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Freitag, 25. Januar 2013

Kapitel 4: Tante Hannah's Besuch oder: Ein Geheimnis wird gelüftet


Cassie und ich waren seid etwa 6 Wochen ein Paar, als meine Tante Hannah ihren Besuch ankündigte. Ich freute mich sehr, da ich sie seid über einem Jahr nicht mehr gesehen hatte.
Hannah war die jüngere Schwester meiner Mutter und für mich so etwas wie eine beste Freundin.
Mit ihr konnte ich über alles reden, wir telefonierten viel zusammen und obwohl sie in diesem Jahr ihren fünfzigsten Geburtstag gefeiert hat, ist sie jugendlicher als manche Leute in meinem Alter.
Sie hat Humor, ist klug und weiß immer das Richtige zu sagen. Nur über mein lesbisch sein wusste sie nichts. Das habe ich immer vor der ganzen Familie geheim gehalten. Ich hielt es für besser.
Meine Mutter würde einen Herzinfarkt bekommen, wenn sie es erführe. Bei Hannah war ich nicht sicher, irgendwie konnte ich mir schon vorstellen, dass sie es verstehen würde, aber ich wollte nichts riskieren.

Nun stand ich also in der Grand Central Station am Bahnsteig und wartete auf den Zug aus Atlanta. Ich war ein wenig aufgeregt, sie wollte eine Woche bleiben und ich hatte einiges für uns geplant. Ich hoffte, dass es ihr noch immer gut ging aber als der Zug einfuhr und die Türen sich öffneten sah ich sofort, dass meine Sorgen völlig unbegründet waren. Meine Tante Hannah stieg auf den Bahnsteig, wie immer modisch gekleidet und hatte einen jungen sportlichen Mann im Schlepptau. Ich musste schmunzeln. Ja, so kannte ich Hannah. Ein paar Stunden Zugfahrt und schon hatte sie die Bekanntschaft eines netten jungen Mannes gemacht. Er schien etwas jünger als ich zu sein und schleppte sich mit ihren Koffern ab. Sie selbst trug nur ihre Handtasche und kam strahlend auf mich zu. Ich lief ihr entgegen und nahm sie in die Arme.
„Hallo meine Kleine“, sagte sie lächelnd und drückte mich fest an sich. „Hallo Hannah, hattest du eine gute Reise?“.
Sie schob mich etwas von sich und sah mich an. „Gut siehst du aus, es ist schön dich zu sehen.“
Dann viel ihr ein, dass der junge Mann noch immer hinter ihr stand. Sie drehte sich um und deutete auf ihn: „darf ich dir Justin vorstellen, er ist Biologiestudent im vierten Semester und besucht seine Eltern in New York.“
Justin lächelte mich an und sagte: „Hi, schön dich kennenzulernen.“ Er machte Anstalten, mir die Hand zu geben, doch da kamen die Koffer ins Rutschen und er lächelte mich nur entschuldigend an.
„Hallo Justin, nett von dir, dass du meiner Tante geholfen hast.“
„Tante? Ich dachte, sie ist deine große Schwester“, sagte er und lächelte spitzbübisch.
„Ist er nicht ein Schatz?“ Hannah stupste ihn am Arm und zwinkerte mir zu.
Ich musste lachen, meine Tante, wie eh und je.
Justin half uns dann noch die Koffer auf einen Gepäckwagen zu laden und verabschiedete sich dann von uns.
Auf dem Weg in meine Wohnung erzählte ich Hannah was ich alles für diese Woche geplant hatte.

Am nächsten Tag stellte ich ihr Cassie vor. Ich war ein wenig aufgeregt und hatte auch ein schlechtes Gewissen, da ich Cassie nur als meine Freundin vorstellen konnte. Dabei hätte ich sie viel lieber als meine Partnerin vorgestellt. Aber das war ja nun mal nicht möglich. Cassie hatte mir versichert, dass es ihr nichts ausmachen würde. Hauptsache sie sei in meiner Nähe, alles andere wäre unwichtig. Ich war ihr so dankbar dafür, aber warum hatte ich dann ein schlechtes Gewissen?
Cassie und Hannah verstanden sich sofort. Sie unterhielten sich wie alte Freundinnen und wir hatten viel Spaß während wir auf das Empire State Building fuhren oder die Geschäfte auf der 5th Avenue unsicher machten. Wir lachten und scherzten und manchmal, wenn niemand hinsah, berührten Cassie und ich uns heimlich. Ganz sacht und unverfänglich, unsere Blicke trafen sich und wir verstanden.
Hannah hatte viel Spaß. „Ach ihr Süßen, so viel gelacht habe ich schon lange nicht mehr.“
Die Woche verging wie im Fluge, wir besuchten eine Broadway Show, tanzten in Night Clubs bis zum Morgen, zeigten Hannah unsere Lieblingsplätze in New York und relaxten am Samstag im Central Park.
Am Samstagabend gab ich dann ein Abschiedsessen für Hannah mit all meinen Freunden und Cassie.
Hannah wusste, dass eine Freundin von mir, Sophie, lesbisch war. Sie brachte ihre neueste Eroberung Jessy mit. Auch wusste sie, dass mein Bekannter Philip schwul war. Auch er kam mit seinem langjährigen Partner George. Hannah hatte keinerlei Berührungsängste. Sie unterhielt sich mit all meinen Freunden völlig offen und über alles. Sie kannte sich bei den neuesten Filmen aus, diskutierte über die Kunstszene in New York und ereiferte sich darüber, dass homosexuelle Menschen noch immer geächtet werden.
Ich war so stolz auf meine Tante. Sie war so ganz anders als meine Mutter. Die hätte sich pikiert zurückgezogen und mir den Umgang verboten. Auch wenn ich schon über dreißig Jahre alt war, meinte sie immer noch, mir sagen zu müssen was ich tun und lassen sollte.
Aber Hannah war da viel offener und freier. Sie war tolerant und experimentierfreudig. Sie war die beste Freundin die ich hatte.

