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Dienstag, 3. Oktober 2023

 

Titel: Der Tag der deutschen Einheit aus zwei Perspektiven: Eine Frau aus West- und eine Frau aus Ostdeutschland

Einleitung:

Der Tag der deutschen Einheit, der am 3. Oktober gefeiert wird, markiert die Wiedervereinigung Deutschlands nach Jahrzehnten der Teilung. Dieses historische Ereignis hat das Leben der Menschen in Ost- und Westdeutschland nachhaltig verändert. In diesem Aufsatz werden wir die Sicht zweier Frauen betrachten - eine aus West- und eine aus Ostdeutschland -, um zu verstehen, wie dieser Tag ihre Leben beeinflusst hat und welche Bedeutung er für sie hat.

Teil I: Die Westdeutsche Perspektive

Maria, eine Frau aus Westdeutschland, erinnert sich an den Tag der deutschen Einheit als einen Moment der Freude und der Hoffnung. Für sie bedeutete die Wiedervereinigung vor allem die Vereinigung mit Freunden und Verwandten in Ostdeutschland, die sie zuvor nur selten sehen konnte. Maria erzählt: "Der 3. Oktober war für mich ein Tag des Glücks. Endlich waren wir wieder eine Nation, und ich konnte meine Tante in Dresden besuchen, die ich seit Jahren nicht gesehen hatte."

Für Maria war die Wiedervereinigung auch ein Symbol der Einheit und der Überwindung von Barrieren. Sie erinnert sich an die Solidarität und die Hilfsbereitschaft, die zwischen den Menschen in Ost und West entstanden ist. "Wir haben geholfen, wo wir konnten, sei es durch Spenden oder durch unsere Anwesenheit bei Veranstaltungen in Ostdeutschland. Es war wichtig, dass wir gemeinsam voranschritten und die Vergangenheit hinter uns ließen."

Teil II: Die Ostdeutsche Perspektive

Auf der anderen Seite des Landes, in Ostdeutschland, erinnert sich Anna an den Tag der deutschen Einheit mit gemischten Gefühlen. Für sie bedeutete die Wiedervereinigung zwar auch die Wiedervereinigung mit Verwandten im Westen, aber sie brachte auch viele Herausforderungen mit sich. Anna sagt: "Der 3. Oktober war ein Tag der Unsicherheit. Wir waren gespannt darauf, wie sich unser Leben ändern würde, aber gleichzeitig hatten wir Angst vor den wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen, die auf uns zukamen."

Für Anna und viele andere Ostdeutsche war die Wiedervereinigung ein Prozess des Übergangs, der nicht immer reibungslos verlief. Sie erinnert sich an den Verlust von Arbeitsplätzen und die Veränderungen im Alltag. "Es war eine Zeit des Umbruchs und der Anpassung. Wir mussten lernen, mit einer neuen Wirklichkeit umzugehen und unsere Identität in einem wiedervereinigten Deutschland zu finden."

Schlussfolgerung:

Der Tag der deutschen Einheit hat für Menschen in Ost- und Westdeutschland unterschiedliche Bedeutungen und Erinnerungen. Für Sandy aus Westdeutschland war es ein Tag der Freude und der Einheit, während Sanne aus Ostdeutschland die Herausforderungen und den Wandel betont. Dennoch verbindet sie beide die Überzeugung, dass die Wiedervereinigung Deutschlands ein historisches Ereignis war, das die Spaltung überwunden hat und die Menschen in Ost und West näher zusammengebracht hat. Es bleibt ein Tag der Reflexion über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, und ein Symbol für die gemeinsame Reise eines vereinten Deutschlands.

Sonntag, 26. September 2021

Klarer Fall von Selbstüberschätzung?

Eine Beziehung mit Jemandem der gebunden ist oder eine Fernbeziehung ist einzeln für sich schon nicht leicht, aber beides in einem geht gar nicht.
Am Anfang dachte ich, dass ist die perfekte Lösung. Sie lebt in einer langjährigen Beziehung mit einem Mann, ihre Anreise dauert über drei Stunden. Also nicht mal eben so vorbeikommen.
Es schien alles perfekt. Wir hatten viel Spaß, der Sex war gigantisch und auch sonst hatten wir uns viel gegenseitig zu geben.
Doch nach einiger Zeit merkte ich, dass mir das nicht mehr reichte.
Ich wollte mehr. Ich wollte mit ihr verreisen, ins Kino, zum Essen ausgehen, Theater- und Musicalbesuche, and so on.
Doch das war alles nicht möglich, da sie nur für eine Nacht kam, wir unser 08/15 Programm abspulten und das wars dann.
Ich spürte, dass auch sie wohl mit dieser Situation nicht mehr so recht glücklich war.
Also beschloss ich die Affäre zu beenden. Leicht ist es mir nicht gefallen, aber: besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Was sich am Anfang als ideale Lösung anfühlte entpuppte sich am Ende als Stolperstein.
Doch im nachhinein überlege ich, haben wir vielleicht Liebe mit Leidenschaft verwechselt?
 Gebrochenes Herz | 💔 | Emojis
 
 Wie dem auch sei, ich kann nur jeder raten, fangt nichts festes mit einer Frau an, die noch in einer bestehenden Beziehung lebt. Das kann nicht gut ausgehen. Und am Ende hat eine oder beide ein gebrochenes Herz. 
Oder lasst einfach die Liebe aus dem Spiel. Keine Gefühle, kein Frust.
Jetzt weiß ich wieder, warum ich mich nie wieder verlieben wollte.
Das ist mir alles viel zu anstrengend und kompliziert.
 
