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Sandy_Meier@ok.de
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LG Sandy
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Sonntag, 25. Januar 2015
Erkenntnis des Tages
Du glaubst, du hast alles im Griff und alles läuft gut, doch dann bekommst du richtig eins in die Fresse.
Sonntag, 2. Februar 2014
Wer oder Was bin Ich?
Sonntag, 2.Februar 2014
Hallo, mein Name ist nicht Sandy, aber das haben Sie sich bestimmt schon gedacht.
Die Geschichten die ich auf meinem Blog veröffentliche sind von mir und entspringen meiner Fantasie.
Diese Seite ist schon oft angeklickt worden, doch leider weiß ich nicht ob aus echtem Interesse an meinem Geschreibsel oder nur duch "Zufall und schnell wieder weg".
Leider bekomme ich nicht einen Kommentar auf meine Geschichten und das macht mich etwas traurig.
Deshalb habe ich Heute beschlossen mal ein paar "echte" Gedanken über mich zu schreiben.
Ich bin Verkäuferin im Einzelhandel, bin knapp über 50 Jahre alt (oder jung) und niemand kennt meine Gedanken oder Gefühle zum Thema gleichgeschlechtlicher Liebe. Na ja, wenn mal in meinem Bekanntenkreis darüber gesprochen wird gebe ich mich loyal der Homosexualität gegenüber. Aber ich würde niemals zugeben auf Frauen zu stehen.
Na ja, eigentlich ist es ja auch nicht so. Oder doch? Keine Ahnung. Ich habe jedenfalls noch nie Sex mit einer Frau gehabt. Nicht mal einen Kuß. Mmh, nur so Küßchen zwischen guten Freundinnen. Allerdings kreisen all' meine erotischen Gedanken um Sex mit Frauen.
In meinem bisherigen Leben hatte ich Sex mit genau 7 Männern.
Diese Erfahrungen waren nicht sehr erfüllend. Ich dachte immer das liegt an mir.
Doch mitlerweile weiß ich, ich habe meine Wünsche nicht immer klar definiert. Immer war ich bemüht meinen Partner glücklich zu machen, leider blieb meine Erfüllung dabei meißtens auf der Strecke.
Meine Beziehungen haben auch nicht sehr lange gehalten. So zwischen 3 Wochen und 3 Jahren.
Und immer war ich froh wenn ich sie los war. Das hört sich jetzt vielleicht schlimm an, aber da mir immer etwas in diesen Beziehungen gefehlt hat ist es durchaus berechtigt.
Jetzt sagen sie vielleicht, 'warum hast du nicht mit den Männern geredet?'
Tja, versuchen sie mal mit jemandem zu reden, wenn man selbst nicht weiß was fehlt oder falsch läuft.
Jetzt, nach einigen Jahren, habe ich erkannt was ich will. Sex mit Frauen, auch gern eine Beziehung.
Obwohl ich früher immer gedacht habe, dass ich Beziehungsunfähig sei. Aber mir fehlten nur die richtigen Partner oder Partnerinnen.
Doch zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich nicht zu meinen Gefühlen stehe.
Bei der Arbeit, in meinem Bekanntenkreis und auch gegenüber meiner Familie spiele ich die taffe Frau, die auf Männer steht und eine harte raue Schale hat.
Niemand sieht oder möchte sehen, dass auch ich eine Frau bin die sich mal richtig fallen lassen möchte, sich an eine starke Schulter lehnen möchte und nicht immer die Initiative ergreifen will.
Aber da ich nicht den Mut habe zu meinen Gefühlen zu stehen und auch nicht die geringste Ahnung habe wie ich eine Frau finde die mich so nimmt wie ich bin, werde ich wohl weiterhin die starke Frau mimen und für mich, ganz im geheimen, der Sehnsucht nach Zärtlichkeiten mit Frauen hingeben.
Ich würde mich freuen wenn Sie Lust hätten mit mir über mein Geschriebenes zu diskutieren.
Bitte kontaktieren Sie mich unter meiner eMail-Adresse:
Sandy_Meier@OK.de
Ich freue mich über jeden Kommentar, jede Anregung oder einfach nur über ein Hallo.
xoxo
Hallo, mein Name ist nicht Sandy, aber das haben Sie sich bestimmt schon gedacht.
Die Geschichten die ich auf meinem Blog veröffentliche sind von mir und entspringen meiner Fantasie.
Diese Seite ist schon oft angeklickt worden, doch leider weiß ich nicht ob aus echtem Interesse an meinem Geschreibsel oder nur duch "Zufall und schnell wieder weg".
Leider bekomme ich nicht einen Kommentar auf meine Geschichten und das macht mich etwas traurig.
Deshalb habe ich Heute beschlossen mal ein paar "echte" Gedanken über mich zu schreiben.
Ich bin Verkäuferin im Einzelhandel, bin knapp über 50 Jahre alt (oder jung) und niemand kennt meine Gedanken oder Gefühle zum Thema gleichgeschlechtlicher Liebe. Na ja, wenn mal in meinem Bekanntenkreis darüber gesprochen wird gebe ich mich loyal der Homosexualität gegenüber. Aber ich würde niemals zugeben auf Frauen zu stehen.
Na ja, eigentlich ist es ja auch nicht so. Oder doch? Keine Ahnung. Ich habe jedenfalls noch nie Sex mit einer Frau gehabt. Nicht mal einen Kuß. Mmh, nur so Küßchen zwischen guten Freundinnen. Allerdings kreisen all' meine erotischen Gedanken um Sex mit Frauen.
