Ich freue mich über jedwede Art von Feedback oder Anregungen:
Sandy_Meier@ok.de
Ich freue mich über jede Nachricht, Antwort garantiert.
LG Sandy
Posts mit dem Label Verliebt in der City werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Verliebt in der City werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, 25. Januar 2015
Sonntag, 29. Juni 2014
Und noch eine Vampirgeschichte - Prolog
Prolog
Warum hatte ich mich nur darauf eingelassen? Keiner in meinem Schreibkurs
wollte dieses Thema übernehmen. Aber ich musste ja wieder so Naseweiß sein und
mich dafür melden.
Nun saß ich schon seit Stunden an meinem Schreibtisch, recherchierte im
Internet, las Auszüge aus Büchern oder aus wissenschaftlichen Abhandlungen,
aber die zündende Idee wollte sich einfach nicht einstellen.
Ich hatte doch gar keine Ahnung von Vampiren. Außerdem hielt ich dieses
ganze Thema sowieso für albern.
Letztes Wochenende hatte ich mir sogar einen "Twilight"-Marathon
mit meiner besten Freundin Donna angetan. Ich fand die Filme alles andere als
interessant und Donna ist sogar während des zweiten Teiles eingeschlafen.
Aber ich wollte eine gute Note in diesem Kurs erreichen und außerdem wollte
ich meinen Professor beeindrucken.
Tja, wer nicht hören will........
Ich raufte mir sprichwörtlich die Haare.
Das Telefon klingelte. "Hallo!"
"Oh Gott, wie hörst du dich denn an?" Es war Donna.
"Hör bloß auf, ich sitze jetzt hier schon seid etlichen Stunden und
habe überhaupt keinen Plan, was ich schreiben soll."
Donna lachte. "Ach Süße, da kann ich dir auch nicht helfen. Ich hab ja
nicht einmal den Twilight-Marathon durchgehalten."
"Ja, du Blöde bist ja schon beim zweiten Teil eingeschlafen."
Donna kicherte. "Sorry, aber diese Filme sind mir echt zu
schnulzig."
"Ok, kannst du mir sagen, was ich jetzt machen soll?"
"Mmmmhhh, tja, das Thema und der Hype sind irgendwie an mir vorbei
gerauscht."
"Du bist mir ja vielleicht eine große Hilfe." Ich brummelte vor
mich hin.
"Tut mir leid." Kurze Pause. "Sag mal, warum fragst du nicht
Professor MacPhee? Sie hat mal eine Abhandlung über dieses Thema
geschrieben."
Ich horchte auf. "Donna, du bist ein Schatz. An Susan MacPhee hatte
ich gar nicht gedacht."
"Ja, wenn du mich nicht hättest."
"Ich könnte dich knutschen!"
Donna lachte. "Ich schätze, das gefiele Kim gar nicht."
"Ist sie immer noch so eifersüchtig? Verstehe ich gar nicht, wo du
doch so treu bist." Mein leichter ironischer Unterton blieb Donna nicht verborgen.
Aber wir waren schon so lange befreundet und hatten schon so viel gemeinsam
durchlebt, dass wir uns alles sagen konnten.
Aber auch Donna musste lachen. "Tja, du kennst mich eben sehr gut.
Aber ich muß zu meiner Verteidigung sagen, dass ich schon seit fast drei Wochen
mit keiner anderen Frau zusammen war. Nur mit Kim. Sie ist einfach der
Hit."
"Ach Donna, ich kenne dich doch, kaum läuft dir eine andere sexy Frau
über den Weg, schon bist du wieder auf der Jagd. Arme Kim."
"Kim muß dir nicht leid tun, sie kommt voll auf ihre Kosten. Letzte
Nacht erst...."
Ich unterbrach sie: "Bitte keine Details. Ich kann mir schon
vorstellen, was sich da bei euch abgespielt hat."
"Na ja, dich konnte ich ja leider nicht für mich überzeugen."
"Donna, wie du dich erinnerst, haben wir es einmal miteinander
versucht, es hat nicht wirklich geprickelt. Ich schätze dich wirklich als
Freundin und bin froh, dass ich dich habe."
"Ja, ist schon gut. Ich wollte es ja nur mal kurz erwähnt haben."
"Sag mal, weshalb hast du eigentlich angerufen?"
"Ach ja, hätte ich fast vergessen. Kim und ich gehen heute Abend auf
eine Party Im GammaDelta-Haus. Hast du nicht Lust mitzukommen? Dort soll es
einige leckere Frauen geben."
Ich musste lachen. Das war wieder typisch Donna. Sie war jetzt mit Kim drei
Wochen zusammen und wollte sich schon wieder nach Frischfleisch umsehen. Das
ist nicht meine Sprache, das kam von ihr.
Ich überlegte einen Moment. Eigentlich hatte ich keine große Lust, aber mit
meinem Aufsatz kam ich auch nicht weiter. Also sagte ich zu.
Wir verabredeten uns für einundzwanzig Uhr bei ihr um uns warm zu
trinken.
Nachdem wir das Gespräch beendet hatten freute ich mich plötzlich doch.
Vielleicht viel ja auch eine nette Frau für mich dabei ab.
Sonntag, 27. April 2014
Kapitel 8: Der Morgen danach
Mmmmhhh, langsam wurde ich wach. In meinem Kopf hämmerte der Wodka
von gestern Abend gegen meine Stirn. Mir war übel und ich hatte einen
schalen Geschmack im Mund.
Nach und nach fiel mir alles wieder ein. Die Karaoke-Bar, Cassies Auftritt, Jennies Auftauchen, der viele Wodka und dass ich mich übergeben hatte. Ich lauschte in die Stille und hörte Cassies regelmäßigen Atem.
Gott sei Dank, sie war noch da. Lansam drehte ich meinen Kopf in ihre Richtung. Oh Mann, das Hämmern in meinem Kopf war wirklich nicht lustig.