Doch allen glücklich Verliebten da draußen wünsche ich alles Liebe und Gute und viel Glück für die Zukunft. Kämpt für eure Liebe, lasst sie nicht zur Gewohnheit werden. Schafft immer wieder neue gemeinsame Erinnerungen. Freut euch über jeden gemeinsamen Tag. Respektiert euch, hört euch gegenseitig zu und bleibt im Bett erfinderisch und kreativ.
 
In diesem Sinne.
Habt eine schöne Woche.
 
Eure Sandy.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Sonntag, 8. März 2015

Die Prinzessin auf dem weißen Pferd - Ein modernes Märchen



Es war einmal, vor gar nicht allzu langer Zeit, da lebte eine Frau mittleren Alters, mit goldenen Haaren und blauen Augen. Sie lebte ganz allein in ihrer kleinen bescheidenen Behausung. Sie glaubte, sie wäre glücklich und alles liefe seinen richtigen Weg.
Früher einmal hatte sie von der großen romantischen Liebe geträumt. Wie alle kleinen Mädchen hoffte sie, dass eines Tages ein Prinz auf einem großen weißen Pferd daherkomme und sie mit sich nimmt, in sein großes Schloss.
All ihre Freundinnen spielten damals mit Puppen, sie, nennen wir sie Bibiane, hatte nie wirklich Interesse an Puppen. Sie fand sie sogar doof. Bibiane spielte viel lieber mit Autos und Teddys. Beim Mutter und Kind spielen, wollte sie immer der Vater sein. Nie die Mutter oder das Kind.
Ihre Mutter machte sie immer recht hübsch, mit Kleidern und Spangen im Haar. Die allerdings nicht lange in ihrem dünnen goldenen Haar hielten. Überhaupt spielte sie viel lieber mit Jungen als mit Mädchen. Die waren ihr zu langweilig. Wollten nur mit Puppen spielen und über Jungs reden.
Bibiane kletterte lieber auf Bäume, buddelte in der Erde oder ging mit den Nachbarsjungen, im Wäldchen nebenan, auf Abenteuerreise.
Schnell merkte sie, dass sie lieber Hosen als Kleider trug und auch keine Angst davor hatte, sich dreckig zu machen.
Ihre Mutter verzweifelte schon manchmal, wie verdreckt Bibiane manchmal nach Hause kam. Und auch sonst, war sie für jeden Streich zu haben.
Klingelmännchen in der Nachbarschaft, Telefonstreiche, einfach mit dem Fahrrad in die nächste Stadt fahren, ohne den Eltern etwas davon zu sagen.
Sie war ein richtiger Lausbub und hatte an Jungen überhaupt kein Interesse. Nur als Spielkameraden waren sie ihr sehr willkommen.

Dann wurde Bibiane älter. Sie kam in die Schule und lernte neue Freundinnen kennen. Diese schwärmten wieder nur von Jungen, wie toll und stark die wären und stritten sich darüber, wer am besten küssen konnte.
Bibiane verstand diese ganze Hysterie nicht. Aber sie machte mit, um dazu zu gehören. Sie ging auf ihre ersten Partys, tanzte mit irgendwelchen Jungen, die ihr eigentlich völlig egal waren und knüpfte die ersten zarten Bande.
Ihre erste sexuelle Erfahrung machte sie dann mit vierzehn Jahren. Sie trat
einer Musikkapelle bei und lernte dort einen Jüngling in ihrem Alter kennen.
Im Haus seiner Eltern und auch noch in deren Bett, machte sie dann die erste Bekanntschaft mit einem erregten Glied. Aber da war nur anfassen. Mal kurz berühren, sie traute sich nicht einmal genauer hinzusehen. Diese „Beziehung“ dauerte dann auch nicht mehr lange. Bibiane war froh, als sie beendet war.
Danach folgte lange nichts. Um nicht als sonderlich zu gelten, spielte sie das Spiel ihrer Freundinnen mit. Sie sprach über Jungs und Männer, schwärmte für den einen oder anderen Filmstar oder Sänger, log darüber, dass sie schon Sex gehabt habe, nur um dazu zu gehören. Obwohl Bibiane schon immer sehr selbstbewusst war und auch immer schon genau wusste was sie wollte, war ihr die Freundschaft zu den anderen Mädchen und später Frauen, doch sehr wichtig. Überhaupt war sie immer sehr harmoniebedürftig und konnte es nicht haben, wenn sie mal Streit mit einer Freundin hatte.
Als sie älter wurde, merkte sie, dass ihre Freunde sich immer auf sie verließen. Sie arrangierte die Fahrer, wenn es in die Disko gehen sollte, sie machte Vorschläge, wenn wieder keiner mal wusste, was sie unternehmen sollten. Und alle akzeptierten sie. Aber Bibiane wurde auch oft von Freundinnen enttäuscht. Aber das hielt sie nie davon ab, zu verzeihen und zu vergeben. Manche Freundin hat sie für einen Jungen oder Mann fallen gelassen. Aber sie verlor nie den Glauben an die Liebe oder die Freundschaft.