In meinem bisherigen Leben hatte ich Sex mit genau 7 Männern.
Diese Erfahrungen waren nicht sehr erfüllend. Ich dachte immer das liegt an mir.
Doch mitlerweile weiß ich, ich habe meine Wünsche nicht immer klar definiert. Immer war ich bemüht meinen Partner glücklich zu machen, leider blieb meine Erfüllung dabei meißtens auf der Strecke.
Meine Beziehungen haben auch nicht sehr lange gehalten. So zwischen 3 Wochen und 3 Jahren.
Und immer war ich froh wenn ich sie los war. Das hört sich jetzt vielleicht schlimm an, aber da mir immer etwas in diesen Beziehungen gefehlt hat ist es durchaus berechtigt.
Jetzt sagen sie vielleicht, 'warum hast du nicht mit den Männern geredet?'
Tja, versuchen sie mal mit jemandem zu reden, wenn man selbst nicht weiß was fehlt oder falsch läuft.
Jetzt, nach einigen Jahren, habe ich erkannt was ich will. Sex mit Frauen, auch gern eine Beziehung.
Obwohl ich früher immer gedacht habe, dass ich Beziehungsunfähig sei. Aber mir fehlten nur die richtigen Partner oder Partnerinnen.
Doch zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich nicht zu meinen Gefühlen stehe.
Bei der Arbeit, in meinem Bekanntenkreis und auch gegenüber meiner Familie spiele ich die taffe Frau, die auf Männer steht und eine harte raue Schale hat.
Niemand sieht oder möchte sehen, dass auch ich eine Frau bin die sich mal richtig fallen lassen möchte, sich an eine starke Schulter lehnen möchte und nicht immer die Initiative ergreifen will.
Aber da ich nicht den Mut habe zu meinen Gefühlen zu stehen und auch nicht die geringste Ahnung habe wie ich eine Frau finde die mich so nimmt wie ich bin, werde ich wohl weiterhin die starke Frau mimen und für mich, ganz im geheimen, der Sehnsucht nach Zärtlichkeiten mit Frauen hingeben.
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Samstag, 17. August 2013
Kapitel 6: Das Ende der Geschichte
Ich war auf die Dachterrasse gegangen um zu rauchen, schaute dem
Sonnenaufgang über New York zu und hing
meinen Gedanken nach. Hannah war schon
vor einiger Zeit ins Bett gegangen. Wir hatten fast die ganze Nacht geredet und
sie war müde, was ich gut verstehen konnte. Sie hatte mir nicht nur das am
besten gehütete Familiengeheimnis verraten, sondern mir auch ihre Seele
offenbart. Sie hatte über lang verdrängte Gefühle gesprochen und obwohl sie mir
versicherte, das es ihr gut ginge, hatte ich doch den Eindruck, daß es sie mitgenommen hatte.
Das Ende der Geschichte war wenig spektakulär. Hannah hatte Mandy nie mehr wiedergesehen. Sie war nach
Paris verschwunden und hatte ihr nichts hinterlassen. Hannah hatte die Vermutung, das Mandy glaubte, sie würde sich gegen den Umzug
nach Paris entscheiden. So hatte sie ihr die Entscheidung abgenommen.
Das stimmte mich ein wenig traurig. Ich schaute auf die verblassenden
Lichter der Stadt und dachte an Cassie.
Ich hatte plötzlich so große Sehnsucht nach ihr, wie ein körperlicher Schmerz.
Ich nahm mein Handy und wählte ihre Nummer.
Es klingelte einige male, bis sich schließlich eine verschlafene Stimme
am anderen Ende meldete.
"Hallo Schlafmütze." Pause. "Sandy, bist du das?" Ich musste lächeln.
"Wen hast du denn sonst erwartet?"
Pause. Ich hörte Cassie herzhaft
gähnen. "Hast du mal auf die Uhr geschaut? Es ist kurz vor fünf Uhr."
"Nein, sorry, habe ich
nicht. Ich hatte plötzlich nur ein wahnsinnig großes Verlangen nach dir."
Pause. "Dann hättest du einfach vorbei kommen sollen."
"Du ahnst ja nicht, wie gern ich das jetzt machen würde. Aber ich
möchte Hannah nicht allein lassen. Wir
haben bis vor einigen Minuten noch geredet. Ich kann es gar nicht abwarten, dir
das alles zu erzählen."
"Süße, kann das bis Morgen warten? Ich würde jetzt gern
weiterschlafen." Und nach einer kurzen Pause: "Da du ja doch nicht
kommst." Ich konnte ihr verschmitztes Grinsen regelrecht vor meinem
inneren Auge sehen.
"Ja Süße, natürlich, bitte verzeih' mir, das ich dich geweckt habe.
Wir sehen uns Morgen."
"Baby, du kannst mich jederzeit anrufen, das weißt du doch. Schlaf
gut, bis Morgen."
"Schlaf du auch gut. Und träum
was Schönes, vorzugsweise von mir." Ich legte auf.
Ich ging wieder hinein und räumte die Gläser und den Wein weg. Dann
musste auch ich herzhaft gähnen und ging zu Bett. Aber ich konnte nicht
einschlafen. Hannah's Geschichte ging mir immer wieder durch den Kopf. Nach
einiger Zeit fiel ich in einen Traumlosen Schlaf.
