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Samstag, 10. Mai 2014

Gedanke zum Wochenende

Kein Feuer, keine Kohle
kann brennen so heiß,
als heimliche Liebe,
von der Niemand weiß.

altes Volkslied

Das ist für dich M.

Sonntag, 4. Mai 2014

Weisheit der Woche

Nicht verzweifeln, auch darüber nicht,
dass du nicht verzweifelst.
Wenn schon alles zu Ende scheint,
kommen doch noch neue Kräfte angerückt,
das bedeutet eben,
dass du lebst.

(Franz Kafka)

Mit ganz lieben Grüßen an B.!

Sonntag, 27. April 2014

Gedanke des Monats

Augen die mich in ihren Bann ziehen,
Hände die mich zärtlich streicheln,
Haut die meine Haut berührt,
zarte Lippen die meinen Mund liebkosen,
Worte, die ausgesprochen, meine Seele anrühren.

Verstehen ohne zu sprechen,
vertrauen ohne Erwartung,
sehen ohne zu zeigen,
menschliche Wärme bekommen ohne zu bitten,
helfen ohne gebeten zu werden.

Lachen, mit Mund und Augen,
Umarmung ohne Forderung,
halt' mich, versteh' mich, sieh' mich,
spür mich, liebe mich.



 

Vielen Dank an B. und M. für ihre netten Worte. (Ihr wißt schon wer gemeint ist...) ;-)