Bibiane war ein Spätzünder, was den Sex betraf. Entjungfert wurde sie von ihrem zweiten Freund im Auto mit dem Finger. Richtiger Sex kam dabei nicht zustande. Auch diese Beziehung beendete sie schnell wieder. Dann kam der Mann, mit dem sie ihren ersten Sex haben sollte. Es war nicht romantisch, nicht schön und sie war froh, als es vorbei war. Es geschah auf dem Beifahrersitz seines Autos. Sie fühlte nichts dabei, nur einen unangenehmen Schmerz. Danach schliefen sie öfter zusammen und es wurde besser und Bibiane bekam sogar richtig Spaß daran. Dieser Freund konnte sehr lange Sex machen, was ja eigentlich nicht schlecht war, doch das Ganze war für Bibiane eine Tortur. Während er sich auf ihr abmühte um zum Höhepunkt zu kommen, wartete sie nur darauf, dass er endlich fertig werde. Manchmal war sie schon trocken, während er noch weiterrubbelte. Einen Orgasmus hatte sie nie. Das änderte sich auch nicht bei ihren anderen Freunden. Sie hatte zwar mehr Spaß am Sex, war aber immer darauf bedacht, dass er seinen Spaß hatte. Ihre Erfüllung stellte sie immer hinten an. Orgasmen spielte sie immer vor, damit die Männer dachten, sie machten alles richtig.
Ihre Beziehungen hielten immer nur ein bis zwei Jahre maximal. Und immer war sie froh, wenn es vorbei war. So groß die Verliebtheit am Anfang auch war, am Ende war sie glücklich, wieder allein zu sein. Nach ihrer letzten Beziehung mit Mitte dreißig, hatte sie dann noch einige One Night Stands bis sie schließlich für sich beschloss, endgültig mit der Liebe abzuschließen.
Ihre Beziehungen waren am Ende immer so enttäuschend gewesen, dass sie sich diesen Gefühlen nicht mehr aussetzen wollte.

Doch dann geschah etwas Seltsames. Sie hatte zwar schon immer bemerkt, dass sie die eine oder andere Freundin auf eine andere Art mochte, als normale Freundschaft. Sie ertappte sich manchmal dabei, wie sie sich vorstellte ihre Freundin zu küssen, oder gar Sex mit ihr zu haben. Am Anfang errötete sie innerlich immer dabei und verdrängte diese Gedanken.
Doch je mehr Zeit ins Land ging und je länger Bibiane allein lebte überkam sie mehr und mehr das Gefühl, dass da etwas war, was sie sich nicht erklären konnte. Oder doch?
Sie ertappte sich dabei, wie erregt sie wurde, als in einem Film zwei Frauen sich küssten und Sex miteinander hatten. Ihr gefiel die Vorstellung mehr und mehr. Bibiane fing an speziell nach Filmen zu suchen, in denen Frauen Sex miteinander hatten. Sie las Bücher, Liebesgeschichten in denen Frauen in Frauen verliebt waren. Doch ihr war klar, auch wenn sie diese Vorstellung erregte, mit einer Frau Sex zu haben, sie würde das niemals ausleben können. In ihrem Lande war es zwar nicht verboten gleichgeschlechtliche Beziehungen zu haben, aber sie könnte das ihren Eltern niemals erklären. Sie würden das nicht verstehen. So wie sie über Homosexualität dachten, hätte es gar keinen Sinn. Und Bibiane wollte von ihren Eltern nicht verstoßen werden.
Also lebte sie ihre Fantasien ganz im Geheimen aus, lies Filme in ihrem Kopfkino ablaufen, las Bücher und sah sich Filme und Serien über das Thema lesbisch an.
Viele Jahre ging das so, ihre Freunde hatten nicht die geringste Ahnung, was in ihr vorging. Bibiane baute eine Mauer um sich herum auf. Sie spielte eine Rolle und das verdammt gut. Sie ließ niemanden hinter ihre Fassade blicken und spielte ihren Part. Sie lebte viele Jahre allein, war glücklich dabei, ging mit Freunden aus, hatte Spaß und arrangierte sich mit der Situation. Doch innerlich blieb die unerfüllte Sehnsucht nach Zärtlichkeit, Liebe, Verständnis und sexueller Erfüllung. Aber das hätte sie niemals zugegeben. Wenn die sexuelle Spannung zu groß wurde entspannte sie sich selbst und das reichte ihr. Sie war glücklich und zufrieden bis, ja, bis dann eines Tages…