Am Morgen weckten mich Geräusche aus der Küche. Ich sah auf die Uhr an
meinem Bett. 10.23 Uhr. Ich ließ mich stöhnend zurückfallen. Die Tür wurde
vorsichtig geöffnet. Ich machte ein Auge auf und sah in Hannah's strahlendes
Gesicht. "Guten Morgen Kleine! Hast du gut geschlafen? Ich hab Frühstück
gemacht, komm, setz dich zu mir. Der
Kaffee ist schon fertig."
Ich ließ den Kopf wieder in die Kissen sinken und versuchte wach zu
werden. Es wollte nicht so richtig gelingen. Also schwang ich meine Beine aus
dem Bett und ließ langsam den Rest des Körpers folgen. Verschlafen und mit
zerzausen Haaren schlurfte ich in die Küche.
"Guten Morgen Hannah."
"Guten Morgen mein Schatz. Wie geht es dir?"
Ich sah sie aus zusammengekniffenen Augen an. "Oha, so schlimm?"
"Wie ich sehe geht es dir richtig gut."
Hannah lachte ihr helles
sympathisches Lachen und reichte mir einen Becher Kaffee.
Ich nahm den Kaffee und schlurfte an ihr vorbei. "Ich brauch jetzt erstmal eine Kippe dazu."
Hannah folgte mir mit einem
Kaffee auf die Terrasse. Sie setzte sich neben mich. "Gib mir auch
eine."
Ich schaute sie verdutzt an. "Seit wann rauchst du denn?"
Hannah grinste mich an.
"Ach, Mädchen, glaubst du, ich habe in meinem Leben nur eine Dummheit
begangen?"
Ich reichte ihr mein Päckchen Zigaretten und wir steckten uns beide eine
an. Kaffee trinkend und rauchend saßen wir nebeneinander und schauten auf die
Stadt.
"Mit der Dummheit meinst du, das du dich auf Mandy eingelassen hast, nicht wahr?"
Hannah schaute mich an.
"Nein, die Dummheit war, das ich nichts unternommen habe, um sie
wiederzufinden."
"Also hast du sie doch vermisst?"
"Und wie. Ich wusste am Anfang nicht wohin mit meinem Schmerz. Aber
der Mensch gewöhnt sich an alles und Erinnerungen verblassen irgendwann. Doch
letzte Nacht war wieder alles da. Als ob es erst gestern war. Es war wieder
alles so real. Für mich sehr überwältigend."
"Es hat dich getroffen?" Ich zog an meiner Zigarette.
Hannah trank einen Schluck
Kaffee und sah mich an.
"Nein, es hat gut getan endlich mit jemandem darüber zu
reden."
Wir schwiegen eine Weile. Ich hatte noch so viele Fragen, doch ich
wollte sie nicht überfordern.
Dann spürte ich ihren Blick auf mir ruhen. Ich sah sie an. "Dir
brennt doch bestimmt noch etwas auf der Seele."
"Na ja, ein paar Fragen
hätte ich da schon noch."
"Dann schieß doch einfach
los."
"Bist du sicher?" "Aber ja. Es macht mir jetzt nichts
mehr aus, darüber zu reden."
Ich schaute auf die Stadt und dachte an Cassie.
"Hattest du nach ihr noch andere Frauen?" Doch dann bekam ich
ein mulmiges Gefühl. "Sorry, wenn
ich zu direkt bin brauchst du mir nicht zu antworten."
Hannah lachte. "Wie du
weißt, hat es mir noch nie etwas ausgemacht über schlüpfrige Dinge zu
reden."
Ich musste auch lachen. "Ja, das stimmt. So eine coole Tante wie dich gibt es so schnell nicht
wieder."
Sie nahm mich in den Arm und drückte mich ganz fest an sich. "Ach
Kleine, ich hab dich wirklich lieb. Wir beide sind uns in gewissen Dingen so
ähnlich."
Ich musste lachen. "Und in einem ganz speziell."
Ich steckte mir noch eine Zigarette an und bot auch Hannah eine an. Sie nahm sie und wir beide
lachten Lauthals.
"Nun, um deine Frage zu beantworten, ja, ich hatte nach Mandy noch andere Frauen. Und es war jedesmal
wieder neu und interessant. Leider war aber auch die eine oder andere dabei, na ja, darauf hätte ich gern
verzichtet."
"Oh, glaub mir, das kenne ich."
"Aber wie kam es, das du Onkel Jack
geheiratet hast? Wenn du doch eigentlich auf Frauen standest. Sorry, stehst. Oder?"
"Ja, ich mag nach wie vor Frauen." Sie schaute auf die Stadt.
Ich ließ sie in Ruhe nachdenken.
"Das mit deinem Onkel, das ist eine ganz andere Sache. Wie du
weißt, sind deine Großeltern sehr konservativ, das hat deine Mutter übrigens
von ihnen übernommen. Sie sind sehr religiös und aktiv in der Gemeinde in der
sie wohnen. Na ja, um es kurz zu
machen, als ich nach dem Studium wieder nach Hause kam, versuchte ich meinen
Eltern klar zu machen, das ich anders war. Denn in ihren Augen war lesbisch
sein eben anders sein." Hannah zog
an ihrer Zigarette.