Kapitel 8: Der Morgen danach

Mmmmhhh, langsam wurde ich wach. In meinem Kopf hämmerte der Wodka von gestern Abend gegen meine Stirn. Mir war übel und ich hatte einen schalen Geschmack im Mund.
Nach und nach fiel mir alles wieder ein. Die Karaoke-Bar, Cassies Auftritt, Jennies Auftauchen, der viele Wodka und dass ich mich übergeben hatte. Ich lauschte in die Stille und hörte Cassies regelmäßigen Atem.
Gott sei Dank, sie war noch da. Lansam drehte ich meinen Kopf in ihre Richtung. Oh Mann, das Hämmern in meinem Kopf war wirklich nicht lustig.
Vorsichtig brührte ich Cassies Arm. Sie regte sich nicht. Also blieb auch ich liegen und beobachtete sie im Schlaf. Sie sah so schön aus, ihr kastanienbraunes Haar lag verwuselt um ihren Kopf. Ihre vollen Lippen waren leicht geöffnet und sie strahlte eine körperliche Wärme aus, von der ich mich von Anfang an angezogen fühlte. Ich wandte meinen Blick zur Zimmerdecke. Der Abend war nicht gut verlaufen und ich grübelte, an welcher Stelle ich den entscheidenden Fehler begangen hatte. Ich zermarterte mir das Hirn, doch mein Kopf wollte noch nicht so recht funktionieren. Also beschloß ich, ersteinmal aufzustehen und einen Kaffee zu trinken. Vorsichtig schälte ich mich aus dem Bett, dabei entrann meiner Kehle ein Stöhnen. Mein Kopf fühlte sich an wie eine überreife Tomate. Langsam, darauf achtend den Kopf nicht zu tief hängen zu lassen, schlurfte ich in die Küche. Dort machte ich mich an der Kaffeemaschine zu schaffen und schon kurz darauf gurgelte sie fröhlich vor sich hin.
Nachdenklich stützte ich mich auf die Arbeitsplatte und starrte auf den tropfenden Kaffee, ohne wirklich etwas wahr zu nehmen. Plötzlich vernahm ich ein Geräusch und ich zuckte etwas zusammen, als Cassies Arme sich von hinten um meinen Bauch schlossen.
Sie gab mir einen Kuss in den Nacken und hauchte mir ein "guten Morgen" ins Ohr. Ich wollte mich zu ihr umdrehen, doch sie drückte meinen Körper so sanft gegen das warme Holt der Arbeitsplatte, dass es mir nicht gelang, ohne grob zu werden. Also blieb ich stehen und harrte der Dinge die da kommen würden. Ich spürte ihren Atem in meinem Nacken. Meine Härchen stellten sich auf. Ich bekam eine Gänsehaut. Diese Reaktion rief sie immer bei mir hervor, wenn sie mir so nahe war. Langsam fing sie an kleine zärtliche Küsse auf meinem Nacken zu verteilen. Zwischendurch fragte sie leise: "Hast du gut geschlafen meine Süße?"
Mein Körper bebte. Ich brachte nur ein heiseres "Ja" hervor. Jetzt liess sie doch zu, dass ich  mich umdrehte. Ich sah ihre wundervoll glänzenden Augen direkt vor mir. Ihr Blick war so intensiv und dunkel, wie immer, wenn wir kurz davor waren uns zu lieben. Sie wollte mich küssen, doch ich war mit meinen Gedanken noch bei dem gestrigen Abend. Ich mußte das erst klären. Also zog ich mein Gesicht etwas von ihr weg. Sie schaute etwas erstaunt, aber, ja, ich glaube auch etwas amüsiert. "Was ist los? Alles in Ordnung mit dir?"
Ich schluckte. "Ja, nein, doch, ach verdammt." Ich löste mich aus ihrer Umarmung und stützte mich auf die Lehne des Küchenstuhls. Jetzt schaute Cassie mich doch etwas verwundert an. Sie ergriff meine Hände und streichelte mit ihrem Daumen meine Handrücken. Aber sie sagte nichts und wartete nur ab.
Ich stellte nur eine Frage: "Cassie, was war das gestern Abend?"
Sie lächelte, ja, tatsächlich lächelte sie mich mit ihrem tollen Mund an und meine Knie wurden weich. Verdammt, ich empfand doch mehr für sie als ich mir bisher eingestanden hatte.
"Was meinst du?" Jetzt war ich baff. Hatte ich Gestern geträumt? Oder habe ich wieder alles in den falschen Hals bekommen und überbewertet?
"Na ja", versuchte ich eine Erklärung. "Du warst Gestern so komisch. Nachdem wie aus der Bar raus waren. Du warst so still." Mir blieb die Luft weg, so aufgeregt war ich. Was war denn bloß mit mir los? Ich bin doch sonst nicht so unsicher. Cassie sagte nichts, sie sah mich nur an.
"Ich dachte, ich hätte etwas falsch gemacht. Weil ich bei Jenny nicht zu dir gestanden habe." Ich atmete hörbar aus.
Sie sah mich immer noch an. Es dauerte einige Sekunden bis sie antwortete, aber mir kam es wie Minuten vor.
Plötzlich fing sie an lauthals zu lachen. Das überraschte mich jetzt doch. Was hatte ich denn so witziges gesagt? Ich war etwas empört, das gebe ich zu. Ich hatte Angst, dass unsere Beziehung vielleicht einen Knacks bekommt und sie lacht. Aber sie lachte so hell und aufrichtig, nicht verspottend, dass ich tatsächlich mit einfiel. Sie nahm mich in den Arm und wir lachten beide bis uns die Tränen kamen.
Dann plötzlich nahm sie mich bei den Schultern und schob mich etwas von sich weg. Sie sah mir tief in die Augen und gab mir dann einen sehr innigen intensiven Kuß. "Beantwortet das deine Frage?"
"Na ja, etwas mehr hätte ich schon erwartet." Sie grinste mich an und ich merkte was ich da gesagt hatte. "Nein, nein", sagte ich schnell, "nicht davon, mehr Erklärung wäre schön." Ich grinste sie schief an: "Aber von dem anderen hätte ich dann auch noch gern mehr."
"Ok, du hast recht. Ich schulde dir eine Erklärung. Du hast nichts falsch gemacht. Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass ich nicht auf einem Outing bestehe. Und wenn du dich vor deinen Kollegen nicht offenbaren möchtest, verstehe ich das sehr gut. Ich kann damit leben, dass unsere Liebe nur im geheimen blüht. Tu einfach, was du für richtig hälst. Ich bin nicht sauer, sorry, dein Gesicht sah aus, als ob du den Weltuntergang erwartet hättest." Sie lachte wieder., Diesmal lachte ich nicht mit und sagte nur schmollend: "Gar nicht."