Vorsichtig brührte ich Cassies Arm. Sie regte sich nicht. Also blieb auch ich liegen und beobachtete sie im Schlaf. Sie sah so schön aus, ihr kastanienbraunes Haar lag verwuselt um ihren Kopf. Ihre vollen Lippen waren leicht geöffnet und sie strahlte eine körperliche Wärme aus, von der ich mich von Anfang an angezogen fühlte. Ich wandte meinen Blick zur Zimmerdecke. Der Abend war nicht gut verlaufen und ich grübelte, an welcher Stelle ich den entscheidenden Fehler begangen hatte. Ich zermarterte mir das Hirn, doch mein Kopf wollte noch nicht so recht funktionieren. Also beschloß ich, ersteinmal aufzustehen und einen Kaffee zu trinken. Vorsichtig schälte ich mich aus dem Bett, dabei entrann meiner Kehle ein Stöhnen. Mein Kopf fühlte sich an wie eine überreife Tomate. Langsam, darauf achtend den Kopf nicht zu tief hängen zu lassen, schlurfte ich in die Küche. Dort machte ich mich an der Kaffeemaschine zu schaffen und schon kurz darauf gurgelte sie fröhlich vor sich hin.
Nachdenklich stützte ich mich auf die Arbeitsplatte und starrte auf den tropfenden Kaffee, ohne wirklich etwas wahr zu nehmen. Plötzlich vernahm ich ein Geräusch und ich zuckte etwas zusammen, als Cassies Arme sich von hinten um meinen Bauch schlossen.
Sie gab mir einen Kuss in den Nacken und hauchte mir ein "guten Morgen" ins Ohr. Ich wollte mich zu ihr umdrehen, doch sie drückte meinen Körper so sanft gegen das warme Holt der Arbeitsplatte, dass es mir nicht gelang, ohne grob zu werden. Also blieb ich stehen und harrte der Dinge die da kommen würden. Ich spürte ihren Atem in meinem Nacken. Meine Härchen stellten sich auf. Ich bekam eine Gänsehaut. Diese Reaktion rief sie immer bei mir hervor, wenn sie mir so nahe war. Langsam fing sie an kleine zärtliche Küsse auf meinem Nacken zu verteilen. Zwischendurch fragte sie leise: "Hast du gut geschlafen meine Süße?"
Mein Körper bebte. Ich brachte nur ein heiseres "Ja" hervor. Jetzt liess sie doch zu, dass ich mich umdrehte. Ich sah ihre wundervoll glänzenden Augen direkt vor mir. Ihr Blick war so intensiv und dunkel, wie immer, wenn wir kurz davor waren uns zu lieben. Sie wollte mich küssen, doch ich war mit meinen Gedanken noch bei dem gestrigen Abend. Ich mußte das erst klären. Also zog ich mein Gesicht etwas von ihr weg. Sie schaute etwas erstaunt, aber, ja, ich glaube auch etwas amüsiert. "Was ist los? Alles in Ordnung mit dir?"
Ich schluckte. "Ja, nein, doch, ach verdammt." Ich löste mich aus ihrer Umarmung und stützte mich auf die Lehne des Küchenstuhls. Jetzt schaute Cassie mich doch etwas verwundert an. Sie ergriff meine Hände und streichelte mit ihrem Daumen meine Handrücken. Aber sie sagte nichts und wartete nur ab.
Ich stellte nur eine Frage: "Cassie, was war das gestern Abend?"
Sie lächelte, ja, tatsächlich lächelte sie mich mit ihrem tollen Mund an und meine Knie wurden weich. Verdammt, ich empfand doch mehr für sie als ich mir bisher eingestanden hatte.
"Was meinst du?" Jetzt war ich baff. Hatte ich Gestern geträumt? Oder habe ich wieder alles in den falschen Hals bekommen und überbewertet?
"Na ja", versuchte ich eine Erklärung. "Du warst Gestern so komisch. Nachdem wie aus der Bar raus waren. Du warst so still." Mir blieb die Luft weg, so aufgeregt war ich. Was war denn bloß mit mir los? Ich bin doch sonst nicht so unsicher. Cassie sagte nichts, sie sah mich nur an.
"Ich dachte, ich hätte etwas falsch gemacht. Weil ich bei Jenny nicht zu dir gestanden habe." Ich atmete hörbar aus.
Sie sah mich immer noch an. Es dauerte einige Sekunden bis sie antwortete, aber mir kam es wie Minuten vor.
Plötzlich fing sie an lauthals zu lachen. Das überraschte mich jetzt doch. Was hatte ich denn so witziges gesagt? Ich war etwas empört, das gebe ich zu. Ich hatte Angst, dass unsere Beziehung vielleicht einen Knacks bekommt und sie lacht. Aber sie lachte so hell und aufrichtig, nicht verspottend, dass ich tatsächlich mit einfiel. Sie nahm mich in den Arm und wir lachten beide bis uns die Tränen kamen.
Dann plötzlich nahm sie mich bei den Schultern und schob mich etwas von sich weg. Sie sah mir tief in die Augen und gab mir dann einen sehr innigen intensiven Kuß. "Beantwortet das deine Frage?"
"Na ja, etwas mehr hätte ich schon erwartet." Sie grinste mich an und ich merkte was ich da gesagt hatte. "Nein, nein", sagte ich schnell, "nicht davon, mehr Erklärung wäre schön." Ich grinste sie schief an: "Aber von dem anderen hätte ich dann auch noch gern mehr."
"Ok, du hast recht. Ich schulde dir eine Erklärung. Du hast nichts falsch gemacht. Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass ich nicht auf einem Outing bestehe. Und wenn du dich vor deinen Kollegen nicht offenbaren möchtest, verstehe ich das sehr gut. Ich kann damit leben, dass unsere Liebe nur im geheimen blüht. Tu einfach, was du für richtig hälst. Ich bin nicht sauer, sorry, dein Gesicht sah aus, als ob du den Weltuntergang erwartet hättest." Sie lachte wieder., Diesmal lachte ich nicht mit und sagte nur schmollend: "Gar nicht."