Sie setzten mich moralisch unter Druck und irgendwann gab ich nach. Ich
ging den leichteren Weg. Heute würde ich es anders machen, aber damals war ich
finanziell noch abhängig von meinen Eltern. Manchmal hasse ich mich dafür, das
ich so feige war. Aber hinterher ist man ja immer schlauer. Deinen Onkel Jack kannte ich schon von der High School.
Er war schon damals sehr an mir interessiert. Mit ihm hatte ich auch mein
erstes Mal. Ich arrangierte mich mit dieser Ehe und war zufrieden, aber nie
richtig glücklich."
Ich legte meinen Arm um sie.
Hannah holte tief Luft.
"Versteh' mich nicht falsch, Jack
und ich hatten auch gute Zeiten. Nicht alles war schlecht. Aber ich habe ihn
nie geliebt. Respektiert ja, gemocht auch, aber nie geliebt."
"War das nicht sehr belastend für dich?"
"Nun, am Anfang schon, aber es wurde besser mit der Zeit."
"Wusste Onkel Jack, das du
nicht in ihn verliebt bist?"
"Ich denke er hat es irgendwann geahnt. Aber wir haben nie darüber
gesprochen. Wir haben uns gegenseitig respektiert und unterstützt. Das
war ok für uns."
Ich räusperte mich und trank von meinem Kaffee. "Wie war das mit
dem Sex?"
"Tja, das ist auch so eine
Sache. Wir hatten am Anfang natürlich Sex. Das war ich ihm schuldig. Er hatte
mich schließlich aus den Klauen meiner Eltern gerissen und er sah über meine
Eskapaden mit anderen Frauen hinweg."
"Das hat er mitgemacht? Tante Hannah,
da tun sich ja Abgründe auf." Ich lachte. Mein Gott, ich hatte ja wirklich
keine Ahnung.
"So schlimm war ich ja auch nicht. Ich war sehr diskret, ich denke,
das Jack nicht direkt etwas davon
mitbekommen hat. Aber wie gesagt, ich denke, er ahnte etwas. Aber er war so
verliebt in mich, das er damit leben wollte und wohl auch konnte. Manchmal
hatte ich schon Gewissensbisse. Aber ich konnte halt nicht gegen meine Natur
ankämpfen. So war es auch schön unverbindlich. Keine Fragen, kein klammern,
unverbindlicher Sex und tschüss."
Ich schaute meine Tante an. Ihr Mund lächelte, aber ihre Augen sahen
traurig aus.
"Und das hast du all die Jahre durchgehalten? Nicht mal als Onkel Jack im sterben lag habt ihr darüber
gesprochen?"
"Halt mich bitte nicht für herzlos. Nein, ich habe an seinem Sterbebett
gesessen, seine Hand gehalten bis er den letzten Atemzug getan hat und habe
dann", .............geweint. Bis ich keine Tränen mehr hatte. Er war mir
in all den Jahren ans Herz gewachsen, wie ein sehr guter Freund. Ich liebte ihn
auf meine Weise und ich trauerte auf meine Weise."
Hannah wischte sich eine Träne
aus dem Auge. Dann schaute sie mich an und lachte. "Ich hoffe, du denkst
jetzt nicht schlecht von mir."
Ich legte beide Arme um sie und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
"Ich hab dich lieb Tante Hannah.
Ich würde nie schlecht über dich denken. Meine Meinung ist: Jeder hat das
Recht, seine eigenen Fehler und Erfahrungen zu machen."
"Du bist lieb."
Die Türklingel ging. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen und schrak hoch.
"Das müsste Cassie sein.
Ich hab sie angerufen und zum Frühstück eingeladen. Ich hoffe das war ok?"
"Woher hattest du denn ihre Nummer?"
"Nicht nur du kannst ein Handy benutzen", meinte Hannah und zwinkerte mir zu.
Ich ging zur Tür und öffnete. Vor mir stand Cassie, so schön und frisch wie immer. Sie
hatte eine rote Rose in der Hand und überreichte sie mir.
"Die schönste Blume der Welt für die schönste Frau der Welt."
Mir wurde heiß, vor Verlegenheit. Wie kitschig und doch so romantisch.
Sie zog mich an sich und gab mir einen innigen Kuss. "Na du Nachtschwärmerin. Das nächste Mal, wenn
du mich so früh wach machst, erwarte ich dich persönlich." Sie grinste
mich verwegen an.
"Darauf kannst du dich verlassen. Komm doch erstmal rein, Hannah und ich haben schon mit dem Frühstück
angefangen."
Wir setzten uns an den Tisch, frühstückten ausgiebig, schwatzten über
Gott und die Welt, lachten viel und dann ging Hannah,
um ihren Koffer zu packen. Cassie und
ich würde sie heute zum Bahnhof bringen.
Während Hannah packte, hatte ich Cassie von der letzten Nacht berichtet.
Als ich die Geschichte beendete sagte sie: "Deine Tante ist eine mutige
Frau."
"Mutig? Sie findet, das sie feige gehandelt hat."
"Nein, es ist sehr mutig, auf die Liebe seines Lebens zu
verzichten, nur um es anderen Leuten recht zu machen. Einige mögen vielleicht
sagen, dass es der einfachste Weg für sie war, aber ich denke, daß es sie sehr
viel Mut gekostet hat."
Ich dachte einen Moment nach. "Ja, wenn man es so betrachtet, hast
du tatsächlich recht."
Cassie lächelte mich an. "Ich habe immer recht." Sie zwinkerte
mir zu.