Es war ein toller Abend, wir hatten viel Spaß, führten unterhaltsame Gespräche und die Zeit verging wie im Flug. Gegen ein Uhr gingen die letzten Gäste. Cassie war die letzte die ging und ich brachte sie zur Tür.
Sie nahm meine Hand, ich schaute mich um, ob meine Tante uns auch nicht sehen konnte.
„Es war ein toller Abend Sandy. Deine Tante ist eine tolle Frau. Gib ihr nochmal einen Kuss von mir.“
„Ja, Süße, das mache ich. Danke, dass du da warst. Es war eine tolle Woche“ und etwas leiser flüsterte ich ihr zu: „sehen wir uns morgen Abend?“
Sie nickte nur, hauchte mir einen Kuss auf die Lippen und verschwand.
Ich ging wieder zurück in die Küche, wo meine Tante sich schon ordentlich zu schaffen machte.
Sie belud die Spülmaschine und ohne aufzublicken sagte sie: „eine nette junge Frau, diese Cassie.“
„Ja, das ist sie.“
„Und hübsch ist sie auch.“
Ich antwortete nur mit einem: „mmmmmhhh“.
Sie schaute auf und sah mich an. „Und wie lange seid ihr schon zusammen?“
Ich erstarrte, versuchte aber, mir nichts anmerken zu lassen.
„Du meinst, seid wann wir uns kennen?“ Ich konnte sie nicht anschauen und beschäftigte mich mit den schmutzigen Gläsern.
„Nein, ich meinte: Wie lange seid ihr schon ein Paar?“
Ich sah Hannah an und merkte zu meinem Ärger, dass ich rot wurde.
„Ähm, ein Paar? Wie kommst du denn darauf?“ Ich lachte zu laut, zu laut für meinen Geschmack. „Wir sind befreundet, seid etwa sechs Wochen.“
Hannah kam jetzt auf mich zu, sie stand direkt vor mir. Sie nahm mich bei den Armen und zwang mich, ihr in die Augen zu schauen.
„Kleines, ich habe Augen im Kopf und weiß wie jemand schaut, der verliebt ist. Und Cassie ist definitiv verliebt. Du brauchst mir nichts vorzumachen, nicht deiner alten Tante.“ Sagte sie und zwinkerte mir zu.
Ich schaute auf den Boden. "Ach, Hannah, du bist doch nicht alt."
Hannah legte ihren Finger unter mein Kinn und zwang mich ihr in die Augen zu schauen.
"Sandra Valentine Webster, ich sehe es dir immer an, wenn du versuchst mir etwas zu verheimlichen."
Ich öffnete den Mund, schloss ihn dann aber wieder. Es hatte keinen Zweck, es stimmte. Hannah hatte mich immer durchschaut. Sie kannte mich besser als jeder andere Mensch.
Ich seufzte, entwand mich ihrem Griff und setzte mich auf einen Stuhl. Hannah ließ sich mir gegenüber nieder.
"Ach Hannah, du hast ja recht."
Sie sagte nichts, sah mich nur an.
Ich schluckte und spielte mit dem Trockentuch vor mir auf dem Tisch.
"Was sagst du dazu?"
Sie nahm meine Hände in ihre. "Meine Kleine, was soll ich dazu sagen? Warum hast du sie mir als eine Freundin vorgestellt?"
"Ich hatte Angst, dass du es nicht verstehen könntest."
"Habe ich dir jemals das Gefühl gegeben, dass ich kein Verständnis für dich habe? Irgendwann?"
"Nein," sagte ich kleinlaut und schaute sie von unten her an. Sie erwiederte meinen Blick.
"Komm Kleines, erzähl es mir. Was ist los mit euch beiden?"
"Nun, was soll ich sagen, wir sind ineinander verknallt." Ich schluckte und mußte unsicher lachen. "Hättest du jemals gedacht, dass ich auf Frauen stehe?"
"Nun, gedacht vielleicht nicht, aber ich bin nicht geschockt, wenn du das meinst."
"Hannah, du weißt, dass ich meine Gefühle nicht gut zeigen kann. Bei Cassie fühle ich seid langem wieder etwas. Sie macht mich glücklich, wir lachen viel zusammen und führen sehr lange und interessante Gespräche."
"Und der Sex? Wie ist der?"
"Hannah!!"
"Was?! Das gehört nun mal dazu. Ist doch nichts Schlimmes."
Ich stand auf und lief in der Küche auf und ab. Dann sah ich sie an und lächelte. "Der Sex ist gigantisch."
Wir beide mußten lachen.
"Na, dann ist doch alles super. Warum versteckst du dich dann?"
"Ach Hannah, das ist alles nicht so einfach. Du weißt wie die Leute über homosexuelle reden."
"Aber Kind, wir leben im 21. Jahrhundert. Du solltest aufgeschlossener sein. Ich dachte ihr Werbefutzis seid für alles offen."
Ich schaute sie überrascht an. "Du weißt doch gar nicht, worum es geht. Ich habe einfach keine Lust auf diese Sticheleien, die blöden Bemerkungen und all das. Außerdem lasse ich niemanden gern so tief in mein Leben blicken, das weißt du doch."
"Da solltest du aber drüber stehen. Was sagt denn Cassie dazu, dass eure Liebe nur im Verborgenen blüht?"
"Sie akzeptiert es." Ich schenkte mir ein Glas Wein ein und deutete Hannah mit einer Handbewegung an auch ihr nachzuschütten. Sie nickte.
Wir gingen hinüber ins Wohnzimmer und setzten uns auf die Couch. Hannah trank einen Schluck Wein, stellte das Glas auf den Tisch und schaute mich an.
"Sandy, du wirst dich früher oder später zu eurer Liebe bekennen müssen. Cassie wird nicht ewig warten. Liebst du sie denn?"
"Ich weiß es nicht. Ich bin hin und her gerissen. Einerseits möchte ich jede freie Minute mit ihr verbringen, andererseits habe ich Angst davor enttäuscht zu werden."
"Mein Gott Kleines, du machst es dir wirklich schwer. Das ist die Erziehung meiner verklemmten Schwester. Du hattest immer Schwierigkeiten dich zu öffnen oder Vertrauen aufzubauen. Sandy, du solltest ehrlich zu dir und auch zu Cassie sein, sonst ist es vorbei bevor es überhaupt richtig angefangen hat."
Langsam wurde mir das Gespräch unangenehm und ich rutschte auf dem Sofa herum.
"Tante Hannah, du weißt doch gar nicht wovon du sprichst." Ich war etwas angesäuert. Das Gespräch lief in eine Richtung, die mir gar nicht behagte.
Hannah lachte. "Tante Hannah sagst du nur, wenn dir etwas nicht paßt. Aber ich kann dir versichern, ich weiß wovon ich spreche."
Ich sah sie an. "Warst du auch schon einmal in jemanden verliebt und konntest es nicht öffentlich zeigen? Das glaube ich kaum."
"Oh Kleine, du hast ja keine Ahnung."
Ich sah sie überrascht an. Meine Tante Hannah und eine verbotene Liebe? Das konnte ich mir gar nicht vorstellen. "Wer war er? Erzähl!"
Sie sah mich schelmisch an. Aufreizend langsam nahm sie ihr Weinglas und trank einen Schluck. Dann schaute sie mich lächelnd an: "Du meinst, wer war SIE?"
Jetzt war ich endgültig verdutzt. Mir fehlten die Worte. Ich starrte sie an, aber sie lachte nur.
"Ja, da schaust du. Ich weiß genau wovon ich rede."
"Äh, Hannah, äh, hast du dich gerade geoutet?" stotterte ich .
"Ja, so nennt man das wohl Heute. Ich habe einmal meine große Liebe verloren, weil ich genau wie du jetzt nicht dazu stehen wollte."
Ich setzte mich aufrecht hin und bat sie mir alles zu erzählen. Wer sie war, wann es war und was geschehen ist.
Und sie begann mir die Geschichte ihrer großen ersten Liebe zu erzählen, über verstecken, verleumden, Tränen, aber auch einer ehrlichen, tief empfundenen Liebe. Ich hörte ihr zu und schwankte zwischen weinen und lachen. Ihre Geschichte hatte kein Happy End aber sie brachte mich zum nachdenken.





