Dann nahm sie mich wieder in den Arm und fing an meinen Hals mit ihren Lippen zu liebkosen. Ich spürte ihre weichen Lippen auf meiner Haut und ich bekam wieder Gänsehaut. Ihre Zungenspitze suchte sich den Weg hinter mein Ohrläppchen, ich mußte leise aufstöhnen. Innerlich war mir ein Stein vom Herzen gefallen, aber irgendwie hatte ich noch ein komisches Gefühl. Ich konnte es im Augenblick nicht definieren, wollte es auch gar nicht, denn Cassies Zunge erreichte gerade meinen Bauchnabel. Ich stützte mich mit den Händen am Küchentisch ab und beugte meinen Oberkörper nach hinten. Ihre Zunge wanderte immer tiefer und als sie kurz davor war meinen Slip beiseite zu schieben klingelte das Telefon. Zuerst nahm ich es gar nicht wahr, doch Cassie erstarrte in der Bewegung. Ich schaute zu ihr hinunter. Sie schaute zu mir hoch. "Mach weiter" hauchte ich. Sie lächelte und wollte da weitermachen wo sie aufgehört hatte, aber jetzt konnte ich mich nicht mehr konzentrieren. Das Telefon klingelte und klingelte. "Und wenn es etwas Wichtiges ist?" Ich schaute sie an. "Nichts ist wichtiger als du". "Das ist lieb von dir, aber was ist, wenn mit deinem Dad was ist? Du weißt, deine Mum wird sofort histerisch, wenn dein Vater wieder Probleme mit dem Herzen hat."
Ich seufzte, sie hatte natürlich recht. Cassie gab mir einen letzten Kuß auf meinen Venushügel und kam dann hoch. "Ich hole es schon, du kannst dich derweil wieder sammeln," sprachs, gab mir einen Kuß auf den Mund und verschwand lächelnd Richtung Wohnzimmer.
Ich nahm mir eine Tasse Kaffee, der war mitlerweile schon längst durchgelaufen, und versuchte, meine Gedanken zu ordnen.
Da kam Cassie mit dem Hörer am Ohr in die Küche zurück. "Das ist ja toll, wann soll es denn losgehen?" Sie zwinkerte mir zu. "Es ist deine Tante Hannah." Ich wedelte mit der Hand, sie solle mir doch den Hörer geben aber sie neckte mich und tat so, als wolle sie ihn nicht abgeben. "Fliegst du denn allein?" Endlich gelang es mir, ihr den Hörer abzunehmen. Gespielt verärgert gab ich ihr einen Klaps auf den Po.
"Hallo Hannah, wie geht es dir?"
"Hallo Sandy, mein Schatz. Danke, mir geht es gut. Und wie geht es euch?" Ich konnte ihr spitzbübisches Lächeln direkt vor mir sehen.
"Oh, äh, uns geht es gut."
"Habe ich euch gestört?"
"Ach, i wo, wir waren gerade dabei zu frühstücken." Ich zwinkerte Cassie zu. Sie quittierte das mit einem gespielt empörten Gesicht.
"Ist etwas passiert?" fragte ich meine Tante und hoffte, dass es nicht so war.
"Aber nein, muss denn immer erst etwas passieren, damit ich dich anrufen darf?"
"Nein, nein, so habe ich das nicht gemeint. Aber du warst doch letztes Wochenende bei Mum und Dad, hätte ja sein können, dass da etwas vorgefallen ist."
"Nein, deine Eltern sind so knochentrocken wie immer. Sorry, Liebling, aber ich kann meine Schwester einfach nicht verstehen. Sie ist so konservativ und voller Vorurteile, manchmal denke ich, sie ist vom Milchmann und nicht von unserem Vater."
"Hannah," rief ich gespielt empört in den Hörer, ich hatte solche Sprüche schon öfter von ihr gehört. Ich wußte ja, dass sie trotz allem meine Mutter liebte. Aber sie waren manchmal wie Hund und Katz´.
"Ist doch wahr." Kurze Pause.
"Nein, der Grund warum ich Anrufe. Ich habe dir doch bei meinem letzten Besuch über Mandy erzählt."
"Ähm, ja, deine Geschichte hat mich sehr berührt."
"Genau, und auch bei mir sind viele Emotionen wieder hochgekommen, die ich schon vergessen geglaubt hatte."
Ich konnte hören, wie sie einen Schluck trank.
"Nun, ich habe lange darüber nachgedacht."
Wieder eine kurze Pause. Ich wußte nicht, welche Überraschung mir jetzt bevorstand, aber ich war schon sehr gespannt.
Cassie gestikulierte vor mir herum und wollte mir so zeigen, dass sie jetzt duschen ginge. Ich nickte nur, nahm meine Schachtel Zigaretten, die Kaffeetasse und ging auf die Dachterrasse hinaus.
"Also," hörte ich wieder Hannah's Stimme, "um es kurz zu machen: ich werde nach Frankreich fliegen. Ganauer gesagt nach Paris. Ich werde Mandy suchen."
Stille. Am anderen Ende der Leitung genauso wie bei mir. Das mußte ich jetzt ersteinmal einige Sekunden sacken lassen.
"Hallo, bist du noch da? Hat es dir die Sprache verschlagen?"
"Ja, ich bin noch da. Ich überlege gerade ob ich das gut oder schlecht finden soll."
"Warum?"
"Na ja, seit dem ist viel Zeit vergangen. Wie willst du sie finden? Und, verzeih mir, aber woher willst du wissen ob sie noch lebt? War sie nicht um einiges älter als du?"
"Also, das hätte ich jetzt gerade von dir nicht erwartet. Ich dachte du freust dich für mich."
"Natürlich freue ich mich für dich. Wahrscheinlich ärgere ich mich gerade über mich selbst, dass ich nie so mutig war."
"Ach Süße, das kommt noch irgendwann. Setz dich nicht unter Druck. Wenn der Augenblick da ist, wirst du es schon wissen, und ab da an ist es dann um einiges leichter."
"Wann fliegst du denn? Hast du jemanden der dich begleitet?"
"Ich fliege in zwei Tagen und nein, ich fliege allein."
"Ach Hannah, was versprichst du dir davon?"
"Meinen Seelenfrieden".