Am späten Nachmittag fuhren Cassie und ich meine Tante zur Central
Station. Am Bahnsteig nahm sie mich noch einmal in die Arme, drückte mich fest
und flüsterte mir so leise, das Cassie es nicht hören konnte, ins Ohr:
"Warte nicht zu lange, deine Liebe zu Cassie auch öffentlich
einzugestehen. Sonst passiert dir das Gleiche wie mir."
Sie hielt mich ein wenig von sich weg und sah mir in die Augen.
"Sei nicht so feige wie ich." Ich sagte nichts und drückte sie stattdessen herzlich.
Meine Tante bestieg den Zug und suchte ihr Abteil. Sie öffnete das
Fenster um uns zum Abschied zu winken.
Der Zug fuhr los und Cassie ergriff meine Hand. Und einem alten Impuls
folgend entzog ich sie ihr sofort wieder. Schließlich waren wir hier ja in der Öffentlichkeit.
Cassie sah mich von der Seite an, aber ich traute mich nicht ihren Blick zu
erwiedern.
Der Zug entfernte sich aus dem Bahnhof und Cassie und ich gingen in
Richtung des Ausgangs.
"Deine Tante ist wirklich eine coole Socke. Und eine mutige Frau."
"Wenn du es sagst." Ich war in Gedanken schon wieder ganz
woanders.
Freitag, 25. Januar 2013
Kapitel 4: Tante Hannah's Besuch oder: Ein Geheimnis wird gelüftet
Cassie und ich waren seid etwa 6 Wochen ein Paar, als meine Tante Hannah ihren Besuch ankündigte. Ich freute mich sehr, da ich sie seid über einem Jahr nicht mehr gesehen hatte.
Hannah war die jüngere Schwester meiner Mutter und für mich so etwas wie eine beste Freundin.
Mit ihr konnte ich über alles reden, wir telefonierten viel zusammen und obwohl sie in diesem Jahr ihren fünfzigsten Geburtstag gefeiert hat, ist sie jugendlicher als manche Leute in meinem Alter.
Sie hat Humor, ist klug und weiß immer das Richtige zu sagen. Nur über mein lesbisch sein wusste sie nichts. Das habe ich immer vor der ganzen Familie geheim gehalten. Ich hielt es für besser.
Meine Mutter würde einen Herzinfarkt bekommen, wenn sie es erführe. Bei Hannah war ich nicht sicher, irgendwie konnte ich mir schon vorstellen, dass sie es verstehen würde, aber ich wollte nichts riskieren.
Nun stand ich also in der Grand Central Station am Bahnsteig und wartete auf den Zug aus Atlanta. Ich war ein wenig aufgeregt, sie wollte eine Woche bleiben und ich hatte einiges für uns geplant. Ich hoffte, dass es ihr noch immer gut ging aber als der Zug einfuhr und die Türen sich öffneten sah ich sofort, dass meine Sorgen völlig unbegründet waren. Meine Tante Hannah stieg auf den Bahnsteig, wie immer modisch gekleidet und hatte einen jungen sportlichen Mann im Schlepptau. Ich musste schmunzeln. Ja, so kannte ich Hannah. Ein paar Stunden Zugfahrt und schon hatte sie die Bekanntschaft eines netten jungen Mannes gemacht. Er schien etwas jünger als ich zu sein und schleppte sich mit ihren Koffern ab. Sie selbst trug nur ihre Handtasche und kam strahlend auf mich zu. Ich lief ihr entgegen und nahm sie in die Arme.
„Hallo meine Kleine“, sagte sie lächelnd und drückte mich fest an sich. „Hallo Hannah, hattest du eine gute Reise?“.
Sie schob mich etwas von sich und sah mich an. „Gut siehst du aus, es ist schön dich zu sehen.“
Dann viel ihr ein, dass der junge Mann noch immer hinter ihr stand. Sie drehte sich um und deutete auf ihn: „darf ich dir Justin vorstellen, er ist Biologiestudent im vierten Semester und besucht seine Eltern in New York.“
Justin lächelte mich an und sagte: „Hi, schön dich kennenzulernen.“ Er machte Anstalten, mir die Hand zu geben, doch da kamen die Koffer ins Rutschen und er lächelte mich nur entschuldigend an.
„Hallo Justin, nett von dir, dass du meiner Tante geholfen hast.“
„Tante? Ich dachte, sie ist deine große Schwester“, sagte er und lächelte spitzbübisch.
„Ist er nicht ein Schatz?“ Hannah stupste ihn am Arm und zwinkerte mir zu.
Ich musste lachen, meine Tante, wie eh und je.
Justin half uns dann noch die Koffer auf einen Gepäckwagen zu laden und verabschiedete sich dann von uns.
Auf dem Weg in meine Wohnung erzählte ich Hannah was ich alles für diese Woche geplant hatte.
Am nächsten Tag stellte ich ihr Cassie vor. Ich war ein wenig aufgeregt und hatte auch ein schlechtes Gewissen, da ich Cassie nur als meine Freundin vorstellen konnte. Dabei hätte ich sie viel lieber als meine Partnerin vorgestellt. Aber das war ja nun mal nicht möglich. Cassie hatte mir versichert, dass es ihr nichts ausmachen würde. Hauptsache sie sei in meiner Nähe, alles andere wäre unwichtig. Ich war ihr so dankbar dafür, aber warum hatte ich dann ein schlechtes Gewissen?