Sonntag, 6. Januar 2013

Kapitel 3: Das dritte Date oder ist das Liebe?





Das dritte Date oder ist das Liebe?

Ich sitze auf der Fensterbank in meinem Schlafzimmer. Es regnet. Verträumt schaue ich den Regentropfen zu, wie sie am Fenster herablaufen. Der Regen hat etwas beruhigendes.
 Heute war unser drittes Date. Das Date dem man nachsagt, dass man Sex hat.
Ich schaue zu dir hinüber, du liegst in meinem Bett und schläfst. Ich schaue dich an und muss lächeln.
Der Duft von Sex liegt noch in der Luft. Ich kann die Berührung deiner Hände auf meiner Haut spüren, deine Lippen, die mich liebkosen. So zart und weich und dennoch fordernd.

Es war unser drittes Date innerhalb von zwei Wochen. Erst waren wir im Kino, dann beim Chinesen und dann noch in einem Club. Wir haben getanzt und gelacht und natürlich auch etwas getrunken.
Aber wir waren nur beschwipst. Ich habe gern alles unter Kontrolle, was Gefühle angeht.
Aber bei dir fühle ich mich sicher. Wie immer haben uns die Leute angestarrt, als wir uns geküsst haben. Aber es machte mir diesmal nichts aus. Du warst bei mir und gabst mir die Sicherheit, die mir sonst immer in der Öffentlichkeit fehlt. Nur wenige Menschen wissen, dass ich lesbisch bin, und das war bisher auch immer gut so.
Wir verließen den Club händchenhaltend. Wir lachten und scherzten und küssten uns. Dann standen wir vor einem Taxi. Wir küssten uns so innig das ich das Gefühl hatte den Boden unter den Füßen zu verlieren. Als wir voneinander ließen, schauten wir uns in die Augen. Und du sagtest zu mir: „Ich will mehr von dir“. Ganz leise, ganz zärtlich und ich nickte nur.
Wir stiegen ins Taxi und ich nannte dem Fahrer meine Adresse.
Die ganze Fahrt über hielten wir uns an den Händen. Ich wagte nicht mich zu bewegen aus Angst, das könnte alles nur ein Traum sein der plötzlich verpufft.

Ich schaue dich an, du scheinst im Schlaf zu lächeln. Im Zimmer ist es dunkel, nur das Mondlicht erhellt dein Gesicht. In mir regen sich Gefühle, die ich tief in mir vergraben hatte, aus Angst noch einmal verletzt zu werden. Ich hatte sie aus meinem Herzen gerissen, tief in mir vergraben, eingeschlossen und den Schlüssen weggeworfen.
Eine echte Beziehung im klassischen Sinne hatte ich schon lange nicht mehr. Auch ich habe mal an die Liebe geglaubt, doch nachdem ich einige Male verletzt worden bin habe ich sie aus meinem Herzen verbannt und für immer verloren geglaubt. Aber ist das Liebe was ich für dich empfinde?
Noch ist meine Angst, wieder verletzt zu werden zu groß. Aber ich sehne mich so nach dir. Ich möchte dich berühren, verführen, verwöhnen und Zeit mit dir verbringen. Das habe ich schon lange bei keiner Frau mehr gefühlt.
Ich habe mich mit Frauen verabredet, habe mit ihnen geschlafen und wenn ich merkte, dass sie mehr für mich empfanden oder sogar von Liebe sprachen habe ich mich immer zurückgezogen.
Dadurch habe ich bestimmt viele Gefühle verletzt, Menschen enttäuscht und mich nicht beliebt gemacht.
Aber es gab auch Frauen, die wirklich nur Sex wollten. Die waren mir die liebsten. Zumindest dachte ich das bis heute.  Doch immer, wenn ich von solch einem Abenteuer nach Hause kam fühlte ich eine Leere in mir, die niemand auszufüllen vermochte.
Für mich war die Liebe ein Mythos, ein Luxus für junge Menschen, für Träumer und weltfremde Leute.