Darauf konnte ich erstmal nichts mehr sagen. Sie erzählte mir dann noch wie ihre Anreise verlaufen würde und dass sie ja nichts erwarten würde. Sie wolle einfach Urlaub machen und das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Und, wer weiß, vielleicht hätte sie ja Erfolg. Und wenn nicht, würde es wenigstens ein schöner Urlaub.
Ich wünschte ihr alles nur erdenklich Gute, dass sie finden möge was sie suche und rang ihr das Versprechen ab, dass sie mich auf jeden Fall auf dem Laufenden halten solle.
Ein wenig neugierig und ja, auch ein wenig aufgeregt, obwohl ich ja gar nicht selber flog, war ich dann doch.
Ich schickte ihr noch tausend Küsse durch die Leitung und legte dann auf.
Ein paar Augenblicke stand ich dann noch da und schaute auf die Silhouette der Stadt. Dann mußte ich plötzlich lächeln und ging wieder hinein.
Cassie stand noch unter der Dusche und ich beschloß ins Bad zu gehen und ihr alles zu erzählen.
Sie hörte mich hereinkommen. "Cassie, bist du das?" Ich mußte schmunzeln. "Wen hast du denn sonst erwartet?"
Sie ging nicht darauf ein. "Hast du Lust dazu zu kommen?" Mir lief ein wohliger Schauer über den Rücken.
Schnell entledigte ich mich meiner Kleider und öffnete die Tür zur Dusche. Ich schaute sie an und stieg in die Duschwanne. Sie war wunderschön. Ihr schlanker Körper glänzte feucht. Ihr lockiges Haar war auch nass kaum zu bändigen.
"Ich muß dir was erzählen, das glaubst du nicht."
Sie legte ihren Finger auf meinen Mund und flüsterte nur: "später". Und schon umschlossen ihre Lippen die meinen. Vom Inhalt des Anrufes meiner Tante habe ich ihr dann tatsächlich erst viel später erzählt.......
Nach und nach fiel mir alles wieder ein. Die Karaoke-Bar, Cassies Auftritt, Jennies Auftauchen, der viele Wodka und dass ich mich übergeben hatte. Ich lauschte in die Stille und hörte Cassies regelmäßigen Atem.
Gott sei Dank, sie war noch da. Lansam drehte ich meinen Kopf in ihre Richtung. Oh Mann, das Hämmern in meinem Kopf war wirklich nicht lustig.
Vorsichtig brührte ich Cassies Arm. Sie regte sich nicht. Also blieb auch ich liegen und beobachtete sie im Schlaf. Sie sah so schön aus, ihr kastanienbraunes Haar lag verwuselt um ihren Kopf. Ihre vollen Lippen waren leicht geöffnet und sie strahlte eine körperliche Wärme aus, von der ich mich von Anfang an angezogen fühlte. Ich wandte meinen Blick zur Zimmerdecke. Der Abend war nicht gut verlaufen und ich grübelte, an welcher Stelle ich den entscheidenden Fehler begangen hatte. Ich zermarterte mir das Hirn, doch mein Kopf wollte noch nicht so recht funktionieren. Also beschloß ich, ersteinmal aufzustehen und einen Kaffee zu trinken. Vorsichtig schälte ich mich aus dem Bett, dabei entrann meiner Kehle ein Stöhnen. Mein Kopf fühlte sich an wie eine überreife Tomate. Langsam, darauf achtend den Kopf nicht zu tief hängen zu lassen, schlurfte ich in die Küche. Dort machte ich mich an der Kaffeemaschine zu schaffen und schon kurz darauf gurgelte sie fröhlich vor sich hin.
Nachdenklich stützte ich mich auf die Arbeitsplatte und starrte auf den tropfenden Kaffee, ohne wirklich etwas wahr zu nehmen. Plötzlich vernahm ich ein Geräusch und ich zuckte etwas zusammen, als Cassies Arme sich von hinten um meinen Bauch schlossen.
Sie gab mir einen Kuss in den Nacken und hauchte mir ein "guten Morgen" ins Ohr. Ich wollte mich zu ihr umdrehen, doch sie drückte meinen Körper so sanft gegen das warme Holt der Arbeitsplatte, dass es mir nicht gelang, ohne grob zu werden. Also blieb ich stehen und harrte der Dinge die da kommen würden. Ich spürte ihren Atem in meinem Nacken. Meine Härchen stellten sich auf. Ich bekam eine Gänsehaut. Diese Reaktion rief sie immer bei mir hervor, wenn sie mir so nahe war. Langsam fing sie an kleine zärtliche Küsse auf meinem Nacken zu verteilen. Zwischendurch fragte sie leise: "Hast du gut geschlafen meine Süße?"
Mein Körper bebte. Ich brachte nur ein heiseres "Ja" hervor. Jetzt liess sie doch zu, dass ich mich umdrehte. Ich sah ihre wundervoll glänzenden Augen direkt vor mir. Ihr Blick war so intensiv und dunkel, wie immer, wenn wir kurz davor waren uns zu lieben. Sie wollte mich küssen, doch ich war mit meinen Gedanken noch bei dem gestrigen Abend. Ich mußte das erst klären. Also zog ich mein Gesicht etwas von ihr weg. Sie schaute etwas erstaunt, aber, ja, ich glaube auch etwas amüsiert. "Was ist los? Alles in Ordnung mit dir?"
Ich schluckte. "Ja, nein, doch, ach verdammt." Ich löste mich aus ihrer Umarmung und stützte mich auf die Lehne des Küchenstuhls. Jetzt schaute Cassie mich doch etwas verwundert an. Sie ergriff meine Hände und streichelte mit ihrem Daumen meine Handrücken. Aber sie sagte nichts und wartete nur ab.
Ich stellte nur eine Frage: "Cassie, was war das gestern Abend?"
Sie lächelte, ja, tatsächlich lächelte sie mich mit ihrem tollen Mund an und meine Knie wurden weich. Verdammt, ich empfand doch mehr für sie als ich mir bisher eingestanden hatte.
"Was meinst du?" Jetzt war ich baff. Hatte ich Gestern geträumt? Oder habe ich wieder alles in den falschen Hals bekommen und überbewertet?