Cassie und Hannah verstanden sich sofort. Sie unterhielten sich wie alte Freundinnen und wir hatten viel Spaß während wir auf das Empire State Building fuhren oder die Geschäfte auf der 5th Avenue unsicher machten. Wir lachten und scherzten und manchmal, wenn niemand hinsah, berührten Cassie und ich uns heimlich. Ganz sacht und unverfänglich, unsere Blicke trafen sich und wir verstanden.
Hannah hatte viel Spaß. „Ach ihr Süßen, so viel gelacht habe ich schon lange nicht mehr.“
Die Woche verging wie im Fluge, wir besuchten eine Broadway Show, tanzten in Night Clubs bis zum Morgen, zeigten Hannah unsere Lieblingsplätze in New York und relaxten am Samstag im Central Park.
Am Samstagabend gab ich dann ein Abschiedsessen für Hannah mit all meinen Freunden und Cassie.
Hannah wusste, dass eine Freundin von mir, Sophie, lesbisch war. Sie brachte ihre neueste Eroberung Jessy mit. Auch wusste sie, dass mein Bekannter Philip schwul war. Auch er kam mit seinem langjährigen Partner George. Hannah hatte keinerlei Berührungsängste. Sie unterhielt sich mit all meinen Freunden völlig offen und über alles. Sie kannte sich bei den neuesten Filmen aus, diskutierte über die Kunstszene in New York und ereiferte sich darüber, dass homosexuelle Menschen noch immer geächtet werden.
Ich war so stolz auf meine Tante. Sie war so ganz anders als meine Mutter. Die hätte sich pikiert zurückgezogen und mir den Umgang verboten. Auch wenn ich schon über dreißig Jahre alt war, meinte sie immer noch, mir sagen zu müssen was ich tun und lassen sollte.
Aber Hannah war da viel offener und freier. Sie war tolerant und experimentierfreudig. Sie war die beste Freundin die ich hatte.
Es war ein toller Abend, wir hatten viel Spaß, führten unterhaltsame Gespräche und die Zeit verging wie im Flug. Gegen ein Uhr gingen die letzten Gäste. Cassie war die letzte die ging und ich brachte sie zur Tür.
Sie nahm meine Hand, ich schaute mich um, ob meine Tante uns auch nicht sehen konnte.
„Es war ein toller Abend Sandy. Deine Tante ist eine tolle Frau. Gib ihr nochmal einen Kuss von mir.“
„Ja, Süße, das mache ich. Danke, dass du da warst. Es war eine tolle Woche“ und etwas leiser flüsterte ich ihr zu: „sehen wir uns morgen Abend?“
Sie nickte nur, hauchte mir einen Kuss auf die Lippen und verschwand.
Ich ging wieder zurück in die Küche, wo meine Tante sich schon ordentlich zu schaffen machte.
Sie belud die Spülmaschine und ohne aufzublicken sagte sie: „eine nette junge Frau, diese Cassie.“
„Ja, das ist sie.“
„Und hübsch ist sie auch.“
Ich antwortete nur mit einem: „mmmmmhhh“.
Sie schaute auf und sah mich an. „Und wie lange seid ihr schon zusammen?“
Ich erstarrte, versuchte aber, mir nichts anmerken zu lassen.
„Du meinst, seid wann wir uns kennen?“ Ich konnte sie nicht anschauen und beschäftigte mich mit den schmutzigen Gläsern.
„Nein, ich meinte: Wie lange seid ihr schon ein Paar?“
Ich sah Hannah an und merkte zu meinem Ärger, dass ich rot wurde.
„Ähm, ein Paar? Wie kommst du denn darauf?“ Ich lachte zu laut, zu laut für meinen Geschmack. „Wir sind befreundet, seid etwa sechs Wochen.“
Hannah kam jetzt auf mich zu, sie stand direkt vor mir. Sie nahm mich bei den Armen und zwang mich, ihr in die Augen zu schauen.
„Kleines, ich habe Augen im Kopf und weiß wie jemand schaut, der verliebt ist. Und Cassie ist definitiv verliebt. Du brauchst mir nichts vorzumachen, nicht deiner alten Tante.“ Sagte sie und zwinkerte mir zu.
Ich schaute auf den Boden. "Ach, Hannah, du bist doch nicht alt."
Hannah legte ihren Finger unter mein Kinn und zwang mich ihr in die Augen zu schauen.
"Sandra Valentine Webster, ich sehe es dir immer an, wenn du versuchst mir etwas zu verheimlichen."
Ich öffnete den Mund, schloss ihn dann aber wieder. Es hatte keinen Zweck, es stimmte. Hannah hatte mich immer durchschaut. Sie kannte mich besser als jeder andere Mensch.
Ich seufzte, entwand mich ihrem Griff und setzte mich auf einen Stuhl. Hannah ließ sich mir gegenüber nieder.
"Ach Hannah, du hast ja recht."
Sie sagte nichts, sah mich nur an.
Ich schluckte und spielte mit dem Trockentuch vor mir auf dem Tisch.
"Was sagst du dazu?"
Sie nahm meine Hände in ihre. "Meine Kleine, was soll ich dazu sagen? Warum hast du sie mir als eine Freundin vorgestellt?"
"Ich hatte Angst, dass du es nicht verstehen könntest."
"Habe ich dir jemals das Gefühl gegeben, dass ich kein Verständnis für dich habe? Irgendwann?"