Bibiane war schon immer eine begeisterte Schreiberin. Sie hatte so viele Geschichten im Kopf, die sie gern zu Papier bringen wollte. Doch schreiben macht nur halb so viel Spaß, wenn es weiter keiner liest. Also beschloss sie, im Internet einen Blog einzurichten. Das war nichts Ungewöhnliches in dem Königreich, in dem sie lebte. Anonym richtete sie eine Seite ein, auf der sie über ihre Gedanken und Gefühle zum Thema Liebe zwischen Frauen schreiben konnte. Sie schrieb den einen oder anderen Artikel. Zunächst sahen nicht viele Leser ihre Seite. Aber das war ihr egal, schließlich schrieb sie ja in erster Linie für sich. Doch dann kamen immer mehr Leser dazu. Sie bekam auch den einen oder anderen Kommentar. Doch für ihren Geschmack waren das zu wenige. Also startete Bibiane einen Aufruf auf ihrer Seite und bat um mehr Resonanz.
Zunächst geschah nichts, doch dann, plötzlich, eine Email von einer unbekannten Frau. Sie benutzte das Pseudonym Marlene Schanze. Sie schrieb Bibiane einen kurzen Brief in dem sie ihr mitteilte, dass sie ihre Seite sehr ansprechend fände. Dass sie in einer festen Beziehung mit einem Mann lebe und sie ihre Gefühle auch nicht ausleben könne.
Bibiane freute sich über die kurze Nachricht. Hatte sich doch bisher niemand sonst geäußert. Also schrieb sie dieser Unbekannten zurück.
Daraus entwickelte sich ein mehr oder weniger regelmäßiger Emailaustausch.


Fortsetzung folgt……




Alle Namen und Orte sind frei erfunden.

Sonntag, 25. Januar 2015

Montag, 27. Oktober 2014

Für M.



Die Sonne küsst den Horizont,
die Nacht senkt sich herab.
Am Himmel erste Sterne funkeln,
und meine Sehnsucht wieder erwacht.

Im Traum bin ich ein Vogel,
flieg hin zu dir und decke dich mit meinen Flügeln zu.
Wache über deine Träume.
Und wenn du am Morgen erwachst bin ich die
Sonne, die mit ihren Strahlen dein Gesicht streichelt.

Sonntag, 29. Juni 2014

Und noch eine Vampirgeschichte - Die Begegnung



Die Begegnung





Nachdem ich mich hergerichtet hatte nahm ich mir gegen zwanzig Uhr ein Taxi zu Donnas Wohnung. Ich wollte gerade den Klingelknopf drücken, als sie die Tür aufriss und mich freudig in den Arm nahm.

„Hallo Süße, schön daß du mitkommst.“ Mit diesen Worten führte sie mich in das Wohnzimmer, in dem schon ihre Freundin Kim und eine andere junge Frau, die ich nicht kannte, saßen.

„Das ist Tessa, eine Kommilitonin von Kim. Tessa, das ist Maddy, meine beste Feundin.“ Mit diesen Worten stellte sie uns vor und schob mich in Richtung Sofa. Kaum saß ich, da hatte ich auch schon eine Flasche Bier in der Hand. Donna setzte sich direkt neben mich und sprach zu Tessa : „Nun Tessa, wo waren wir gerade stehengeblieben?“

Und zu mir gewandt: „Du musst nämlich wissen, Tessa ist stock hetero.“ Sie zwinkerte mir zu.

„Du sagst das, als ob das eine Krankheit wäre,“ beschwerte sich Tessa, allerdings auch mit einem Zwinkern.

Ich musste lachen, na, Donna mal wieder in Höchstform.

"Mach dir nichts draus," sagte ich zu Tessa, "Donna meint es nicht so. Sie liebt es, andere aufzuziehen."

Tessa lachte, ein helles Lachen, daß ansteckend  wirkte. Sie warf ihren Kopf in den Nacken, so daß ihre roten Locken fast bis zu ihrem Po reichten.

Während wir die eine oder  andere Flasche Bier vernichteten, versuchte Donna Tessa von den Vorzügen lesbischer Liebe zu überzeugen.

Tessa nahm es mit Humor und gab meiner Freundin ordentlich Kontra. Mich amüsierte diese angeregte Diskussion, allerdings, als mein Blick auf Kim viel bekam ich den Verdach, dass diese keinen Gefallen an diesem Schlagabtausch fand.

Plötzlich stand sie auf und ging in die Küche. Während Donna und Tessa lautstark weiterdiskutierten folgte ich Kim. Die beiden bemerkten nicht einmal, dass ich aufgestanden war.

Als in die Küche betrat, sah ich Kim wie sie sich an den Kühlschrank lehnte. Sie sah erst auf, als ich direkt vor ihr stand.

"Alles ok mit dir?" Ich suchte den direkten Blickkontakt. Kim sah auf ihre Schuhe. Ich bekam keine Antwort.

Ich fasste mit Daumen und Zeigefinger Kim's Kinn und hob langsam ihr Gesicht an bis ich ihr in die Augen sehen konnte.

Irrte ich mich oder waren das Tränen in ihren Augen? Sie sah mich mit traurigem Blick an und ich nahm sie in die Arme.

"So schlimm?"

Kim hob den Kopf und sah mir direkt in die Augen. "Und sie merkt noch nicht einmal, dass sie mir damit weh tut." Ein kleiner Schluchzer enfuhr ihrer Kehle.

Ich wußte zunächst nicht, was sie meinte, doch dann viel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich mußte mir ein kleines Lächeln verkneifen.