"Na ja", versuchte ich eine Erklärung. "Du warst Gestern so komisch. Nachdem wie aus der Bar raus waren. Du warst so still." Mir blieb die Luft weg, so aufgeregt war ich. Was war denn bloß mit mir los? Ich bin doch sonst nicht so unsicher. Cassie sagte nichts, sie sah mich nur an.
"Ich dachte, ich hätte etwas falsch gemacht. Weil ich bei Jenny nicht zu dir gestanden habe." Ich atmete hörbar aus.
Sie sah mich immer noch an. Es dauerte einige Sekunden bis sie antwortete, aber mir kam es wie Minuten vor.
Plötzlich fing sie an lauthals zu lachen. Das überraschte mich jetzt doch. Was hatte ich denn so witziges gesagt? Ich war etwas empört, das gebe ich zu. Ich hatte Angst, dass unsere Beziehung vielleicht einen Knacks bekommt und sie lacht. Aber sie lachte so hell und aufrichtig, nicht verspottend, dass ich tatsächlich mit einfiel. Sie nahm mich in den Arm und wir lachten beide bis uns die Tränen kamen.
Dann plötzlich nahm sie mich bei den Schultern und schob mich etwas von sich weg. Sie sah mir tief in die Augen und gab mir dann einen sehr innigen intensiven Kuß. "Beantwortet das deine Frage?"
"Na ja, etwas mehr hätte ich schon erwartet." Sie grinste mich an und ich merkte was ich da gesagt hatte. "Nein, nein", sagte ich schnell, "nicht davon, mehr Erklärung wäre schön." Ich grinste sie schief an: "Aber von dem anderen hätte ich dann auch noch gern mehr."
"Ok, du hast recht. Ich schulde dir eine Erklärung. Du hast nichts falsch gemacht. Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass ich nicht auf einem Outing bestehe. Und wenn du dich vor deinen Kollegen nicht offenbaren möchtest, verstehe ich das sehr gut. Ich kann damit leben, dass unsere Liebe nur im geheimen blüht. Tu einfach, was du für richtig hälst. Ich bin nicht sauer, sorry, dein Gesicht sah aus, als ob du den Weltuntergang erwartet hättest." Sie lachte wieder., Diesmal lachte ich nicht mit und sagte nur schmollend: "Gar nicht."
Dann nahm sie mich wieder in den Arm und fing an meinen Hals mit ihren Lippen zu liebkosen. Ich spürte ihre weichen Lippen auf meiner Haut und ich bekam wieder Gänsehaut. Ihre Zungenspitze suchte sich den Weg hinter mein Ohrläppchen, ich mußte leise aufstöhnen. Innerlich war mir ein Stein vom Herzen gefallen, aber irgendwie hatte ich noch ein komisches Gefühl. Ich konnte es im Augenblick nicht definieren, wollte es auch gar nicht, denn Cassies Zunge erreichte gerade meinen Bauchnabel. Ich stützte mich mit den Händen am Küchentisch ab und beugte meinen Oberkörper nach hinten. Ihre Zunge wanderte immer tiefer und als sie kurz davor war meinen Slip beiseite zu schieben klingelte das Telefon. Zuerst nahm ich es gar nicht wahr, doch Cassie erstarrte in der Bewegung. Ich schaute zu ihr hinunter. Sie schaute zu mir hoch. "Mach weiter" hauchte ich. Sie lächelte und wollte da weitermachen wo sie aufgehört hatte, aber jetzt konnte ich mich nicht mehr konzentrieren. Das Telefon klingelte und klingelte. "Und wenn es etwas Wichtiges ist?" Ich schaute sie an. "Nichts ist wichtiger als du". "Das ist lieb von dir, aber was ist, wenn mit deinem Dad was ist? Du weißt, deine Mum wird sofort histerisch, wenn dein Vater wieder Probleme mit dem Herzen hat."
Ich seufzte, sie hatte natürlich recht. Cassie gab mir einen letzten Kuß auf meinen Venushügel und kam dann hoch. "Ich hole es schon, du kannst dich derweil wieder sammeln," sprachs, gab mir einen Kuß auf den Mund und verschwand lächelnd Richtung Wohnzimmer.
Ich nahm mir eine Tasse Kaffee, der war mitlerweile schon längst durchgelaufen, und versuchte, meine Gedanken zu ordnen.
Da kam Cassie mit dem Hörer am Ohr in die Küche zurück. "Das ist ja toll, wann soll es denn losgehen?" Sie zwinkerte mir zu. "Es ist deine Tante Hannah." Ich wedelte mit der Hand, sie solle mir doch den Hörer geben aber sie neckte mich und tat so, als wolle sie ihn nicht abgeben. "Fliegst du denn allein?" Endlich gelang es mir, ihr den Hörer abzunehmen. Gespielt verärgert gab ich ihr einen Klaps auf den Po.
"Hallo Hannah, wie geht es dir?"
"Hallo Sandy, mein Schatz. Danke, mir geht es gut. Und wie geht es euch?" Ich konnte ihr spitzbübisches Lächeln direkt vor mir sehen.
"Oh, äh, uns geht es gut."
"Habe ich euch gestört?"
"Ach, i wo, wir waren gerade dabei zu frühstücken." Ich zwinkerte Cassie zu. Sie quittierte das mit einem gespielt empörten Gesicht.
"Ist etwas passiert?" fragte ich meine Tante und hoffte, dass es nicht so war.
"Aber nein, muss denn immer erst etwas passieren, damit ich dich anrufen darf?"
"Nein, nein, so habe ich das nicht gemeint. Aber du warst doch letztes Wochenende bei Mum und Dad, hätte ja sein können, dass da etwas vorgefallen ist."
"Nein, deine Eltern sind so knochentrocken wie immer. Sorry, Liebling, aber ich kann meine Schwester einfach nicht verstehen. Sie ist so konservativ und voller Vorurteile, manchmal denke ich, sie ist vom Milchmann und nicht von unserem Vater."