Dann nahm sie mich wieder in den Arm und fing an meinen Hals mit ihren Lippen zu liebkosen. Ich spürte ihre weichen Lippen auf meiner Haut und ich bekam wieder Gänsehaut. Ihre Zungenspitze suchte sich den Weg hinter mein Ohrläppchen, ich mußte leise aufstöhnen. Innerlich war mir ein Stein vom Herzen gefallen, aber irgendwie hatte ich noch ein komisches Gefühl. Ich konnte es im Augenblick nicht definieren, wollte es auch gar nicht, denn Cassies Zunge erreichte gerade meinen Bauchnabel. Ich stützte mich mit den Händen am Küchentisch ab und beugte meinen Oberkörper nach hinten. Ihre Zunge wanderte immer tiefer und als sie kurz davor war meinen Slip beiseite zu schieben klingelte das Telefon. Zuerst nahm ich es gar nicht wahr, doch Cassie erstarrte in der Bewegung. Ich schaute zu ihr hinunter. Sie schaute zu mir hoch. "Mach weiter" hauchte ich. Sie lächelte und wollte da weitermachen wo sie aufgehört hatte, aber jetzt konnte ich mich nicht mehr konzentrieren. Das Telefon klingelte und klingelte. "Und wenn es etwas Wichtiges ist?" Ich schaute sie an. "Nichts ist wichtiger als du". "Das ist lieb von dir, aber was ist, wenn mit deinem Dad was ist? Du weißt, deine Mum wird sofort histerisch, wenn dein Vater wieder Probleme mit dem Herzen hat."
Ich seufzte, sie hatte natürlich recht. Cassie gab mir einen letzten Kuß auf meinen Venushügel und kam dann hoch. "Ich hole es schon, du kannst dich derweil wieder sammeln," sprachs, gab mir einen Kuß auf den Mund und verschwand lächelnd Richtung Wohnzimmer.
Ich nahm mir eine Tasse Kaffee, der war mitlerweile schon längst durchgelaufen, und versuchte, meine Gedanken zu ordnen.
Da kam Cassie mit dem Hörer am Ohr in die Küche zurück. "Das ist ja toll, wann soll es denn losgehen?" Sie zwinkerte mir zu. "Es ist deine Tante Hannah." Ich wedelte mit der Hand, sie solle mir doch den Hörer geben aber sie neckte mich und tat so, als wolle sie ihn nicht abgeben. "Fliegst du denn allein?" Endlich gelang es mir, ihr den Hörer abzunehmen. Gespielt verärgert gab ich ihr einen Klaps auf den Po.
"Hallo Hannah, wie geht es dir?"
"Hallo Sandy, mein Schatz. Danke, mir geht es gut. Und wie geht es euch?" Ich konnte ihr spitzbübisches Lächeln direkt vor mir sehen.
"Oh, äh, uns geht es gut."
"Habe ich euch gestört?"
"Ach, i wo, wir waren gerade dabei zu frühstücken." Ich zwinkerte Cassie zu. Sie quittierte das mit einem gespielt empörten Gesicht.
"Ist etwas passiert?" fragte ich meine Tante und hoffte, dass es nicht so war.
"Aber nein, muss denn immer erst etwas passieren, damit ich dich anrufen darf?"
"Nein, nein, so habe ich das nicht gemeint. Aber du warst doch letztes Wochenende bei Mum und Dad, hätte ja sein können, dass da etwas vorgefallen ist."
"Nein, deine Eltern sind so knochentrocken wie immer. Sorry, Liebling, aber ich kann meine Schwester einfach nicht verstehen. Sie ist so konservativ und voller Vorurteile, manchmal denke ich, sie ist vom Milchmann und nicht von unserem Vater."
"Hannah," rief ich gespielt empört in den Hörer, ich hatte solche Sprüche schon öfter von ihr gehört. Ich wußte ja, dass sie trotz allem meine Mutter liebte. Aber sie waren manchmal wie Hund und Katz´.
"Ist doch wahr." Kurze Pause.
"Nein, der Grund warum ich Anrufe. Ich habe dir doch bei meinem letzten Besuch über Mandy erzählt."
"Ähm, ja, deine Geschichte hat mich sehr berührt."
"Genau, und auch bei mir sind viele Emotionen wieder hochgekommen, die ich schon vergessen geglaubt hatte."
Ich konnte hören, wie sie einen Schluck trank.
"Nun, ich habe lange darüber nachgedacht."
Wieder eine kurze Pause. Ich wußte nicht, welche Überraschung mir jetzt bevorstand, aber ich war schon sehr gespannt.
Cassie gestikulierte vor mir herum und wollte mir so zeigen, dass sie jetzt duschen ginge. Ich nickte nur, nahm meine Schachtel Zigaretten, die Kaffeetasse und ging auf die Dachterrasse hinaus.
"Also," hörte ich wieder Hannah's Stimme, "um es kurz zu machen: ich werde nach Frankreich fliegen. Ganauer gesagt nach Paris. Ich werde Mandy suchen."
Stille. Am anderen Ende der Leitung genauso wie bei mir. Das mußte ich jetzt ersteinmal einige Sekunden sacken lassen.
"Hallo, bist du noch da? Hat es dir die Sprache verschlagen?"
"Ja, ich bin noch da. Ich überlege gerade ob ich das gut oder schlecht finden soll."
"Warum?"
"Na ja, seit dem ist viel Zeit vergangen. Wie willst du sie finden? Und, verzeih mir, aber woher willst du wissen ob sie noch lebt? War sie nicht um einiges älter als du?"
"Also, das hätte ich jetzt gerade von dir nicht erwartet. Ich dachte du freust dich für mich."
"Natürlich freue ich mich für dich. Wahrscheinlich ärgere ich mich gerade über mich selbst, dass ich nie so mutig war."
"Ach Süße, das kommt noch irgendwann. Setz dich nicht unter Druck. Wenn der Augenblick da ist, wirst du es schon wissen, und ab da an ist es dann um einiges leichter."
"Wann fliegst du denn? Hast du jemanden der dich begleitet?"
"Ich fliege in zwei Tagen und nein, ich fliege allein."
"Ach Hannah, was versprichst du dir davon?"
"Meinen Seelenfrieden".
Darauf konnte ich erstmal nichts mehr sagen. Sie erzählte mir dann noch wie ihre Anreise verlaufen würde und dass sie ja nichts erwarten würde. Sie wolle einfach Urlaub machen und das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Und, wer weiß, vielleicht hätte sie ja Erfolg. Und wenn nicht, würde es wenigstens ein schöner Urlaub.
Ich wünschte ihr alles nur erdenklich Gute, dass sie finden möge was sie suche und rang ihr das Versprechen ab, dass sie mich auf jeden Fall auf dem Laufenden halten solle.
Ein wenig neugierig und ja, auch ein wenig aufgeregt, obwohl ich ja gar nicht selber flog, war ich dann doch.
Ich schickte ihr noch tausend Küsse durch die Leitung und legte dann auf.
Ein paar Augenblicke stand ich dann noch da und schaute auf die Silhouette der Stadt. Dann mußte ich plötzlich lächeln und ging wieder hinein.
Cassie stand noch unter der Dusche und ich beschloß ins Bad zu gehen und ihr alles zu erzählen.
Sie hörte mich hereinkommen. "Cassie, bist du das?" Ich mußte schmunzeln. "Wen hast du denn sonst erwartet?"
Sie ging nicht darauf ein. "Hast du Lust dazu zu kommen?" Mir lief ein wohliger Schauer über den Rücken.
Schnell entledigte ich mich meiner Kleider und öffnete die Tür zur Dusche. Ich schaute sie an und stieg in die Duschwanne. Sie war wunderschön. Ihr schlanker Körper glänzte feucht. Ihr lockiges Haar war auch nass kaum zu bändigen.
"Ich muß dir was erzählen, das glaubst du nicht."
Sie legte ihren Finger auf meinen Mund und flüsterte nur: "später". Und schon umschlossen ihre Lippen die meinen. Vom Inhalt des Anrufes meiner Tante habe ich ihr dann tatsächlich erst viel später erzählt.......