Als wir bei mir ankamen schloss ich die Haustür auf und wir betraten den Flur. Du hast mich plötzlich an die Wand gedrängt und mich stürmisch geküsst. Ich erwiderte deine Zärtlichkeiten und spürte ein unbändiges Verlangen nach dir. Ich wollte mehr, ich wollte dich ganz spüren, deine nackte Haut auf meiner. Ich wollte dich in mir spüren.
Keuchend schob ich dich ein wenig von mir fort. Ich sah dir in die Augen, ich konnte dein Verlangen sehen. Deine Bernsteinfarbenen Augen funkelten im Flurlicht. Plötzlich lächeltest du, nahmst mich bei der Hand und sagtest mit rauer Stimme: „Komm mein kühler blonder Engel, lass uns nach oben gehen bevor ich ganz meine Beherrschung verliere.“
Wir stiegen in den 1. Stock, ich versuchte mit zitternden Fingern die Wohnungstür zu öffnen doch es gelang mir nicht. Schließlich fiel sogar der Schlüssel zu Boden. Du hast ihn aufgehoben und die Tür geöffnet. Eigentlich wollte ich dich noch auf ein Glas Wein einladen, doch dazu bin ich gar nicht mehr gekommen.

Das Mondlicht scheint auf deinen Körper den ich makellos finde. Du bist so wunderschön, witzig, intelligent und wahnsinnig sinnlich und zärtlich. Ich möchte mich wieder zu dir legen, mich an dich kuscheln und mir wünschen, dass diese Nacht nie enden möge.
Du lächelst im Schlaf, zumindest sieht es so aus. Was du wohl gerade träumst? Oder von wem?
Hoffentlich bin ich es. Ich fühle Eifersucht in mir hochsteigen.
„Was ist denn los mit dir?“, höre ich mich sagen. Ich schüttle den Kopf, „so kenne ich dich ja gar nicht.“ Ich schaue mein Spiegelbild im Fenster an. Dahinter prasselt noch immer der Regen gegen die Scheibe. Ich nippe an meinem Glas Wein.
Ist das Liebe?

Ich schließe die Tür, drehe mich zu dir um und du nimmst mich in die Arme. Nur einfach so, du hältst mich fest umschlungen und ich lasse mich fallen. Ich lehne mich an deine Schulter und genieße die Vertrautheit. Ich spüre wie deine Lippen meinen Hals suchen. Ganz sacht erforschen sie meinen Nacken, gleiten nach vorn zu meinem Hals und tasten sich langsam tiefer. Ich stöhne auf, meine Beine werden schwach, ich muss mich an der Wand abstützen. Ich fingere an meiner Jacke herum und werfe sie achtlos auf den Boden. Dann nestle ich an deinem Mantel herum und auch der landet achtlos auf der Erde. Jetzt nimmst du meinen Kopf in deine Hände und küsst mich. „Wo ist dein Schlafzimmer?“ fragst du mich und ich kann nur noch einen unartikulierten Laut von mir geben und dir mit der Hand die Richtung weisen.

Im Mondlicht schimmert der Wein wie Blut. Ich lasse die Nacht noch einmal in Gedanken an mir vorüberziehen. Ungezügelte Leidenschaft gepaart mit Zärtlichkeit.

Schließlich landeten wir küssend auf meinem Bett. Nach und nach fielen alle Kleidungsstücke zu Boden. Du berührtest mich an meinen intimsten Stellen und ich verlor seid langem die Kontrolle. Ich ließ mich fallen, tiefer und tiefer, bis nichts mehr existierte außer dir und mir. Die Welt draußen gab es für uns nicht mehr. Nur noch dich und mich. Dein Körper und meiner.
Ich spürte deine Leidenschaft.
Nachdem wir beide mehrmals den Höhepunkt der Lust erreicht hatten, kuschelten wir uns ganz eng zusammen unter die Decke. Ich war erschöpft, müde und, ja, verdammt, ich war glücklich. Ich musste lächeln, nur ganz leise.
Wir lagen ganz nah beieinander und dann, kurz bevor ich einschlafen wollte hauchtest du mir „ich liebe dich“ ganz leise ins Ohr.
Da war ich wieder wach. Ich ließ mir nichts anmerken. Aber ich sagte auch nichts. Ich wusste nicht ob du eine Antwort von mir erwartest. Ich konnte nicht mehr einschlafen. Dann hörte ich deine ruhigen gleichmäßigen Atemzüge und ich stand auf.