"Hannah," rief ich gespielt empört in den Hörer, ich hatte solche Sprüche schon öfter von ihr gehört. Ich wußte ja, dass sie trotz allem meine Mutter liebte. Aber sie waren manchmal wie Hund und Katz´.
"Ist doch wahr." Kurze Pause.
"Nein, der Grund warum ich Anrufe. Ich habe dir doch bei meinem letzten Besuch über Mandy erzählt."
"Ähm, ja, deine Geschichte hat mich sehr berührt."
"Genau, und auch bei mir sind viele Emotionen wieder hochgekommen, die ich schon vergessen geglaubt hatte."
Ich konnte hören, wie sie einen Schluck trank.
"Nun, ich habe lange darüber nachgedacht."
Wieder eine kurze Pause. Ich wußte nicht, welche Überraschung mir jetzt bevorstand, aber ich war schon sehr gespannt.
Cassie gestikulierte vor mir herum und wollte mir so zeigen, dass sie jetzt duschen ginge. Ich nickte nur, nahm meine Schachtel Zigaretten, die Kaffeetasse und ging auf die Dachterrasse hinaus.
"Also," hörte ich wieder Hannah's Stimme, "um es kurz zu machen: ich werde nach Frankreich fliegen. Ganauer gesagt nach Paris. Ich werde Mandy suchen."
Stille. Am anderen Ende der Leitung genauso wie bei mir. Das mußte ich jetzt ersteinmal einige Sekunden sacken lassen.
"Hallo, bist du noch da? Hat es dir die Sprache verschlagen?"
"Ja, ich bin noch da. Ich überlege gerade ob ich das gut oder schlecht finden soll."
"Warum?"
"Na ja, seit dem ist viel Zeit vergangen. Wie willst du sie finden? Und, verzeih mir, aber woher willst du wissen ob sie noch lebt? War sie nicht um einiges älter als du?"
"Also, das hätte ich jetzt gerade von dir nicht erwartet. Ich dachte du freust dich für mich."
"Natürlich freue ich mich für dich. Wahrscheinlich ärgere ich mich gerade über mich selbst, dass ich nie so mutig war."
"Ach Süße, das kommt noch irgendwann. Setz dich nicht unter Druck. Wenn der Augenblick da ist, wirst du es schon wissen, und ab da an ist es dann um einiges leichter."
"Wann fliegst du denn? Hast du jemanden der dich begleitet?"
"Ich fliege in zwei Tagen und nein, ich fliege allein."
"Ach Hannah, was versprichst du dir davon?"
"Meinen Seelenfrieden".
Darauf konnte ich erstmal nichts mehr sagen. Sie erzählte mir dann noch wie ihre Anreise verlaufen würde und dass sie ja nichts erwarten würde. Sie wolle einfach Urlaub machen und das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Und, wer weiß, vielleicht hätte sie ja Erfolg. Und wenn nicht, würde es wenigstens ein schöner Urlaub.
Ich wünschte ihr alles nur erdenklich Gute, dass sie finden möge was sie suche und rang ihr das Versprechen ab, dass sie mich auf jeden Fall auf dem Laufenden halten solle.
Ein wenig neugierig und ja, auch ein wenig aufgeregt, obwohl ich ja gar nicht selber flog, war ich dann doch.
Ich schickte ihr noch tausend Küsse durch die Leitung und legte dann auf.
Ein paar Augenblicke stand ich dann noch da und schaute auf die Silhouette der Stadt. Dann mußte ich plötzlich lächeln und ging wieder hinein.
Cassie stand noch unter der Dusche und ich beschloß ins Bad zu gehen und ihr alles zu erzählen.
Sie hörte mich hereinkommen. "Cassie, bist du das?" Ich mußte schmunzeln. "Wen hast du denn sonst erwartet?"
Sie ging nicht darauf ein. "Hast du Lust dazu zu kommen?" Mir lief ein wohliger Schauer über den Rücken.
Schnell entledigte ich mich meiner Kleider und öffnete die Tür zur Dusche. Ich schaute sie an und stieg in die Duschwanne. Sie war wunderschön. Ihr schlanker Körper glänzte feucht. Ihr lockiges Haar war auch nass kaum zu bändigen.
"Ich muß dir was erzählen, das glaubst du nicht."
Sie legte ihren Finger auf meinen Mund und flüsterte nur: "später". Und schon umschlossen ihre Lippen die meinen. Vom Inhalt des Anrufes meiner Tante habe ich ihr dann tatsächlich erst viel später erzählt.......
Kommentare, Anregungen und Grüße gern unter:
Sandy_Meier@ok.de
Sonntag, 21. Oktober 2012
Kapitel 2: Welches Spiel spielst du mit mir?
Ich bin natürlich zu früh. Ich reiße die Eingangstür meines Lieblingsitalieners auf und lasse den Blick in die Runde schweifen.
Gian Marco kommt breit grinsend auf mich zu. "Ciao Bella, schön dich zu sehen."
Er nimmt mich herzlich in die Arme und schiebt mich dann auf Armeslänge von sich weg um seinen Blick von oben bis unten prüfend über mich gleiten zu lassen. "Bella, was hast du dich rausgeputzt."
Unsicher schaue ich an mir herunter. "Findest du, es ist zu viel, Gian Marco?" Ich werde rot. Mir ist voll heiß.
"Nein, Sandy, du siehst toll aus. Nur wenn du sonst dein Essen abholst bist du viel lässiger angezogen. Liegt es vielleicht an dieser hübschen Frau, mit der du letztens da warst?" Er zwinkert mir zu und lächelt sein breites Lächeln, so dass ich ihm einfach nicht böse sein. kann.
"Ach, Gian Marco, wir treffen uns Heute zum zweiten Mal. Es ist unser zweites Date innerhalb einer Woche und ich bin immer noch total aufgeregt. Ich hab richtig Lampenfieber."
Was machte ich da? So redefreudig war ich doch sonst nie. Eher verschlossen, niemand kam an mich heran. Oder besser gesagt, ich hatte eine Mauer um mich herum gebaut und tat alles, damit sie niemand einreißen konnte.