"Nein," sagte ich kleinlaut und schaute sie von unten her an. Sie erwiederte meinen Blick.
"Komm Kleines, erzähl es mir. Was ist los mit euch beiden?"
"Nun, was soll ich sagen, wir sind ineinander verknallt." Ich schluckte und mußte unsicher lachen. "Hättest du jemals gedacht, dass ich auf Frauen stehe?"
"Nun, gedacht vielleicht nicht, aber ich bin nicht geschockt, wenn du das meinst."
"Hannah, du weißt, dass ich meine Gefühle nicht gut zeigen kann. Bei Cassie fühle ich seid langem wieder etwas. Sie macht mich glücklich, wir lachen viel zusammen und führen sehr lange und interessante Gespräche."
"Und der Sex? Wie ist der?"
"Hannah!!"
"Was?! Das gehört nun mal dazu. Ist doch nichts Schlimmes."
Ich stand auf und lief in der Küche auf und ab. Dann sah ich sie an und lächelte. "Der Sex ist gigantisch."
Wir beide mußten lachen.
"Na, dann ist doch alles super. Warum versteckst du dich dann?"
"Ach Hannah, das ist alles nicht so einfach. Du weißt wie die Leute über homosexuelle reden."
"Aber Kind, wir leben im 21. Jahrhundert. Du solltest aufgeschlossener sein. Ich dachte ihr Werbefutzis seid für alles offen."
Ich schaute sie überrascht an. "Du weißt doch gar nicht, worum es geht. Ich habe einfach keine Lust auf diese Sticheleien, die blöden Bemerkungen und all das. Außerdem lasse ich niemanden gern so tief in mein Leben blicken, das weißt du doch."
"Da solltest du aber drüber stehen. Was sagt denn Cassie dazu, dass eure Liebe nur im Verborgenen blüht?"
"Sie akzeptiert es." Ich schenkte mir ein Glas Wein ein und deutete Hannah mit einer Handbewegung an auch ihr nachzuschütten. Sie nickte.
Wir gingen hinüber ins Wohnzimmer und setzten uns auf die Couch. Hannah trank einen Schluck Wein, stellte das Glas auf den Tisch und schaute mich an.
"Sandy, du wirst dich früher oder später zu eurer Liebe bekennen müssen. Cassie wird nicht ewig warten. Liebst du sie denn?"
"Ich weiß es nicht. Ich bin hin und her gerissen. Einerseits möchte ich jede freie Minute mit ihr verbringen, andererseits habe ich Angst davor enttäuscht zu werden."
"Mein Gott Kleines, du machst es dir wirklich schwer. Das ist die Erziehung meiner verklemmten Schwester. Du hattest immer Schwierigkeiten dich zu öffnen oder Vertrauen aufzubauen. Sandy, du solltest ehrlich zu dir und auch zu Cassie sein, sonst ist es vorbei bevor es überhaupt richtig angefangen hat."
Langsam wurde mir das Gespräch unangenehm und ich rutschte auf dem Sofa herum.
"Tante Hannah, du weißt doch gar nicht wovon du sprichst." Ich war etwas angesäuert. Das Gespräch lief in eine Richtung, die mir gar nicht behagte.
Hannah lachte. "Tante Hannah sagst du nur, wenn dir etwas nicht paßt. Aber ich kann dir versichern, ich weiß wovon ich spreche."
Ich sah sie an. "Warst du auch schon einmal in jemanden verliebt und konntest es nicht öffentlich zeigen? Das glaube ich kaum."
"Oh Kleine, du hast ja keine Ahnung."
Ich sah sie überrascht an. Meine Tante Hannah und eine verbotene Liebe? Das konnte ich mir gar nicht vorstellen. "Wer war er? Erzähl!"
Sie sah mich schelmisch an. Aufreizend langsam nahm sie ihr Weinglas und trank einen Schluck. Dann schaute sie mich lächelnd an: "Du meinst, wer war SIE?"
Jetzt war ich endgültig verdutzt. Mir fehlten die Worte. Ich starrte sie an, aber sie lachte nur.
"Ja, da schaust du. Ich weiß genau wovon ich rede."
"Äh, Hannah, äh, hast du dich gerade geoutet?" stotterte ich .
"Ja, so nennt man das wohl Heute. Ich habe einmal meine große Liebe verloren, weil ich genau wie du jetzt nicht dazu stehen wollte."
Ich setzte mich aufrecht hin und bat sie mir alles zu erzählen. Wer sie war, wann es war und was geschehen ist.
Und sie begann mir die Geschichte ihrer großen ersten Liebe zu erzählen, über verstecken, verleumden, Tränen, aber auch einer ehrlichen, tief empfundenen Liebe. Ich hörte ihr zu und schwankte zwischen weinen und lachen. Ihre Geschichte hatte kein Happy End aber sie brachte mich zum nachdenken.
Hannah legte ihren Finger unter mein Kinn und zwang mich ihr in die Augen zu schauen.
"Sandra Valentine Webster, ich sehe es dir immer an, wenn du versuchst mir etwas zu verheimlichen."
Ich öffnete den Mund, schloss ihn dann aber wieder. Es hatte keinen Zweck, es stimmte. Hannah hatte mich immer durchschaut. Sie kannte mich besser als jeder andere Mensch.
Ich seufzte, entwand mich ihrem Griff und setzte mich auf einen Stuhl. Hannah ließ sich mir gegenüber nieder.