Ich sehe dich nachdenklich an. Was ist das bloß, dass ich diese drei Worte nicht sagen kann. Ich habe kein Problem damit, „ich mag dich“ oder „du bist toll“ oder „du bist sexy“ zu sagen. Aber ein „ich liebe dich“ geht einfach nicht über meine Lippen. Ich wollte es sagen, meine Lippen hatten sich schon geöffnet, aber plötzlich war da wieder meine alte Angst, enttäuscht zu werden.
Aber gleichzeitig sehne ich mich nach dir. Nicht nur nach deinen Berührungen, nein auch nach dir selbst, deinem Lachen, deiner offenen Art.
Ich fühle den Schmerz in mir, den Schmerz, den man empfindet wenn man etwas haben möchte, aber Angst davor hat wie es wird, wenn man es hat. Man begehrt etwas so sehr, dass man Angst hat es zu bekommen, weil dann alles anders sein wird.
Ist das Liebe?
Ich bin so in meine Gedanken versunken, dass ich nicht bemerke wie du aufgewacht bist. Du stehst plötzlich hinter mir und umarmst mich.
Ich erzittere vor der Gewalt meiner Gefühle, aber du deutest mein Zittern falsch.
„Ist dir kalt? Dann komm doch wieder ins Bett.“
„Nein, mir ist nicht kalt.“ Ich drehe mich zu dir um.
Du schaust mich mit deinen wundervollen Augen, in denen sich das Mondlicht spiegelt, an.
„Ist alles in Ordnung?“
Ich kuschel mich an dich. „Aber ja, mehr als in Ordnung.“
Nun stehen wir beide eng umschlungen am Fenster und schauen zum Mond hinauf. Du hauchst mir zärtlich einen Kuss in den Nacken und plötzlich macht es „BÄNG!!“ in meinem Kopf.
Es trifft mich unvorbereitet, mich, die immer ihre Gefühle unter Kontrolle hat. Die sich immer dann zurückzieht wenn es ernst wird.
Es trifft mich wie ein Blitz ins Herz. Hell und strahlend schön. Sterne die vom Himmel fallen, sie leuchten so hell für uns, heller als der Sonnenschein.
Und mein Mund öffnet sich ganz von allein: „Ich liebe dich.“
Ich spüre wie du lächelst: "Ja, die Liebe findet dich immer dann, wenn du es am wenigsten erwartest."
Der Rest der Nacht bleibt für den Leser im dunkeln......

Sonntag, 21. Oktober 2012

Kapitel 2: Welches Spiel spielst du mit mir?









Ich bin natürlich zu früh. Ich reiße die Eingangstür meines Lieblingsitalieners auf und lasse den Blick in die Runde schweifen.
Gian Marco kommt breit grinsend auf mich zu. "Ciao Bella, schön dich zu sehen."
Er nimmt mich herzlich in die Arme und schiebt mich dann auf Armeslänge von sich weg um seinen Blick von oben bis unten prüfend über mich gleiten zu lassen. "Bella, was hast du dich rausgeputzt."
Unsicher schaue ich an mir herunter. "Findest du, es ist zu viel, Gian Marco?" Ich werde rot. Mir ist voll heiß.
"Nein, Sandy, du siehst toll aus. Nur wenn du sonst dein Essen abholst bist du viel lässiger angezogen. Liegt es vielleicht an dieser hübschen Frau, mit der du letztens da warst?" Er zwinkert mir zu und lächelt sein breites Lächeln, so dass ich ihm einfach nicht böse sein. kann.
"Ach, Gian Marco, wir treffen uns Heute zum zweiten Mal. Es ist unser zweites Date innerhalb einer Woche und ich bin immer noch total aufgeregt. Ich hab richtig Lampenfieber."
Was machte ich da? So redefreudig war ich doch sonst nie. Eher verschlossen, niemand kam an mich heran. Oder besser gesagt, ich hatte eine Mauer um mich herum gebaut und tat alles, damit sie niemand einreißen konnte.
Gian Marco nahm mich bei der Hand und führte mich an meinen Tisch. "Schau her Bella, ich habe für euch den schönsten Tisch im Restaurant reserviert. Ich möchte, dass es für euch ein toller Abend wird. Mach was draus". Sagte er und zwinkerte mir zu.
Ich setzte mich. Sah auf die Uhr. Natürlich war ich viel zu früh. Ich hatte es zu Hause nicht mehr ausgehalten.
Nach unserem letzten Treffen oder sollte ich es als Date bezeichnen, na ja , jedenfalls hatten wir uns mit einem Handschlag und Küßchen auf die Wange verabschiedet.
Ich bin nun mal ein verschlossener Typ. Niemand kommt an mich heran.
Doch ich habe den Eindruck, dass du mir in dieser Hinsicht eine Menge lehren kannst. Deine Offenheit, dein Humor, deine Leichtigkeit und Unkompliziertheit.
Ich war sehr verschlossen, doch seid ich dich kenne beginne ich zu wachsen.
Du tust mir gut, doch sage mir, welches Spiel spielst du mit mir?
Du bringst mich zum reden, du bringst mich zum lachen, wenn du bei mir bist habe ich Gefühle von denen ich dachte, ich hätte sie für immer tief in meinem Inneren begraben.
Wenn ich mich dir öffne, wenn ich dir meine Gefühle offenbare, wenn ich an uns glaube, was wirst du dann tun?
Sag mir bitte, welches Spiel spielst du mit mir?
Dann geht die Tür auf und du trittst herein. Du durchschreitest den Raum und ich habe nur Augen für dich. Doch ich weiß, viele Männer und auch Frauen im Gastraum schauen dir hinterher. Du bist eine tolle Erscheinung, schlank, geschmeidig und dein Blick ruht fest auf mir. Dein Lächeln läßt den Raum erstrahlen.
Ich kann nicht glauben, dass du mich willst.
Ich habe keine Freunde, ich habe niemanden mit dem ich mich treffe, du bist mir sehr wichtig.
Ich muss es wissen: Wie ist der Name des Spieles, das du mit mir spielst?

Wir sitzen uns gegenüber. Wir sind beim Dessert. Wir unterhalten uns angeregt. Bei dir fällt es mir leicht mich zu öffnen. Wie durch Zufall berührt deine Hand die meine. Ich schaue dir in die Augen. Selbst diese scheinen zu lächeln.
Welches Spiel spielst du mit mir?
Aber welches Spiel spiele ich? Ich schaue dich an, ich möchte dich berühren, dich spüren, dich küssen und nie mehr loslassen.
Welches Spiel sollen wir spielen?