Kommentare, Anregungen und Grüße gern unter:

Sandy_Meier@ok.de 







Mittwoch, 9. April 2014

Weisheit der Woche

Wahre Freundschaft ist wie die Sonne.
Sie leuchtet hell und klar
und wird jeden Tag aufs Neue erwachen.
Wahre Freundschaft ist wie ein Diamant.
Man findet sie selten.
Doch solltest Du das Glück haben,
sie einmal zu besitzen,
dann lass sie nie wieder los,
denn sie ist kostbarer als alle Reichtümer dieser Erde.

Sonntag, 2. Februar 2014

Wer oder Was bin Ich?

Sonntag, 2.Februar 2014

Hallo, mein Name ist nicht Sandy, aber das haben Sie sich bestimmt schon gedacht.
Die Geschichten die ich auf meinem Blog veröffentliche sind von mir und entspringen meiner Fantasie.
Diese Seite ist schon oft angeklickt worden, doch leider weiß ich nicht ob aus echtem Interesse an meinem Geschreibsel oder nur duch "Zufall und schnell wieder weg".
Leider bekomme ich nicht einen Kommentar auf meine Geschichten und das macht mich etwas traurig.

Deshalb habe ich Heute beschlossen mal ein paar "echte" Gedanken über mich zu schreiben.

Ich bin Verkäuferin im Einzelhandel, bin knapp über 50 Jahre alt (oder jung) und niemand kennt meine Gedanken oder Gefühle zum Thema gleichgeschlechtlicher Liebe. Na ja, wenn mal in meinem Bekanntenkreis darüber gesprochen wird gebe ich mich loyal der Homosexualität gegenüber. Aber ich würde niemals zugeben auf Frauen zu stehen.

Na ja, eigentlich ist es ja auch nicht so. Oder doch? Keine Ahnung. Ich habe jedenfalls noch nie Sex mit einer Frau gehabt. Nicht mal einen Kuß. Mmh, nur so Küßchen zwischen guten Freundinnen. Allerdings kreisen all' meine erotischen Gedanken um Sex mit Frauen.
In meinem bisherigen Leben hatte ich Sex mit genau 7 Männern.
Diese Erfahrungen waren nicht sehr erfüllend. Ich dachte immer das liegt an mir.
Doch mitlerweile weiß ich, ich habe meine Wünsche nicht immer klar definiert. Immer war ich bemüht meinen Partner glücklich zu machen, leider blieb meine Erfüllung dabei meißtens auf der Strecke.
Meine Beziehungen haben auch nicht sehr lange gehalten. So zwischen 3 Wochen und 3 Jahren.
Und immer war ich froh wenn ich sie los war. Das hört sich jetzt vielleicht schlimm an, aber da mir immer etwas in diesen Beziehungen gefehlt hat ist es durchaus berechtigt.
Jetzt sagen sie vielleicht, 'warum hast du nicht mit den Männern geredet?'
Tja, versuchen sie mal mit jemandem zu reden, wenn man selbst nicht weiß was fehlt oder falsch läuft.
Jetzt, nach einigen Jahren, habe ich erkannt was ich will. Sex mit Frauen, auch gern eine Beziehung.
Obwohl ich früher immer gedacht habe, dass ich Beziehungsunfähig sei. Aber mir fehlten nur die richtigen Partner oder Partnerinnen.

Doch zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich nicht zu meinen Gefühlen stehe.
Bei der Arbeit, in meinem Bekanntenkreis und auch gegenüber meiner Familie spiele ich die taffe Frau, die auf Männer steht und eine harte raue Schale hat.
Niemand sieht oder möchte sehen, dass auch ich eine Frau bin die sich mal richtig fallen lassen möchte, sich an eine starke Schulter lehnen möchte und nicht immer die Initiative ergreifen will.
Aber da ich nicht den Mut habe zu meinen Gefühlen zu stehen und auch nicht die geringste Ahnung habe wie ich eine Frau finde die mich so nimmt wie ich bin, werde ich wohl weiterhin die starke Frau mimen und für mich, ganz im geheimen, der Sehnsucht nach Zärtlichkeiten mit Frauen hingeben.