"Ach Süße, du kennst doch Donna. Sobald eine attraktive Frau in ihre Nähe kommt ist sie nicht mehr zu bremsen. Das heißt doch nicht, das sie dich nicht liebt."

Arme kleine Kim, sie war über beide Ohren in Donna verknallt, und hatte doch keine Ahnung, auf was sie sich da eingelassen hatte. Donna ist eine ganz tolle Freundin, eine super Studienkollegin, eine sehr hilfsbereite Person, aber wenn es um Beziehungen ging, legte sie die Regeln sehr großzügig aus. Ich kannte Donna nun schon, seid ich mein Studium begonnen hatte. Das sie lesbisch war, hatte ich erst Monate später herausgefunden. Aber das sie in Sachen Treue nicht die zuverlässigste war, hatte ich sehr schnell kapiert. Vielleicht lag das aber auch daran, dass ich nichts von ihr wollte. Nicht, dass sie nicht attraktiv wäre, nein, sie war heiß. Aber ich suchte doch eher was fürs Herz und nicht nur fürs Bett. Sie hat  es damals akzeptiert und wir wurden die besten Freundinnen.

Nun stand  ich hier in der Küche mit Kim, ihrer neuesten Eroberung und veruchte sie  zu trösten, obwohl ich wußte, dass das nicht lange gut  gehen würde. Aber  ich wollte ihr nicht sofort die Illusion nehmen.

Ich sah Kim direkt in die Augen. "Kim, Donna war, seid sie hier an der Uni ist, noch mit keiner Frau so lange zusammen wie mit dir. Und außerdem, Tessa ist hetero und so wie ich das mitbekommen habe, auch nicht bekehrbar. An ihr wird sich unsere taffe Donna die Zähne ausbeißen. Und du bist dann da, um sie zu trösten."

"Meinst du?"

"Aber ja, ich kenne sie nun schon einige Zeit. Glaub mir, sie will nichts von Tessa. Es bereitet ihr nur tierischen Spaß, Heteras zu provozieren. Sie meint das nicht ernst und ich denke, Tessa hat das verstanden. Sie nimmt es mit Humor."

Jetzt schaute Kim schon nicht mehr so unglücklich. Ich  nahm sie noch einmal in den Arm und drückte sie. "Und, alles wieder gut?" Sie nickte. Zusammen gingen wir wieder ins Wohnzimmer. Die beiden Kontrahentinnen hatten ihre Diskussion beendet und sprachen gerade über die neu gegründete Rockband der Uni. Donna sah auf und rief uns zu: "Da seid ihr ja. Los, Jacken anziehen, wir wollen starten!"

Gehorsam zogen wir uns an und verließen die Wohnung. Vor dem Haus stand Donna's alter Wagen. Ein dunkelblauer Ford Taunus. Den hatte sie von ihrer Oma geerbt, die ihn wiederum aus Deutschland importieren ließ. Wir hatten alle bequem Platz und gut gelaunt fuhren wir los Richtung Uni.

Am Verbindungshaus angekommen ließ uns Donna direkt vor dem Eingang aussteigen,  während sie nach einem Parkplatz suchte. Vor dem Haus war schon allerhand los. Junge Leute standen in kleinen Gruppen zusammen oder saßen mit ihren Getränken im Schneidersitz auf dem Rasen vor dem Haus. Kim, Tessa und ich bahnten uns einen Weg durch die im Rythmus wackelnden, teils halbnackten Leiber. Als wir die Treppe zum Eingang hinaufgingen kam uns eine Gruppe gröhlender junger Männer entgegen, die Bierflaschen wild hin und her schwenkend direkt auf uns zustürmten. Wir hatten keine Chance mehr auszuweichen. Ein großer Blonder, anscheinend der Redelsführer, riß mich direkt in seine Arme und schwankte mit mir hin und her. Er versuchte mir einen Kuß aufzudrücken und ich hatte alle Mühe seinem gespitzen Mund auszuweichen.

„Nun zier dich nicht so, ich kann sehr gut küssen“, lallte er dicht vor meinem Gesicht. Ich musste wohl etwas angewidert geschaut haben, denn er ging mit seinem Kopf zurück. Aber er blieb vor mir stehen.

„Etwas mehr Respekt, meine Liebe, ich bin schließlich ein Fürst.“

Ich konnte mir ein Lachen kaum verkneifen. „Aber ja, und ich bin eine Gräfin.“

Tessa und Kim fingen an zu kichern.

Der Blonde schaute mich plötzlich sehr ernst an. Mir wurde etwas mulmig zu mute. Dann kam er ganz langsam wieder mit seinem Gesicht auf mich zu. Ich traute nicht, mich zu bewegen. Eigentlich hätte ich ihn ganz leicht wegstoßen und weitergehen können, doch irgendetwas hielt mich zurück.

Er kam ganz nah an mein Gesicht, dann neigte er seinen Kopf, bis er mit der Nase fast meinen Hals berührte. Er schnüffelte, ja, wie ein Hund. Ich hätte laut loslachen können, doch irgendetwas tief in mir, riet mir davon ab.

„Nein, bist du nicht.“ Sagte er ganz trocken.

„Ach, und warum nicht?“ antwortete ich schnippisch.