Sonntag, 30. September 2012

Kapitel 1: Wie alles begann

Der Tag vor dem Tag an dem du in mein Leben kamst


Wie jeden Tag verließ ich das Haus gegen acht Uhr morgens um den Zug zur Arbeit zu erwischen. Noch nicht ganz wach, versuchte ich mich auf die Lektüre der Tageszeitung zu konzentrieren. Der Leitartikel schaffte es dann, mich zu fesseln. Eine bekannte Fernsehschauspielerin hatte sich als lesbisch geoutet, und daß war der Medienwelt sogar eine Schlagzeile wert.
Wie jeden Morgen war ich gegen neun Uhr an meinem Arbeitsplatz in der Werbeagentur und besorgte mir die erste Tasse Kaffee. Gähnend stand ich am Kaffeeautomaten und lauschte den Berichten von Jenny, die von ihrem Sexabenteuer am gestrigen Abend berichtete. Da sie nichts wirklich Neues von sich gab drehte ich mich gelangweilt um und ging wieder in mein Büro um meine E-Mails zu checken und die Unterschriftenmappe für meinen Chef vorzubereiten.
Wie jeden Tag ging ich gegen ein Uhr zum Lunch in das kleine Bistro um die Ecke. Dort traf ich dann wie jeden Tag auf die gleichen Gesichter. Ich setzte mich allein an die Theke und bestellte einen Salat und einen Espresso. Die Kellnerin versuchte Konversation mit mir zu machen und erzählte mir, daß sie ab Morgen Verstärkung hätte. Sie bekäme eine Kollegin, damit sie auch mal frei machen könne.
Während ich ihr zuhörte steckte ich mir eine Zigarette an, die siebte an diesem Tag und niemand bemerkte, daß ich traurig war, nicht einmal ich selbst.
Als ich das Bistro verließ begann es zu regnen, am Tag vor dem Tag an dem du in mein Leben kamst.
Ohne wirklich bei der Sache zu sein, habe ich den Arbeitstag dann wie immer über mich ergehen lassen und niemand bekam etwas von meiner Traurigkeit mit, ich kann mich gut verstellen.
So gegen fünf Uhr bin ich dann wie immer mit dem Zug nach Hause gefahren. Die gleiche Routine, jeden Tag, von Montags bis Freitags, seid ich die Schule beendet habe. Ich beobachtete die Menschen im Zug, ohne wirklich etwas wahr zu nehmen. Mein Kopf war leer, keine Gedanken, nichts. Nur der große Wunsch, jemand würde auf mich zu Hause warten, mich zärtlich begrüßen und mir die Stärke für einen neuen Tag geben.
Doch ich funktioniere, ich gehe zur Arbeit, treffe mich hin und wieder mit Freunden und denke nicht viel darüber nach am Tag bevor du in mein Leben kamst.
So um acht Uhr bin ich zum Italiener um die Ecke gegangen um mir etwas zu Essen zu holen. Gian Marco war so freundlich wie immer zu mir, ich glaube wirklich, daß er mich mag. Doch auch er schafft es nicht, mich aus meiner Lethargie herauszuholen. Ich nehme mein Essen mit nach Hause, setze mich vor die Glotze und schaue mir die xte Wiederholung von Desperate Housewifes an. Ich glaub es gibt keine Folge, die ich nicht gesehen habe.
Um halb elf bin ich dann ins Bett gegangen, wie immer allein, habe noch etwas gelesen und dann gegen elf Uhr das Licht ausgemacht. Ich habe mich in die Kissen gekuschelt und dem Regen zugehört der auf das Dach prasselte am Tag, bevor du in mein Leben kamst.

Terminplan: Tag 0

06:30 Uhr:  aufstehen
08:00 Uhr: Haus verlassen
08:28 Uhr: Zug besteigen
09:00 Uhr: erste Tasse Kaffee im Büro
13:00 Uhr: Lunch im Bistro
17:00 Uhr: Zug nach Hause
20:00 Uhr: Essen im San Merino abholen
22:30 Uhr: ins Bett, lesen
23:00 Uhr: schlafen








Der Tag an dem du in mein Leben kamst

Aufstehen wie immer, duschen, Zähne putzen und ein schnelles Frühstück. 
Wie jeden Morgen gegen acht Uhr das Haus verlassen um den Zug zu erreichen, es regnet noch immer. Aber es stört mich nicht. Es ist mir egal.
Auch an diesem Tag lese ich die Tageszeitung, aber Heute finde ich nichts spannendes, was mich aus meiner Lethargie reißt. Aber irgendwas ist anders an dem Tag an dem du in mein Leben kamst.
Mit dem Zug angekommen reihe ich mich in den Strom der Menschen ein die zur Arbeit hetzen. Aber ich bekomme nichts mit.
Jenny erwartet mich schon am Kaffeeautomat, da sie niemand anderen hat, der sich ihre Eskapaden anhören will. Ich lächle, nippe an meinem Kaffee und höre nicht wirklich, was sie sagt. 
Dann sitze ich wie jeden Tag am Schreibtisch und bearbeite meine Memos und Emails. 
Mein Chef betritt das Büro und sagt mir wie toll er meine Anmerkungen zu einem Werbetext findet.
Eigentlich müßte ich mich freuen, aber es ist mir egal. Doch ich lasse mir nichts anmerken. Niemand weiß wie es in mir aussieht.
Dann wie jeden Tag gegen dreizehn Uhr ins Bistro. Ich sitze an der Theke, esse meinen Salat und rauche meine dritte Zigarette. Die selben Gesichter, die gleichen Geräusche wie jeden Tag. Aber niemand merkt wie es in mir aussieht. Ich kann mich eben gut versellen.
Die Kellnerin erzählt mir, daß ihre Verstärkung zu spät kommt. "Nicht gerade ein guter Start", sagt sie gerade, ich lächle, nicke mit dem Kopf, aber es ist mir egal, doch irgendwas ist anders am Tag an dem du in mein Leben kamst.
Ich muß gehen, meine Pause ist vorbei. Als ich das Bistro verlasse stoße ich mit dir zusammen. Meine Zigarette fällt mir aus der Hand und ich sehe dich irritiert an. Teilnahmslos, ein wenig überrascht und ein klein wenig verärgert. 
Doch du lächelst mich nur an und meinst:" Sorry, ich bin spät dran." Und schon bist du im Bistro verschwunden.
Ich gehe zurück zur Arbeit und irgendetwas ist anders an dem Tag an dem du in mein Leben kamst.
Wie immer verlasse ich die Firma gegen fünfzehn Uhr. Ich nehme den Zug nach Hause und es regnet immer noch. Auf dem Weg nach Hause reißen die Wolken auf und die Sonne kommt heraus.
Ich schließe die Wohnungstür auf, lege die Schlüssel auf den Garderobenschrank lasse meine Kleidung Stück für Stück auf dem Weg zum Bad auf den Boden fallen und betrete die Dusche.
Heute mal nichts vom Italiener, Gian Marco wird mich vermissen, aber heute werde ich mir mal selber etwas zubereiten.
Dann wie immer fernsehen. Gegen zweiundzwanzig Uhr ins Bett um noch zu lesen. 
Als ich das Licht lösche bin ich sicher, etwas ist anders an dem Tag, an dem du in mein Leben kamst.
Ich träume von dir, obwohl ich dich nur kurz gesehen habe. Deine langen kastanienbraunen Haare, deine bernsteinfarbenen Augen und dein herzliches Lächeln.
Etwas ist ganz bestimmt anders an dem Tag an dem du in mein Leben kamst.