Ich würde mich freuen wenn Sie Lust hätten mit mir über mein Geschriebenes zu diskutieren.
Bitte kontaktieren Sie mich unter meiner eMail-Adresse:

Sandy_Meier@OK.de

Ich freue mich über jeden Kommentar, jede Anregung oder einfach nur über ein Hallo.

xoxo

Sonntag, 13. Oktober 2013

Kapitel 7: Maskerade

Ich sitze in meinem Bett. Du liegst halb bekleidet neben mir. Ich kann deine Enttäuschung fast körperlich spüren. Und ich empfinde Angst. Angst dich zu verlieren. Ich habe heute Nacht einen Fehler gemacht. Es tut mir alles so leid, doch ich kann es nicht ungeschehen machen.
Ich sehe dich an und wünsche mir, ich wäre stärker. Stark genug um mich meiner Liebe zu dir zu bekennen. Zu dem, was ich bin und was ich sein möchte.

Doch alles der Reihe nach. Es fing damit an, daß wir mit Liza und Fran in eine Karaoke-Bar gingen. Das ist ganz und gar nicht mein Fall. Leuten zuzusehen, die sich zum Affen machen. Möchtegern Sängern zuhören, so etwas war wirklich nicht mein Ding. Ich hatte dann immer das Gefühl des "Fremdschämens".
Aber Cassie stand auf diese Sache und so ging ich mit. Ein dummer Fehler, wie sich bald herausstellen sollte.
Es war eine Karaoke Bar in Downtown Manhatten für überwiegend schwul/lesbisches Publikum.
Wir bekamen einen Tisch nahe der Bühne, an dem schon zwei sehr nette und gutaussehende schwule Männer saßen. Und wie sich herausstellte, hatte Patrick die gleiche Einstellung zu Karaoke wie ich. Von da an versprach der Abend dann doch nicht so schlimm zu werden, da ich mit Patrick fröhlich drauflos lästern konnte. Cassie sah mich amüsiert an und legte ihren Arm um meine Stuhllehne. "Na mein Schatz, da hast du ja einen Gleichgesinnten gefunden." Ich sah sie lächelnd an, gab ihr einen Kuß auf die Wange und bestellte mir bei der attraktiven Kellnerin einen Cocktail.
Wider erwarten hatte ich doch viel Spaß. Bis Cassie mich anschaute und meinte: "Gleich bin ich dran."
"Dran? Womit?" Man, war ich begriffsstutzig.
"Mit singen."
Schlagartig wurde ich ernst. Ich starrte sie an und brachte keinen Ton heraus. "Das ist jetzt nicht dein Ernst?"
Cassie lachte ihr kehliges Lachen und schaute mir direkt in die Augen. "Oh doch, und das Lied ist nur für dich." Sprach es, lachte, gab mir einen Kuß auf den Mund und stand auf.
Ich hielt sie am Arm fest. "Cassie, bitte, das mußt du nicht tun."
Sie lächelte mich an, entzog mir sanft ihren Arm und ging in Richtung Bühne davon.
Mir wurde gleichzeitig heiß und kalt. Meine innere Stimme wollte mich beruhigen: 'Was stellst du dich so an. Das ist doch total süß von ihr. Das hat noch keine Frau für dich gemacht.'
Mir wurde schlecht. Ich stand auf und ging zur Theke. Dort bestellte ich mir einen doppelten Wodka. Kaum hatte die Barkeeperin ihn vor mir plaziert hatte ich ihn auch schon gekippt. Ich bestellte sofort einen zweiten.
Auf der Bühne machte der Moderator gerade seine Ansage: " Und nun für euch......Cassie!" Jubel, Applaus und mir wurde noch schlechter. Ich mußte so elend ausgesehen haben, das sogar die Barkeeperin besorgt fragte: "Alles in Ordnung, Schätzchen?"
Ich nickte nur. Von der Bühne: "Sie singt: The Best, von Tina Turner. Und wie sie mir gesagt hat (dramatische Pause).... für einen ganz besonderen Menschen." Wieder Gegröle, Jubel, Pfeifen und Applaus.
Als die ersten Töne zu dem Lied erklangen drehte ich mich langsam um. Ich lehnte mich mit dem Rücken gegen den Tresen weil ich Angst hatte umzufallen. Doch als Cassie den Mund öffnete und sang blieb mir dieser offen stehen. Ich hatte ja gar keine Ahnung das sie so eine tolle Singstimme hatte.
"Ist das nicht dein Mädchen da oben?" Das kam von der Barkeeperin hinter mir. Ich konnte nichts sagen und nickte nur schwach. Eigentlich hätte ich geschmeichelt sein können und doch war es mir peinlich.
Aus den Augenwinkeln konnte ich meine Freunde an unserem Tisch winken sehen. Ich tat so, als würde ich es nicht sehen.
Unfähig mich zu bewegen buffte mich plötzlich jemand von der Seite an. "Hi, was machst du denn hier?"
Ich drehte meinen Kopf nach rechts und sah in das Gesicht meiner Arbeitskollegin Jenny.
Innerlich stöhnte ich auf, nicht das auch noch. "Äh, hi, das könnte ich dich auch fragen", stotterte ich.