Gian Marco nahm mich bei der Hand und führte mich an meinen Tisch. "Schau her Bella, ich habe für euch den schönsten Tisch im Restaurant reserviert. Ich möchte, dass es für euch ein toller Abend wird. Mach was draus". Sagte er und zwinkerte mir zu.
Ich setzte mich. Sah auf die Uhr. Natürlich war ich viel zu früh. Ich hatte es zu Hause nicht mehr ausgehalten.
Nach unserem letzten Treffen oder sollte ich es als Date bezeichnen, na ja , jedenfalls hatten wir uns mit einem Handschlag und Küßchen auf die Wange verabschiedet.
Ich bin nun mal ein verschlossener Typ. Niemand kommt an mich heran.
Doch ich habe den Eindruck, dass du mir in dieser Hinsicht eine Menge lehren kannst. Deine Offenheit, dein Humor, deine Leichtigkeit und Unkompliziertheit.
Ich war sehr verschlossen, doch seid ich dich kenne beginne ich zu wachsen.
Du tust mir gut, doch sage mir, welches Spiel spielst du mit mir?
Du bringst mich zum reden, du bringst mich zum lachen, wenn du bei mir bist habe ich Gefühle von denen ich dachte, ich hätte sie für immer tief in meinem Inneren begraben.
Wenn ich mich dir öffne, wenn ich dir meine Gefühle offenbare, wenn ich an uns glaube, was wirst du dann tun?
Sag mir bitte, welches Spiel spielst du mit mir?
Dann geht die Tür auf und du trittst herein. Du durchschreitest den Raum und ich habe nur Augen für dich. Doch ich weiß, viele Männer und auch Frauen im Gastraum schauen dir hinterher. Du bist eine tolle Erscheinung, schlank, geschmeidig und dein Blick ruht fest auf mir. Dein Lächeln läßt den Raum erstrahlen.
Ich kann nicht glauben, dass du mich willst.
Ich habe keine Freunde, ich habe niemanden mit dem ich mich treffe, du bist mir sehr wichtig.
Ich muss es wissen: Wie ist der Name des Spieles, das du mit mir spielst?
Wir sitzen uns gegenüber. Wir sind beim Dessert. Wir unterhalten uns angeregt. Bei dir fällt es mir leicht mich zu öffnen. Wie durch Zufall berührt deine Hand die meine. Ich schaue dir in die Augen. Selbst diese scheinen zu lächeln.
Welches Spiel spielst du mit mir?
Aber welches Spiel spiele ich? Ich schaue dich an, ich möchte dich berühren, dich spüren, dich küssen und nie mehr loslassen.
Welches Spiel sollen wir spielen?
Sonntag, 20. Mai 2012
Mmmmhh, langsam wurde ich wach. Man, hatte ich einen Schädel. Einer der Cocktails gestern Abend war wohl doch schlecht. Ich drehte mich leise stöhnend auf den Rücken. Ganz langsam öffnete ich die Augen. Mmh, komisch, seid wann ist meine Zimmerdecke hellblau gestrichen? Und seid wann schweben Planeten durch mein Zimmer? Nach und nach lichtete sich der Nebel. Ich hatte in der Bar eine Frau kennengelernt. Sie hat mich angemacht. Und obwohl ich nicht auf Frauen stehe hat es mir geschmeichelt. Ich war in Flirtlaune und machte den Spaß mit. Aber ich hatte so viel Cocktails getrunken, dass ich einen Filmriss hatte. Ganz vorsichtig drehte ich den Kopf nach links und zuckte ein wenig zusammen. Träumte ich noch oder schaute mich wirklich ein braunes Augenpaar an? Neben mir lag SIE. Die Frau, die ich gestern kennengelernt hatte. Sie lächelte mich an. "Guten Morgen meine Schöne. Hast du gut geschlafen?"
Ich hatte das Gefühl, als ob mein Gehirn zu klein für den Kopf geworden wäre. Tierische Kopfschmerzen. Und auch im Magen fühlte ich mich nicht wirklich fit. Tapfer lächelte ich zurück: "Guten Morgen, ich denke schon, aber ich muß leider sagen, dass ich nicht mehr wirklich weiß, wie ich hierher gekommen bin."
Sie lachte und dieses Lachen ließ mir einen wohligen Schauer über den Rücken laufen. "Du hattest die Idee, hierher zu kommen. Da konnte ich nicht nein sagen." Mein Lächeln wurde etwas schief. "Ach so, wie bin ich denn auf die Idee gekommen?" "Tja, das kann ich dir auch nicht sagen, ich weiß nur, daß du sehr gut küßt."
"Ach ja?" Sie rückte etwas näher an mich heran. Das war für mich das Zeichen die Bettdecke zurück zu werfen und aus dem Bett zu springen. Hoppla, das war wohl doch etwas zu plötzlich. Mir wurde schwindelig und ich mußte mich wieder auf die Bettkante setzen. "Alles in Ordnung mit dir?" hörte ich ihre besorgte Stimme. "Ja, ja, ich hab nur etwas Kreislauf. Geht gleich schon wieder." Erst da bemerkte ich, daß ich nur noch den Slip trug. Ich schlang meine Arme um meine Brüste und fragte mit unsicherer Stimme: "Ähm, weißt du, wo meine Klamotten sind?"
Sie lächelte wieder dieses gewinnende Lächeln. "Ja, die hast du im Wohnzimmer von dir geworfen." Ich sah sie an, aber die ganz Situation war mir peinlich. Ich stand auf und blickte mich suchend um. "Die Tür links." Ich konnte hören, das sie lächelte. Wahrscheinlich fand sie das alles hier sehr amüsant, aber ich wollte nur so schnell wie möglich hier raus.
Ich stürzte durch die Tür und sah meine Kleider verstreut auf dem Holzfußboden liegen. Schnell raffte ich alles zusammen und schaute mich um. "Wo ist das Bad?" rief ich in die Richtung des Schlafzimmers und bekam die heitere Auskunft: "Die weiße Tür neben der Garderobe." Ich sah mich hektisch um. Da, die Tür. Die Rettung. Schnell lief ich auf die Tür zu, mußte aber leise aufstöhnen weil ich das Gefühl hatte, daß mein Kopf platzt. "Man, da habe ich mir aber einen ganz schönen Kater eingehandelt", sagte ich leise zu mir. Endlich hatte ich die Tür erreicht. Hastig öffnete ich sie und schlüpfte hinein.