Terminplan: Tag 1



06:30 Uhr:  aufstehen

08:00 Uhr: Haus verlassen
08:28 Uhr: Zug besteigen
09:00 Uhr: erste Tasse Kaffee im Büro
13:00 Uhr: Lunch im Bistro 
13.45 Uhr: Zusammenstoß mit dir
17:00 Uhr: Zug nach Hause
18.30 Uhr: duschen
20.00 Uhr: fernsehen
22:00 Uhr: ins Bett, lesen
23:00 Uhr: schlafen und von dir träumen :)



Montag, 21. Mai 2012

Feigling

Ich war Heute wieder in dem neuen Bistro.
Ich mußte sie unbedingt wiedersehen. In der letzten Nacht habe ich kaum geschlafen. Immer wieder sah ich ihr Gesicht vor mir. Ihr wunderschönes Lächeln, ihr langes blondes Haar, ihre stahlblauen Augen.
Bei der Arbeit konnte ich mich nicht wirklich konzentrieren.
Gott sei Dank hatten wir Heute den ganzen Tag eine Teambesprechung, da konnte ich meine Gedanken schweifen lassen.
Aber endlich war es so weit. Feierabend. Ich nahm meine Jeansjacke, hing mir meine Tasche um und lief fast aus dem Büro.
Einige meiner Arbeitskolleginnen wollten auf einen Drink mit mir in die Stadt, aber ich dankte freundlich ab. Nein, der Abend sollte nur ihr gehören.
Ich war so voller Erwartung, konnte es kaum erwarten sie zu sehen. Ich stieg in die U-Bahn. 5 Stationen mußte ich fahren. Meine Ungeduld wurde immer größer, gleichzeitig stieg aber auch ein Gefühl in mir hoch, ein Gefühl der Unsicherheit. Hoffentlich arbeitet sie Heute auch, hoffentlich nimmt sie mich überhaupt wahr.
Meine Hände waren schweißnass.
Endlich, die letzte Haltestation. Ich stürmte förmlich aus dem Waggon, reihte mich in die Menschenmenge ein und lief, so schnell es eben ging, die Treppe hinauf.
Nur noch zwei Häuserblocks, und schon stand ich vor dem neuen Bistro "Lucky".
Ich blieb einen Moment draußen vor der Tür stehen um Luft zu holen. Ich versuchte schon einen Blick auf sie zu erhaschen, doch ich sah sie nicht. Ich bekam einen Schreck. Vielleicht hatte sie Heute frei.
Ich atmete einmal tief durch und betrat dann das Lokal und ließ meinen Blick in die Runde schweifen.
NICHTS. Sie war nirgends zu sehen. Ich konnte es nicht fassen.
"Keine Panik, Sandy. Sie ist vielleicht im Büro oder im Keller um Nachschub zu holen", sagte ich zu mir.
Hinter der Theke stand Heute eine andere Frau. Ich setzte mich auf einen Hocker und winkte sie zu mir herüber.
"Was darf es sein?", fragte sie mich freundlich und ich bestellte einen Milchkaffee.
Nach einigen Minuten stellte sie das gewünschte vor mir auf die Theke. Sie lächelte mich an und fragte mich: "Darf es sonst noch etwas sein?" Dabei hatte ich das Gefühl, dass sie mir zuzwinkerte.
"Nein, danke, im Augenblick nicht."
Ich nippte an meinem Kaffee und lies meinen Blick immer wieder durch das Lokal schweifen.
Nach ca. 30 Minuten war sie immer noch nicht aufgetaucht. Da stand die nette Bedienung wieder vor mir: "Entschuldige bitte, aber ich habe den Eindruck, dass du etwas oder jemanden suchst?"
Ein paar Sekunden überlegte ich, doch dann entschied ich mich dagegen, sie nach ihrer Kollegin zu fragen.
"Ähm, nein, ich staune nur, was aus den alten Räumen noch rausgeholt werden konnte. Das hätte ich nicht gedacht."
"Ja, ist echt toll geworden. Bist du das erste Mal hier?"
"Nein, ich war Gestern schon einmal hier, nach Feierabend. Da war deine Kollegin hier."
"Ja, Gestern hatte ich frei, da hat Nadine mich vertreten."
Ich schluckte. NADINE! Was für ein wundervoller Name.
"Ja, stimmt, ist sie Heute nicht da?"
"Doch, sie ist nur zum Großhandel um einige Besorgungen zu machen."
"Ach so."
Ich versuchte so uninteressiert wie möglich zu wirken, aber sie hatte mich schon durchschaut.
"Kennst du Nadine näher?"
"Nein, nein, ich habe sie gestern zum ersten Mal gesehen." Mein Gott, ich wurde ja rot, das war mir ja schon ewig nicht mehr passiert. Ich schaute weg und hoffte, dass sie es nicht bemerken würde.
In diesem Moment kam eine Gruppe von jungen Männern an die Theke um zu bezahlen. Sie schaute mich an, kniff mir ein Auge zu und drehte sich dann von mir weg.
Ich war unentschlossen, was ich tun sollte. Sollte ich warten oder einfach gehen. Offensichtlich hatte Nadine's Kollegin ein Auge auf mich geworfen.
Ich entschloß mich nach Hause zu gehen.
Enttäuscht, allein und sauer auf mich selbst bestieg ich wieder die U-Bahn und fuhr nach Hause.
Morgen ist auch noch ein Tag. Aber heute Nacht werde ich wieder nicht schlafen können.
Wie dumm von mir.
 