"Oh, meine Jogagruppe macht einen Mädelsabend. Und irgendwie sind wir hier gelandet. Ich war immer schon neugierig, wie es in diesen Kreisen abgeht."
"In diesen Kreisen?" Ich bestellte noch einen doppelten Wodka.
Sie beugte sich verschwörerisch zu mir rüber: "Na du weißt schon, Lesben eben." Sie kicherte.
Ich brauchte noch einen Doppelten.
Cory die Barfrau schaute mich schon mitleidig an. "Ach, so, hab ich gar nicht bemerkt."
Jenny stupste mich an. "He, wohl zu viel getrunken, was? Das sieht man doch auf den ersten Blick." Wieder dieses schrille Kichern. Wiederlich. Ich kippte meinen fünften doppelten Wodka.
"Wenn du es sagst." Meine Zunge wurde schon langsam schwer.
"Du bist doch nicht etwa allein hier?"
"Nein, ich bin mit Freunden da." Ich deutete wage in die Richtung unseres Tisches.
Plötzlich stand Cassie neben mir. "Na, wie hat es dir gefallen?"
Ich konnte nichts sagen und lächelte sie nur dümmlich an. Jenny schaute erst zu mir, dann zu Cassie.
Da ich keinerlei Anstalten machte sie vorzustellen preschte sie einfach selber vor, wie es ja nun mal so ihre Art war. Mit einem fröhlichen: "Hi, ich bin Jenny. Du hast toll gesungen" streckte sie Cassie Ihre Hand hin.
"Ach, ähm, sorry, Jenny, das ist Cassie, Cassie, das ist Jenny, eine Arbeitskollegin." Mir wurde schon wieder schlecht. Aber Jenny schien davon nichts zu bemerken. "Hi Cassie, wie gesagt, tolle Leistung."
"Danke, schön das es dir gefallen hat." Sie schaute mich an. Ich schaute zu Boden und wagte nicht mich zu bewegen. Ausgerechnet Jenny mußte mir hier über den Weg laufen. Die größte Tratschtante in unserem Büro. Ich hoffte inständig, daß sie nichts bemerken und das Cassie die Situation erfassen würde.
"Seid ihr zusammen hier?" Da war sie, die Frage die ich befürchtet hatte.
Cassie wollte ihr antworten doch ich kam ihr zuvor. "Tja, mehr oder weniger. Wir haben uns zufällig draußen getroffen. Cassie ist eine Freundin. Eigentlich mache ich mir nichts aus solchen Kneipen. Aber da ich gerade nichts anderes vor hatte....."
Mein Gott, was stotterte ich mir da für einen Unsinn zurecht. 
Ich lachte zu laut und zu unsicher. Cassie sah mich an, ich konnte den Schmerz in ihren Augen sehen, aber sie lächelte tapfer und spielte die Maskerade mit.
"Ja, wir haben Sandy draußen getroffen und sie überredet mit uns hinein zu gehen."
Sie schaute mich an. "So, seid mir nicht böse, aber ich werde mal zu meinen Freunden an den Tisch zurück gehen. Es war schön dich kennengelernt zu haben." Sie nickte Jenny zu und ging von dannen.
Ich schaute ihr nach und es zerriß mir das Herz, daß ich nicht zu ihr gestanden habe. Aber vor Jenny ging das auf gar keinen Fall. Und überhaupt, Cassie war doch immer damit einverstanden, das wir vor meinen Arbeitskollegen und Bekannten nur gute Freundinnen waren. Irgendwie war ihre Reaktion doch ein wenig übertrieben.
Ich wandte mich Jenny zu. "Ich dachte du treibst dich lieber da rum, wo es viele willige Männer gibt?"
Jenny lachte. "Ja, das schon, aber ich wollte kein Spielverderber sein und bin mit den Mädels mitgegangen."
Sie schaute sich um. "Ist ja auch ganz witzig hier."
"Witzig?" Blöde Kuh.
"Ja, und deine Freundin, man, wenn ich auf Frauen ständ, würde ich es glatt bei ihr versuchen."
Ich mußte husten. Ach du liebe Zeit. Wie gern ich ihr jetzt eine geklatscht hätte. Aber ich durfte mir nichts anmerken lassen. "Na dann, versuch doch einfach dein Glück." Wieso sagst du das?
Versonnen schaute sie zu Cassie hinüber. "Ja, vielleicht veruche ich es tatsächlich einmal. Ich stehe zwar nicht auf Frauen, aber man soll ja alles mal ausprobieren." Sie kicherte wieder. Der Abend war wohl schon sehr feucht für sie und ihre Freundinnen gewesen.
Plötzlich schaute sie mich an. "Du hast doch nichts dagegen, oder?"
Ich erstarrte. "Ich? Nein! Wieso? Sie ist eine gute Freundin, nicht mehr." Ich spürte, wie mir die Röte ins Gesicht stieg. Gut, daß es hier so schummrig war.
"Na, dann gehe ich mal zu deinen Freunden hinüber."
"Und was ist mit deinen Freundinnen?" beeilte ich mich zu sagen.
"Och, die kommen schon ganz gut allein zurecht." sprach es und ging.

