ ich meinen Arm sinken. Diese Frau hatte etwas. Auch das, was sie schrieb
hatte Hand und Fuß. Ich tauschte mich gern mit ihr aus.
Ich
nahm mir eine Zigarette aus der Packung und zündete sie an. Tief zog ich den
Rauch in meine Lungen. Verdammtes Laster, irgendwann wollte ich auch mal damit
aufhören. Aber nicht Heute.
Mir
schossen wirre Gedanken durch den Kopf.
Verdammt, es kann doch nicht sein,
dass ich Gefühle für Mel entwickle? Für jemanden, den ich nicht einmal
gesprochen, geschweige denn, gesehen habe.
Außerdem werde ich keine Gefühle
investieren. Das habe ich mir geschworen. Kein Beziehungsstress, keine
Eifersüchteleien, keine Sorgen: Was wohl der/die Andere gerade macht.
Ich
schüttelte den Kopf, um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können.
„Jetzt bleib mal auf dem Teppich.
Deine Hormone gehen wohl mit dir durch“,
sagte
ich zu mir und nahm einen großen Schluck Rotwein und einen weiteren Zug von
meiner Zigarette.
In
Gedanken versunken schaute ich von meinem Balkon auf die Skyline der Stadt
hinunter. Ich hatte wohl einige Zeit so gesessen, denn plötzlich bemerkte ich,
dass es zu dämmern begann. Da es Sommer war, war es immer noch angenehm warm.
Ich nahm noch einen Schluck Wein und tippte dann eine Nachricht an Mel in den
Computer.
Hallo Mel,
ich habe mich
sehr gefreut von dir zu lesen. Ja, mir geht es genauso. Endlich jemanden zu
haben, mit dem man seine Gedanken teilen kann, ist sehr schön.
Ich freue mich
sehr über das Foto, das Du mir geschickt hast.
Ist aber auch
sehr mutig von Dir. Da wir uns nicht kennen. Aber keine Angst, ich werde es
sorgsam aufbewahren. Wir hüten ja beide das gleiche Geheimnis.
Allerdings
hast du mich dadurch auch in Zugzwang gebracht. Ich möchte dir natürlich auch
ein Foto von mir schicken und habe eines ausgesucht, das im letzten Jahr bei
einer Vernissage aufgenommen wurde. Ich hoffe das ist ok für dich.
Ich wünsche
dir noch eine schöne Zeit und bin schon gespannt auf Deine Antwort.
LG Sandy
Das
musste reichen, mehr Gefühl konnte und wollte ich nicht zeigen. Warum auch? Ich
kannte diese Frau ja gar nicht. Aber warum ,verdammt noch mal, musste ich dann
immerzu an sie denken?
Wir schrieben uns nun schon seit sieben Monaten. Mehr oder weniger regelmäßig. Unsere "Mail-Beziehung" hatte Höhen und Tiefen. Mal verstand ich etwas falsch, mal sie. Mal war die eine pikiert, mal die andere. Aber irgendwie schafften wir es, wie im richtigen Leben, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Obwohl ich manchmal schon Zweifel an der Aufrichtigkeit oder den Absichten von Mel bekam. Mehrmals nahmen wir Anlauf zu telefonieren. Aber meißtens kniff ich dann wieder. Entweder flüchtete ich mich in Ausreden oder es kam wirklich etwas dzwischen. Oder ich hatte einfach keine Lust zu quatschen.
Aber Mel gab nicht auf. Gott sei Dank muss ich heute gestehen. Wir haben endlich diesen Schritt gewagt. Wir wissen schon so viel voneinander. Sie weiß mehr von mir, als alle Personen die ich kenne. Also nahm ich mir am letzten Wochenende ein Herz und fragte sie, ob sie nicht Lust hätte zu telefonieren. Sie sagte mit Freuden zu und am Abend war es dann endlich so weit. Ich war nicht wirklich aufgeregt, nur sehr neugierig auf diese mir doch eigentlich fremde Person. Das Telefon klingelte, ich meldete mich und am anderen Ende hörte ich Mel's aufgeregte Stimme. Ich mußte unwillkürlich lächeln.
"Irgendwie süß", dachte ich. Und dann quatschten wir zwei Stunden lang über Gott und die Welt. Am Anfang war es noch etwas holprig, aber dann wurde auch Mel locker und wir lachten viel.
Am Ende des Gespräches fragte sie mich: "Telefonieren wir wieder?" Ich neckte sie: "Was!? Nochmal? Auf gar keinen Fall!" Ich lachte. "Natürlich telefonieren wir wieder. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht mit dir zu quatschen." Mel schien erleichtert. Gut, gewisser Humor kommt halt nicht immer so rüber, wie er sollte, wenn man sich nicht wirklich kennt. Aber ich denke, sie hat mich schon verstanden.