Sein Kopf hatte sich wieder um einige Zentimeter von mir wegbewegt. Er sah mich nur an. Ich hatte den Eindruck, dass seine Augen etwas dunkler geworden waren, aber das bildete ich mir bestimmt nur ein.

„Warmes Blut.“

Das war alles was er sagte. Ich bin wirklich nicht auf den Mund gefallen, aber darauf wusste ich jetzt nichts zu erwidern.

Seine Kumpel wurden plötzlich lebendig, nahmen ihn rechts und links bei den Armen und versuchten ihn unter fröhlichem Gegröle von mir wegzuziehen. Er sträubte sich anfänglich und starrte mir währenddessen stur in die Augen.

Ich bekam ein komisches Gefühl im Magen. Doch plötzlich grinste er, hob sein Bierglas um mir zuzuprosten und gab uns den Weg frei.

Ich schaute irritiert auf Kim und Tessa.

„Was war das denn?“

Kim und Tessa kicherten. „Na, die hatten wohl ein Bier mindesten zu viel.“

„Mmh, mag schon sein.“

„Ach mach dir nichts draus Charly, ah da kommt Donna.“

„Und überhaupt, was sollte das, warmes Blut? Was denn sonst?“ murmelte ich vor mich hin. Aber viel Zeit darüber nachzudenken hatte ich nicht mehr. Schon kam Donna von hinten auf uns zugestürmt und schob uns Richtung Eingang.

„Na, habt ihr schon Sehnsucht nach mir gehabt?“ fragte sie uns mit einem schelmischen Lächeln und gab Kim einen Kuss auf den Mund.

„Ein bisschen schon“, meinte diese ganz leise und schmiegte sich an Donna.

Gemeinsam betraten wir vier nun das Haus. Drinnen war schon die Hölle los. Wir drängten uns an halbnackten Körpern vorbei. Durch den ohrenbetäubenden Lärm konnten wir unser eigenes Wort nicht verstehen.

Ich wandte mich an Donna: „Bist du sicher, dass Professor McPhee auch hier ist?“

„Was?“ schrie sie zurück.

Noch etwas lauter schrie ich ihr direkt ins Ohr: „Bist du sicher, dass Professor McPhee heute Abend hier ist?“

Donna nickte nur. Also schoben wir uns weiter in das Innere des Hauses.

Donna lotste uns in die Küche. Dort war die Musik nicht ganz so laut.

„So Mädels, erst mal flüssige Nahrungsaufnahme.“

Auf dem großen hölzernen Küchentisch standen zig offene Flaschen mit den echt harten Sachen.

Donna suchte so lange, bis sie das Richtige gefunden hatte. Triumphierend hielt sie die Falsche hoch. „Tequila! Fehlt nur noch Salz und Zitrone.“

Suchend lief sie in der Küche herum. Ich schaute mich um. Wir hatte Tessa verloren. Wahrscheinlich kannte sie hier jemanden und hatte sich zu ihnen gesellt.

Kim und ich schauten uns an. Ich fühlte mich nicht wirklich wohl hier unter all den feiernden Leuten und ich hatte den Eindruck, Kim ging es ebenso.

Donna hatte schließlich gefunden wonach sie gesucht hatte. Sie goss drei Gläser voll mit Tequila, streute sich etwas Salz auf den Handrücken und reichte den Streuer dann weiter.

Ich lehnte ab. „Sorry, aber ich schaue mal, ob ich Prof. McPhee irgendwo finde.“

„Spaßbremse.“ Donna zwinkerte mir zu und reichte Kim das Salz und die Zitronenscheibe.

Ich verließ die Küche und bahnte mir einen Weg durch die Menge. Aber ich konnte die Professorin nirgends entdecken. Nach einiger Zeit gab ich die Suche auf. Aber nun konnte ich weder Tessa, noch Kim und Donna irgendwo entdecken. Ich beschloss auf die Terrasse zu gehen um etwas Luft zu schnappen, doch vorher holte ich mir noch ein Bier in der Küche.

Auf der Terrasse war es nicht ganz so voll und vor allem nicht ganz so laut.

Aufatmend lehnte ich mich an das Geländer und schaute auf die Grünfläche vor dem Haus. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich so dastand, doch plötzlich verspürte ich ein Gefühl, als ob mich jemand von hinten beobachtete.

Oh, bitte lass es nicht wieder diesen blonden Typ sein, dachte ich bei mir.

Ich drehte mich langsam in Richtung der Terrassentür. Ich konnte Niemanden entdecken, der mich vielleicht anstarrte. Also wandte ich meinen Blick wieder nach vorn. Ich träumte so vor mich hin. Meine letzte feste Beziehung mit einer Frau war schon eine Weile her. Donna machte sich immer wieder darüber lustig. Aber sie meinte es nicht so. Sie war wirklich eine gute Freundin. Wenn ich Probleme hatte, egal welcher Art, konnte ich zu jeder Tages- oder Nachtzeit zu ihr kommen. Oder sie anrufen. Donna wusste immer Rat. Und wenn nicht nahm sie Dr. Tequila zur Hilfe. Das ging immer.