Und wenn ich gedacht hatte, es könnte nicht schlimmer kommen, so hatte ich mich geirrt.
Ich traute mich nicht an unseren Tisch zurück, aus Angst, es könnte sich jemand verplappern. Jenny hatte es sich neben Cassie bequem gemacht und unterhielt sich schon seid einer halben Stunde angeregt mit ihr.
Das Singen hatte aufgehört und die Tanzfläche war mitlerweile eröffnet worden. Ich stand immer noch mit dem Rücken zum Tresen und hatte meinen ich weiß nicht wievielten Wodka in der Hand.
Einige Frauen hatten mich auch schon angeflirtet, doch ich hatte sie alle höflich abgewiesen. Ich starrte die ganz Zeit zu den beiden hinüber und ertrank in Selbstmitleid.
"Weißt du eigentlich was du da tust?" Die Stimme der Barfrau holte mich aus meinen trüben Gedanken. Ich drehte mich zu ihr um. "Was meinst du?"
Sie deutete mit dem Kopf in Cassies Richtung. "Da solltest eigentlich du sitzen."
Ich grummelte nur vor mich hin und bestellte mir noch einen doppelten Wodka.
Cory sah mich mitleidig an und meinte nur: "Ich denke, ein Kaffee wäre jetzt besser." Ohne meine Antwort abzuwarten ging sie und stellte kurz darauf eine Tasse dampfenden Kaffee vor mich auf die Theke.
Ich schaute sie nur an, nahm kommentarlos das heiße Getränk in beide Hände und nippte daran.
Der Kaffee tat gut. Ich bestellte mir noch ein Wasser dazu, welches ich in einem Zug austrank. Dann endlich fühlte ich mich bereit an unseren Tisch zurückzugehen. Ich drehte mich um und erstarrte in der Bewegung.
Da ich immer noch nicht ganz nüchtern war brauchte ich einen Moment um das, was ich sah, zu verarbeiten.
Cassie und Jenny eng umschlungen auf der Tanzfläche. Ich hatte immer gedacht, da ich meine Gefühle sehr gut im Griff hatte, dass ich nie Eifersucht empfinden würde. Aber nun wurde ich eines besseren belehrt. Mein Magen krampfte sich zusammen. Tränen schossen mir in die Augen, ich konnte kaum noch etwas durch den Schleier erkennen. Aber ich riss mich zusammen. Ganz die kontrollierte Person, die ich immer war. Nein, ich würde nicht weinen. Ist ja auch albern. Sie tanzen doch nur zusammen.
Was ist bloß mit dir los? Du bist doch sonst nicht so zart besaitet. Reiß dich zusammen Sandy!
Ich starrte die beiden unverhohlen an. Es sah so aus, als ob sich die beiden wirklich prächtig verständen.
Ich blieb wie angewachsen am Tresen stehen und hielt mich am Kaffee fest. Langsam drehten sie sich zur Musik und Cassies Blick fiel auf mich. Ihr Gesicht zeigte keine Regung. Sie sah mir fest in die Augen und zog Jenny noch etwas näher zu sich, falls das überhaupt noch möglich war.
Ich brauchte eine Zigarette. Mit unsicheren weitausholenden Schritten ging ich vor die Tür. Ich steckte mir eine Zigarette zwischen die Lippen und suchte mit zitternden Fingern nach meinem Feuerzeug. Wo steckte das verdammte Ding bloß? Ich suchte in all meinen Taschen, aber wurde nicht fündig.
Da stand plötzlich Cassie neben mir und hielt mir mein Feuerzeug vor die Nase. "Suchst du vielleicht das hier?" Ich nickte nur und sie gab mir Feuer. Ich saugte an der Zigarette als ob mein Leben davon abhinge.
Cassie sah mich direkt an. Ich konnte ihren Blick nicht erwidern.
Schweigend standen wir nebeneinander, Cassie auf die Straße starrend, ich rauchend und auf die Straße starrend.
Irgendwann konnte ich diese Stille nicht mehr ertragen und fragte, den Blick nach vorn: "Möchtest du wieder reingehen?"
Ich spürte wie Cassie mich von der Seite ansah. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis sie schließlich sagte:"Nein, ich würde gern nach Hause fahren." Ich nickte nur, ließ den Rest der Zigarette auf den Boden fallen, trat sie aus und wandte mich an Cassie.
"Kommst du mit zu mir?" Sie sah mich ein paar Sekunden an. Ich konne es regelrecht in ihr arbeiten sehen.
"Ja", war ihre knappe Antwort. "Ich hole nur noch meine Jacke, du kannst ja schon mal nach einem Taxi Ausschau halten."
Cassie sah mich an, "nein, ich gehe noch mal kurz rein und hole unsere Jacken. Ich möchte ja nicht, daß du deiner Arbeitskollegin in die Arme läufst. Nachher mußt du dir noch mehr Ausreden einfallen lassen."
Ich wollte etwas erwidern doch sie hatte sich schon umgedreht und war im Eingang zur Kneipe verschwunden.
Da stand ich nun auf der Straße, fühlte mich gräßlich, hätte am liebsten geheult. Doch ich riss mich zusammen. In solchen Situationen bin ich doch schon öfter geraten und es würde ganz bestimmt nicht die letzte sein. Aber irgendwie hatte ich diese Geheimnistuerei auch satt. Oder lag das am Wodka? Keine Ahnung, ich fühlte mich plötzlich so müde. Am liebsten hätte ich mich gleich hier auf den Gehweg gelegt und geschlafen.