Als wir aufgelegt hatten, fühlte ich mich irgendwie so leicht. Keine Ahnung was das war. Das Gespräch war sehr gut gelaufen und trotzdem hatten wir noch genug Gesprächsstoff für die nächsten Telefonate übrig gelassen. Und ich hatte noch so viele Fragen und konnte spüren, dass es ihr genauso ging.
Eigentlich wollte ich ja nie mehr ein ernstes Gefühl zulassen. Eigentlich.........
Wir schrieben uns nun schon seit sieben Monaten. Mehr oder weniger regelmäßig. Unsere "Mail-Beziehung" hatte Höhen und Tiefen. Mal verstand ich etwas falsch, mal sie. Mal war die eine pikiert, mal die andere. Aber irgendwie schafften wir es, wie im richtigen Leben, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Obwohl ich manchmal schon Zweifel an der Aufrichtigkeit oder den Absichten von Mel bekam. Mehrmals nahmen wir Anlauf zu telefonieren. Aber meißtens kniff ich dann wieder. Entweder flüchtete ich mich in Ausreden oder es kam wirklich etwas dzwischen. Oder ich hatte einfach keine Lust zu quatschen.
Aber Mel gab nicht auf. Gott sei Dank muss ich heute gestehen. Wir haben endlich diesen Schritt gewagt. Wir wissen schon so viel voneinander. Sie weiß mehr von mir, als alle Personen die ich kenne. Also nahm ich mir am letzten Wochenende ein Herz und fragte sie, ob sie nicht Lust hätte zu telefonieren. Sie sagte mit Freuden zu und am Abend war es dann endlich so weit. Ich war nicht wirklich aufgeregt, nur sehr neugierig auf diese mir doch eigentlich fremde Person. Das Telefon klingelte, ich meldete mich und am anderen Ende hörte ich Mel's aufgeregte Stimme. Ich mußte unwillkürlich lächeln.
"Irgendwie süß", dachte ich. Und dann quatschten wir zwei Stunden lang über Gott und die Welt. Am Anfang war es noch etwas holprig, aber dann wurde auch Mel locker und wir lachten viel.
Am Ende des Gespräches fragte sie mich: "Telefonieren wir wieder?" Ich neckte sie: "Was!? Nochmal? Auf gar keinen Fall!" Ich lachte. "Natürlich telefonieren wir wieder. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht mit dir zu quatschen." Mel schien erleichtert. Gut, gewisser Humor kommt halt nicht immer so rüber, wie er sollte, wenn man sich nicht wirklich kennt. Aber ich denke, sie hat mich schon verstanden.
Als wir aufgelegt hatten, fühlte ich mich irgendwie so leicht. Keine Ahnung was das war. Das Gespräch war sehr gut gelaufen und trotzdem hatten wir noch genug Gesprächsstoff für die nächsten Telefonate übrig gelassen. Und ich hatte noch so viele Fragen und konnte spüren, dass es ihr genauso ging.
Eigentlich wollte ich ja nie mehr ein ernstes Gefühl zulassen. Eigentlich.........
Fortsetzung folgt…….
Sonntag, 9. November 2014
"I Have A Dream ......"
Ich
habe einen Traum. Den Traum, dass alle Menschen vorbehaltlos akzeptieren, dass
Frauen Frauen oder Männer Männer lieben.
Das
es niemanden interessiert, ob du mit einem viel älteren oder viel jüngeren
Partner(in) zusammen bist.
Ich
träume von einer Welt, in der dich niemand schief anschaut, wenn du als Frau
mit einer Frau Hand in Hand spazieren gehst.
Von
einer Welt, in der niemand kichert, wenn du als Frau eine Frau küsst.
Ich
träume von einer Welt in der niemand auf deine Hautfarbe achtet oder mit wem du
ins Bett gehst.
Für
alle Menschen, die Homosexualität für unmoralisch halten, habe ich nur ein
müdes Lächeln übrig.
Wegen
euch, trauen sich viele Menschen nicht, ihr Leben so zu leben, wie sie es
eigentlich möchten. Sie verstecken oder verstellen sich, nur weil sie „anders“
sind.
Aber,
soll ich euch was sagen? Sie sind NICHT anders. Sie sind genau wie du.
Vielleicht
bist du ja genau wie sie und hast nur Angst, dass man es entdecken könnte.
Also, öffne dein Herz und akzeptiere, dass es auf dieser Welt Menschen mit
unterschiedlichen Ansichten gibt. Ich kann ja auch akzeptieren, dass du Heterosexuell
bist und verurteile dich nicht deswegen.
Ein
wenig mehr Toleranz auf dieser Erde und es gäbe weniger Kriege, Gewalt und
Ungerechtigkeit. Und warte nicht darauf, dass jemand anfängt. DU musst den
Anfang machen. Und warte nicht auf den richtigen Zeitpunkt, der kommt sowieso
nie. Fang jetzt damit an.
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