Ein kühler Luftzug im Nacken riss mich aus meinen Gedanken. Ich spürte etwas, ohne sagen zu können, was es war. Eine Präsenz, ein Gefühl von Kälte durchfuhr mich. Ich fröstelte. Ich wusste schlagartig, dass da etwas hinter mir war, aber ich konnte nicht sagen was. Und ich traute mich auch nicht mich umzudrehen.

„Ist dir kalt?“ hörte ich eine tiefe weibliche Stimme hinter mir. Diese kam mir bekannt vor und ich drehte mich vorsichtig um.

Voller Überraschung sah ich, dass Professor McPhee hinter mir stand. Und zwar ziemlich nah. Ich konnte ihr Parfüm riechen. Dior, einer meiner Lieblingsdüfte.

„Oh, hallo Professor McPhee. Ähm, nein, es war nur ein kleiner Schauer der mir über die Haut fuhr.“

Sie sah wie immer atemberaubend aus. Ihre langen gelockten roten Haare reichten fast bis zu ihrem Po. Ihre Haut war makellos. Sie hatte einen schlanken durchtrainierten Körper und ihre Augen erst. Dunkel, tiefgründig und sie passten wunderbar zu ihrem vollen Mund. Der übrigens lächelte und ihre ebenmäßigen weißen Zähne zum Vorschein brachte.

Ich hatte sie ja schon ein paarmal im Hörsaal gesehen, aber jetzt, so nah, sah sie noch viel toller aus.

Ich räusperte mich. „Mhr, schön dass ich sie hier treffe.“

Sie schaute mich an und ihre Augen schienen zu strahlen.

„So, Charlotte, nicht wahr? Das Vergnügen ist ganz meinerseits.“

Mein Gott hatte die Frau Stil.

„Ja, ähm, ich schreibe da gerade an einem Aufsatz und finde nicht den richtigen Ansatz. Irgendwie fehlt mir der Bezug zum Thema.“

Sie schaute mir direkt in die Augen. „Um welches Thema geht es denn?“

„Vampire.“

Ihr Lächeln verschwand und ich hatte den Eindruck, dass ihre Augen noch dunkler wurden, falls das überhaupt möglich war.

Aber nur für einen kurzen Moment, dann lächelte sie mich wieder an. „Und um was genau?“

„Na ja, woher dieser Mythos kommt, die verschiedenen Ansichten, ob so etwas in der heutigen Zeit überhaupt möglich wäre.“

„Da hast du dir ja ganz schön was vorgenommen.“ Ihre Stimme klang wie schwarzer Samt. Obwohl ich nicht wirklich weiß wie sich schwarzer Samt anhört. Aber dieser Vergleich kam mir in den Sinn. Obwohl ich das Gefühl hatte, nicht ganz bei Sinnen zu sein.

Ich lächelte schief. „Tja, man sollte vorsichtig sein mit dem was man sich wünscht, es könnte in Erfüllung gehen.“

Sie schaute mich an. Dann fasste sie mich ganz sanft am Arm: „Ich werde dir helfen, aber heute Abend wird gefeiert. Lass uns tanzen gehen.“

Ganz sacht führte sie mich durch die Menge und ich hatte das Gefühl wie durch ein Fenster zu schauen. So, als ob ich gar nicht da wäre, sondern alles nur durch eine Scheibe beobachten würde. Wir erreichten ohne Probleme die Tanzfläche im Wohnzimmer. Es wurde Hip Hop gespielt, nicht gerade mein Geschmack. Ich sah wie Professor McPhee in Richtung des DJ’s nickte und plötzlich hörte die Musik auf und es erklang ein Popsong aus den 80ern. Meine absoluten Favoriten, auch darüber machte Donna sich immer lustig. Sie mochte alles was laut war und viel Bass hatte. Darin unterschieden wir uns total.

„Äh, Professor McPhee……“

„Susi, nenn mich Susi, wenn du Professor McPhee sagst fühle ich mich so alt.“

Ich wurde rot. Etwas komisch fand ich es schon, mit meiner Professorin zu tanzen und sie dann auch noch beim Vornamen zu nennen.

Sie lächelte mich an und plötzlich war es mir egal. Die Musik gefiel mir und ich fing an zu tanzen. Wir beide bewegten uns zum Rhythmus der Musik und ich wurde immer lockerer.

Wir tanzten eine ganze Weile, und das, wo ich doch eigentlich ein Tanzmuffel bin. Donna ist da ganz anders. Sie hält nichts mehr, wenn ihre Musik gespielt wird.

Sie spielten ein Lieblingslied nach dem anderen von mir. Eigentlich hätte mich das wundern müssen, aber ich war wie im Rausch. Dann plötzlich hörte die Musik auf und es erklang ein Schwof Lied. Zuerst war ich irritiert und wusste nicht recht, was ich tun sollte. Normalerweise würde ich in so einer Situation die Tanzfläche fluchtartig verlassen. Doch da stand ich, wie angewurzelt vor Susi, und wartete ab. Worauf eigentlich? Aber im nächste Augenblick wusste ich es. Susi kam langsam auf mich zu und nahm meine Hände. Langsam fing sie an sich zur Musik zu bewegen. Herrgott, ich starrte auf ihre sich sanft bewegenden Hüften. Meine Gedanken rasten. Eigentlich war ich nur mitgekommen um vielleicht ein Mädel für mich klar zu machen. Und nun tanzte ich mit meiner Professorin, und das auch noch Hand in Hand. Langsam fing auch ich an mich zu bewegen. Nur ganz sacht und wir sahen uns dabei in die Augen. Um mich herum nahm ich nichts mehr wahr. Ich sah auch nicht wie Donna und Kim ins Zimmer kamen und mich mit offenem Mund anstarrten.