Ich nahm mir nicht die Zeit mich umzusehen, eilig zog ich mich an, spritzte mir etwas Wasser ins Gesicht und benutzte die Toilette.
Mein Kreislauf spielte immer noch verrückt. Ich hielt mich kurz am Waschbecken fest und atmete tief durch. Dabei gingen mir einige Gedanken durch den Kopf. 'Wenn ich mich doch bloß erinnern könnte. Was war gestern hier passiert? Sind wir waren wir intim? Oh man, ist mir schlecht. Ich muß so schnell wie möglich hier raus.'
Vorsichtig öffnete ich die Tür und betrat das großzügige Loft. Ich sah sie gegenüber in der Küche hantieren. Als sie mich hörte drehte sie sich um und lächelte mich an. "Möchtest du noch einen Kaffee bevor du gehst?" "Ähm, ja, gern, warum nicht."
Ich durchquerte den Wohnbereich und stieg die zwei Stufen zum Küchenbereich hinauf. Sie deutete auf einen Hocker und ich nahm Platz.
"Wie trinkst du ihn?"
"Mit Milch und Zucker, danke."
Sie schenkte zwei Tassen ein, tat in eine Milch und Zucker und reichte sie mir. Sie trank ihren schwarz.Sie setzte sich mir gegenüber an die Theke und schaute mich an. Ich wußte nicht wo ich hinschauen sollte. Ich fühlte mich immer noch nicht so richtig wohl.
Ich räusperte mich. "Ähm, sei mir bitte nicht böse, aber ich fürchte, ich habe deinen Namen vergessen." Ich schaue sie an und sah in ihre schönen braunen Augen. Ihr rotbraunes Haar viel ihr großlockig bis auf die Schultern. Und wieder dieses gewinnende, jetzt etwas wissend wirkende Lächeln. "Ach, das ist doch nicht schlimm. Ich hatte gestern auch ein paar Drinks zu viel." Sie streckte mir ihre Hand hin: "Helena, Helena Freimann." Ich ergriff ihre Hand und mußte unwillkürlich lächeln. "Sandra Hellmeier, angenehm dich kennen zu lernen." Jetzt mussten wir beide lachen. Nun fühlte ich mich nicht mehr ganz so unwohl. Aber eine Frage brannte mir noch sehr auf der Seele.
"Helena, ähm, sag mal, als wir gestern hier ankamen." Ich konnte spüren wie sie mich ansah. "Haben wir beide..."
Ich schaute in meine Kaffeetasse und rührte fast schon ein Loch mit dem Löffel in den Boden. Ohne sie anzusehen redete ich weiter. "Ich meine, sind wir zusammen....., na ja, waren wir...."
'Oh mein Gott, seid wann hatte ich denn solche Probleme über Sex zu sprechen?'
Ich war nun wirklich nicht verklemmt, aber irgendwie wollten die Worte nicht so richtig raus.
Gerade wollte ich neu ansetzen, da legte sie eine weiche Hand zart auf meine: "Du möchtest wissen, ob wir zusammen geschlafen haben? Ich kann dich beruhigen, nur nebeneinander, nicht zusammen. Ich nutze solche Situationen nicht aus. Wenn ich mit einer Frau schlafe, möchte ich schon, das sie sich später daran erinnern kann."
Ich war erleichtert, versuchte aber nicht, es mir anmerken zu lassen.
"Na ja, du mußt wissen, so etwas ist mir noch nie passiert." Schnell fügte ich hinzu: "Mit einer Frau, meine ich."
Jetzt sah ich ihr dirket in die Augen. Man, sie war wirklich schön, kein Wunder, das ich schwach geworden bin. Aber es war ja Gott sei Dank nichts passiert außer küssen und selbst daran kann ich mich kaum noch erinnern.
Ich stellte meine Tasse ab und stand auf.
"So, ich werde jetzt gehen."
Auch sie stand auf und kam zu mir herum. Sie schaute mich an, sagte aber nichts.
Ich nahm meine Jacke vom Sofa und sah dabei, daß zwei Sektgläser auf dem Couchtisch standen. Helena sah meinen Blick und lächelte.
"Bevor wir schlafen gegangen sind haben wir es uns noch etwas gemütlich gemacht. Wie gesagt, du kannst gut küssen."
Jetzt wurde ich rot. Ohne ein weiteres Wort ging ich zur Tür. Ich hatte die Türklinke schon in der Hand als ich mich noch einmal zu ihr umdrehte.
"Wir können ja mal einen Kaffee trinken gehen."
"Du mußt mir nichts versprechen. Es war eine tolle Nacht, wir hatten viel Spaß, auch wenn es nicht zum Äußersten gekommen ist, was ich nebenbei bemerkt doch etwas schade finde, ich erwarte nichts."
"Na, dann gehe ich jetzt."
Ich war schon fast draußen als sie hinter mir her rief: "Für alle Fälle habe ich dir meine Nummer in deinem Handy gespeichert."
Die Tür fiel hinter mir ins Schloss. Puh, ich war erleichtert. Aber über ihre letzte Bemerkung mußte ich doch lächeln.
'Vielleicht rufe ich sie tatsächlich mal an. Aber nur, um zu reden oder mit ihr auszugehen. Sie ist lustig, wir hatten viel Spaß.'
Ja, damit hatte sie Recht gehabt. Spaß hatten wir wirklich. Wenn ich an das Gesicht meiner besten Freundin Monika denke, als sie sah, wie ich Helena geküsst hatte.
Ach du Schreck, Monika! Die hatte ich ja total vergessen. Wir waren doch gestern zusammen losgezogen. Wo sie wohl abgeblieben war? Nun erstmal nach Hause und duschen. Dann würde ich mich bei Monika melden. Sie machte sich bestimmt schon Sorgen.
Abonnieren
Posts (Atom)