Da stand Cassie wieder neben mir. Sie nahm wortlos meinen Arm und schob mich in Richtung eines Taxis. Ist schon eine Seltenheit mitten in der Nacht ein Taxi in New York zu bekommen. Aber mit Cassie hatte ich schon oft dieses Glück gehabt. Irgendwie hatte sie ein Händchen dafür.
Wir stiegen ein, Cassie sagte dem Fahrer meine Adresse und wir fuhren schweigend, nebeneinandersitzend zu mir nach Hause.
Noch heute Morgen hätten wir die Finger nicht voneinader lassen können. Selbst im Taxi hätten wir rumgeknutscht. Aber irgendwie stand eine Wand zwischen uns. Ich hätte schon wieder heulen können.
Es war wohl doch ein doppelter Wodka zu viel.
Nach einer gefühlsmäßig endlosen Fahrt waren wir am Ziel. Da ich ganz schön angeschickert war, bezahlte Cassie das Taxi, stieg aus und ging um den Wagen herum um mir rauszuhelfen.
Ich stolperte mehr als das ich ausstieg und fiel natürlich prompt in ihre Arme. Einen Moment klammerte ich mich wie eine Ertrinkende an sie und genoß die Nähe, die uns im Taxi gänzlich gefehlt hatte.
Cassie schlug die Tür zu und zog mich zum Hauseingang.
"Wo hast du den Schlüssel?" fragte sie mich und sah mir in die Augen. Ich kramte in meinen Taschen und fand ihn schließlich in meiner linken Gesäßtasche. Ich überließ ihn Cassie und schaute zu wie sie die Tür aufschloß. Dann wankte ich durch die Tür und versuchte einigermaßen heil die Treppe hinauf zu kommen.
Cassie ging hinter mir und paßte auf, daß ich auch heil oben ankam. Mir schossen Bilder durch den Kopf. Bilder auf denen Cassie und ich eng umschlungen, fummelnd, kaum die Treppe rauf kamen. Kichernd, küssend und lachend. Mir wurde plötzlich übel. Endlich waren wir oben angelangt. Cassie schloß die Tür zu meinem Loft auf und wir gingen hinein. Ich hielt mich am Kleiderständer fest, damit ich nicht umfiel.
Cassie sah mich an. "Alles ok mit dir?" Ich nickte bloß. Zu mehr war ich nicht in der Lage. Ich hatte Angst, wenn ich den Mund öffne muß ich mich sofort übergeben.
"Gut, dann laß uns ins Bett gehen. Es ist schon spät."
Ich trottete hinter Cassie her ins Schlafzimmer, zog mich aus, legte mich aufs Bett und war in Sekunden eingeschlafen, obwohl ich das Gefühl hatte, daß sich die Welt um mich dreht.
Mitten in der Nacht wurde ich wieder wach, ich mußte mich übergeben. Ich rannte so schnell ich konnte auf die Toilette und würgte mir die Seele aus dem Leib. Und noch während ich mich übergab, schwörte ich mir, nie wieder Wodka oder andere alkoholische Getränke in dem Maße zu trinken.
Nachdem ich mit der Bauchübung fertig war, blieb ich neben dem Klo sitzen. Es ging mir etwas besser. Schlecht war mir immer noch, aber nicht mehr so kotzübel. Ich atmete ein paarmal tief durch. Langsam verschwand die restliche Übelkeit. Ich schaute auf und sah Cassie in der Tür stehen.
"Alles ok?" Ihr Blick war besorgt. Ich versuchte zu lächeln. "Ja, hab mir nur gerade alles nochmal durch den Kopf gehen lassen." Schiefes Lächeln.
Cassie kam zu mir, packte mich unter den Armen und führte mich ins Schlafzimmer zurück.
"Cassie, was ist eigentlich heute Abend passiert?"
"Was meinst du?"
"Na ja, in der Kneipe. Du und Jenny...." Ich schaute auf die Bettdecke und spielte mit einem Zipfel.
"Sandy, laß uns schlafen, ich möchte jetzt nicht darüber reden."
"Aber,....."
"Bitte Sandy, es ist jetzt nicht die Zeit das auszudiskutieren. Laß uns später darüber reden."
Jetzt sahen wir uns an und ich konnte in ihrem Blick Zärtlichkeit aber auch Traurigkeit sehen.
"Ok, dann laß uns später darüber reden. Es tut mir so leid, Cassie."
"Wie gesagt, laß uns später reden." Sie lächelte mich verhalten an und legte sich hin. Sie drehte mir den Rücken zu und das zerriß mir fast das Herz.
Und nun sitze ich hier seid Stunden, schaue dich an, kann nicht schlafen und grüble über meine, unsere Situation nach.
Habe ich einen Fehler gemacht? Warum hat Cassie dieses Mal so stark reagiert? So sehr ich auch grübele, ich komme zu keinem Ergebnis. Wir müssen unbedingt miteinander reden.
Ich schaue dich an, deine Atemzüge sind ruhig und regelmäßig. Du schläfst. Bei mir ist nicht an Schlaf zu denken, obwohl mir der Wodka noch immer in den Knochen sitzt und vor allem im Kopf.
Ich brühre ganz sanft deine Schulter und sage, fast zu mir selbst: "Ich liebe dich doch....."