„Meine Herrn, da schau her, stille Wasser sind tief.“ Donna stieß Kim in die Seite, so dass diese aufschrie. „Spinnst du!?“

Aber Donna nickte nur in meine Richtung und schmunzelte. Kim schaute zu mir herüber: „Das glaub ich jetzt nicht!“

„Ja, sag ich doch, stille Wasser sind tief.“

„Ich dachte sie tanzt nicht gern.“

„Tja, muss wohl nur die Richtige kommen.“

„Komm, lass uns auch tanzen.“

„Ach Donna, mir ist nicht gut, lieber nicht.“

Donna sah Kim besorgt an. „Was ist mit dir?“

„Mir ist schlecht und irgendwie schwindelig.“

„War wohl doch ein Tequila zu viel?“

„Keine Ahnung. Können wir nach Hause fahren?“

„Was, jetzt schon? Es fängt gerade an Spaß zu machen.“

„Na ja, wenn du nicht möchtest, kann ich auch mit dem Taxi fahren.“

„Ich würde schon noch gern etwas bleiben. Wenn es dir nichts ausmacht.“

„Aber nein, bleib du nur hier und amüsier dich, ich werde zu mir fahren und mich hinlegen. Ist gar kein Problem.“

„Ok, willst du Charly noch tschüss sagen?“

„Ja, das mache ich.“

Donna kam mit Kim an der Hand auf die Tanzfläche. Sie stupste mich am Arm, Susi und ich waren mittlerweile zum Klammern übergegangen. Es dauerte einen Moment bis ich Donna bemerkte.

„Hi Süße, Kim möchte nach Hause, ihr ist nicht gut. Ich bringe sie schnell zum Taxi und komme dann wieder.“

Ich schaute auf Kim. Sie sah aus wie ein Häufchen Elend. Dann schaute ich wieder meine beste Freundin an.

„Bringst du sie denn nicht heim?“

„Nö, es macht ihr nichts aus, wenn ich noch etwas hier bleibe. Der Abend hat ja gerade erst angefangen.“

„Du hättest ihr nicht so viel Tequila geben sollen. Du weißt doch, dass sie nicht so viel verträgt.“

„Ach, ein starker Kaffee und Morgen geht es ihr wieder gut.“ Donna grinste mich an. In diesem Moment hätte ich sie schütteln mögen. Donna war manchmal so Gedankenlos. Aber ich wusste, dass sie es nicht böse meinte. Trotzdem. Ich schaute Susi an, wir hatten unsere Umklammerung keinen Millimeter gelöst.

„Probleme?“ fragte sie mit ihrer samtigen Stimme.

„Meine Freundin will ihre Freundin nicht nach Hause begleiten, obwohl es ihr offensichtlich nicht gut geht.“

„Und das ärgert dich?“

„Ja, natürlich. Donna ist manchmal so, so, …….“ Mir fiel gerade kein Wort ein, welches meine Gefühle ausdrücken könnte.

Susi lockerte für einige Sekunden die Umarmung und wandte sich an Donna: „Hi, ich bin Susan McPhee.“ Sie reiche ihr die Hand. Ich musste innerlich grinsen. „Hi, Donna Bennett.“ Donna nahm die ihr dargebotene Hand und schüttelte sie ordentlich. Wie es halt ihre Art war.

„Hallo Donna, schön dich kennenzulernen.“

Das Schütteln hatte aufgehört und Donna sah Susi direkt in die Augen.

„Ich habe gehört ihr wollt schon gehen? Deiner Freundin geht es nicht gut und du begleitest sie nach Hause?“

Donna grinste dümmlich und nickte nur.

Hä? Was ist denn jetzt los? Hatte Donna nicht gerade gesagt, dass sie Kim nur zum Taxi bringen wollte?

Susi ließ ihre Hand los und schaute mich kurz an, zu Donna gewandt meinte sie: „Dann gute Heimfahrt, und nehmt auf jeden Fall ein Taxi, du hast ja auch einiges getrunken.“

„Ja, machen wir. Euch noch einen schönen Abend.“ Und zu mir gewandt: „Süße, wir sehen uns Morgen.“ Und etwas leiser: „Tu nichts, was ich nicht auch tun würde.“ Sie zwinkerte mir zu und verschwand mit Kim an der Hand von dannen. Kim schaffte es gerade nur mir noch einen kurzen Gruß zuzuwinken und schon waren sie um die Ecke verschwunden. Ich schüttelte den Kopf.

„Alles in Ordnung?“

Jetzt hatte ich keine Lust mehr zum Tanzen und bat Donna mit mir auf die Terrasse zu gehen. Sie willigte ein und wir verließen den lauten Raum, in dem es jetzt nach Zigarettenrauch und Gras roch. Ich war froh dieser Luft zu entkommen.