"Ach Hannah, du hast ja recht."
Sie sagte nichts, sah mich nur an.
Ich schluckte und spielte mit dem Trockentuch vor mir auf dem Tisch.
"Was sagst du dazu?"
Sie nahm meine Hände in ihre. "Meine Kleine, was soll ich dazu sagen? Warum hast du sie mir als eine Freundin vorgestellt?"
"Ich hatte Angst, dass du es nicht verstehen könntest."
"Habe ich dir jemals das Gefühl gegeben, dass ich kein Verständnis für dich habe? Irgendwann?"
"Nein," sagte ich kleinlaut und schaute sie von unten her an. Sie erwiederte meinen Blick.
"Komm Kleines, erzähl es mir. Was ist los mit euch beiden?"
"Nun, was soll ich sagen, wir sind ineinander verknallt." Ich schluckte und mußte unsicher lachen. "Hättest du jemals gedacht, dass ich auf Frauen stehe?"
"Nun, gedacht vielleicht nicht, aber ich bin nicht geschockt, wenn du das meinst."
"Hannah, du weißt, dass ich meine Gefühle nicht gut zeigen kann. Bei Cassie fühle ich seid langem wieder etwas. Sie macht mich glücklich, wir lachen viel zusammen und führen sehr lange und interessante Gespräche."
"Und der Sex? Wie ist der?"
"Hannah!!"
"Was?! Das gehört nun mal dazu. Ist doch nichts Schlimmes."
Ich stand auf und lief in der Küche auf und ab. Dann sah ich sie an und lächelte. "Der Sex ist gigantisch."
Wir beide mußten lachen.
"Na, dann ist doch alles super. Warum versteckst du dich dann?"
"Ach Hannah, das ist alles nicht so einfach. Du weißt wie die Leute über homosexuelle reden."
"Aber Kind, wir leben im 21. Jahrhundert. Du solltest aufgeschlossener sein. Ich dachte ihr Werbefutzis seid für alles offen."
Ich schaute sie überrascht an. "Du weißt doch gar nicht, worum es geht. Ich habe einfach keine Lust auf diese Sticheleien, die blöden Bemerkungen und all das. Außerdem lasse ich niemanden gern so tief in mein Leben blicken, das weißt du doch."
"Da solltest du aber drüber stehen. Was sagt denn Cassie dazu, dass eure Liebe nur im Verborgenen blüht?"
"Sie akzeptiert es." Ich schenkte mir ein Glas Wein ein und deutete Hannah mit einer Handbewegung an auch ihr nachzuschütten. Sie nickte.
Wir gingen hinüber ins Wohnzimmer und setzten uns auf die Couch. Hannah trank einen Schluck Wein, stellte das Glas auf den Tisch und schaute mich an.
"Sandy, du wirst dich früher oder später zu eurer Liebe bekennen müssen. Cassie wird nicht ewig warten. Liebst du sie denn?"
"Ich weiß es nicht. Ich bin hin und her gerissen. Einerseits möchte ich jede freie Minute mit ihr verbringen, andererseits habe ich Angst davor enttäuscht zu werden."
"Mein Gott Kleines, du machst es dir wirklich schwer. Das ist die Erziehung meiner verklemmten Schwester. Du hattest immer Schwierigkeiten dich zu öffnen oder Vertrauen aufzubauen. Sandy, du solltest ehrlich zu dir und auch zu Cassie sein, sonst ist es vorbei bevor es überhaupt richtig angefangen hat."
Langsam wurde mir das Gespräch unangenehm und ich rutschte auf dem Sofa herum.
"Tante Hannah, du weißt doch gar nicht wovon du sprichst." Ich war etwas angesäuert. Das Gespräch lief in eine Richtung, die mir gar nicht behagte.
Hannah lachte. "Tante Hannah sagst du nur, wenn dir etwas nicht paßt. Aber ich kann dir versichern, ich weiß wovon ich spreche."
Ich sah sie an. "Warst du auch schon einmal in jemanden verliebt und konntest es nicht öffentlich zeigen? Das glaube ich kaum."
"Oh Kleine, du hast ja keine Ahnung."
Ich sah sie überrascht an. Meine Tante Hannah und eine verbotene Liebe? Das konnte ich mir gar nicht vorstellen. "Wer war er? Erzähl!"
Sie sah mich schelmisch an. Aufreizend langsam nahm sie ihr Weinglas und trank einen Schluck. Dann schaute sie mich lächelnd an: "Du meinst, wer war SIE?"
Jetzt war ich endgültig verdutzt. Mir fehlten die Worte. Ich starrte sie an, aber sie lachte nur.
"Ja, da schaust du. Ich weiß genau wovon ich rede."
"Äh, Hannah, äh, hast du dich gerade geoutet?" stotterte ich .
"Ja, so nennt man das wohl Heute. Ich habe einmal meine große Liebe verloren, weil ich genau wie du jetzt nicht dazu stehen wollte."
Ich setzte mich aufrecht hin und bat sie mir alles zu erzählen. Wer sie war, wann es war und was geschehen ist.
Und sie begann mir die Geschichte ihrer großen ersten Liebe zu erzählen, über verstecken, verleumden, Tränen, aber auch einer ehrlichen, tief empfundenen Liebe. Ich hörte ihr zu und schwankte zwischen weinen und lachen. Ihre Geschichte hatte kein Happy End aber sie brachte mich zum nachdenken.
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