Regennacht

Regentropfen, die an das Fenster klatschen. Mal hört es sich wie klopfen an, mal wie ein Trommelwirbel.
Ich sitze im Erkerfenster mit einem Glas Rotwein in der Hand und schaue verträumt durch das Fenster in den Regen.
Fast könnte ich die Tropfen zählen. Aber wozu? Du bist nicht da.
Der Regen ist warm. Es ist Sommer. Meine Gedanken schweifen ab.
Ich habe dich Heute gesehen, im Bistro, du standest hinter der Theke und hast mich angelächelt.
Ich wollte mir einen Milchkaffee bestellen, doch als ich in deine Augen sah, wollte ich nur noch dich.
Du hast mein Stottern ignoriert.
Deine strahlend blauen Augen verfolgen mich noch immer.
Ich nippe am Wein. Es ist nur ein schwacher Trost.
Ach, wärst du doch hier bei mir.
Der Regen prasselt jetzt an die Scheiben. Ich schaue hinaus und sehe dein Gesicht vor dem Fenster.
Du lächelst mich an. Mir wird ganz warm. Ich möchte dich berühren. Aber du bist nicht da.
Ich kenne nicht einmal deinen Namen.
Ich habe dich beobachtet, wie deine Finger versonnen durch deine langen blonden Haare streichen.
Draußen ist es dunkel.
Der Wein hat die Farbe deines Lippenstiftes. Tiefes Rot.
Ich habe dein Parfüm wahrgenommen, blumig, frisch, mit einem Hauch von Vanille.
Ich habe das Gefühl, der Regen verhöhnt mich: "Warum hast du sie nicht angesprochen?"
Ich sitze nun schon hier, seit ich nach Hause gekommen bin.
Werde ich dich wiedersehen?
Werden meine Lippen jemals die deinen berühren?
Gleich Morgen werde ich wieder in dieses Bistro gehen. Ich werde mich an die Theke setzen und ich werde dich ansprechen.
Ich werde dir sagen, was ich für dich empfinde.
Ich hoffe, du wirst mich verstehen. Wenn du mich abblitzen läßt, werde ich sterben.
Der Regen läßt nach. Die Wolken brechen auf. Ein wunderschöner sommerlicher Sternenhimmel kommt zum Vorschein.
Ich liebe Frauen, ich liebe dich, ich liebe die Liebe.
Berühre mich, verführe mich, liebe mich.
Am Horizont sehe ich Wetterleuchten. Ich denke an dich.
Schlaf gut, träum von mir.
Mein Glas ist leer. Ich seufze und gehe zu Bett.
Bestimmt werde ich nicht schlafen können, werde mich Morgen nicht auf meine Arbeit konzentrieren können.
Es donnert. Die Regenpause war nur von kurzer Dauer.
Ich werde nicht schlafen können und das wird nicht am Gewitter liegen.
Es ist warm, so warm wie deine Haut. Eine laue Sommernacht.

Ich möchte an jemand ganz herzlich denken,
und ich weiß keinen.
Ich möchte mich jemand gänzlich schenken,
und ich weiß keinen.
Und es schwingt in meiner Seele,
schwingt so sehnlich hin und her.
Gute Nacht, gute Nacht,
gute Nacht irgendwer........

xoxo

Sonntag, 20. Mai 2012

Ladybirds

Da stand ich nun in dem großen Ballsaal des New Yorker Luxushotels welchen meine Eltern zur Feier meines dreißigsten Geburtstags extra gemietet hatten. Um mich herum meine Freunde, Verwandte, Bekannte meiner Eltern und viele Leute, die ich gar nicht kannte.
Alles um mich herum scherzte und lachte, es herrschte gute Laune, nur mir, dem Geburtstagskind, war gar nicht zum Lachen zumute. Anstatt gute Laune zu heucheln würde ich mich viel lieber in eine Ecke hocken und heulen und mich selbst bemitleiden. Und der Grund für meine Laune war Sam.
Sam war wunderschön, clever, witzig, intelligent, humorvoll, spontan und unheimlich sexy. Aber bevor sie jetzt auf falsche Gedanken kommen, Sam ist eine Frau. Ja, sie haben richtig gelesen. Ich liebe eine Frau. Und vor wenigen Minuten hatte ich einen kräftigen Streit mit ihr.
Nein, meine Eltern und auch meine Freunde wussten nicht, dass wir ein Liebespaar waren. Nur einige Freunde aus der Scene wussten Bescheid. Aber sie hielten dicht, sie wussten was es heißt, sich zu outen.
Nun aber zurück zu unserem Streit. Ich war auf meinem Zimmer in dem Hotel, das meine Eltern für mich angemietet hatten, um mich für die Party fertig zu machen. Die Friseurin war gerade da und ich hatte Lockenwickler im Haar. Ich sah auf die Uhr, denn Sam hätte schon längst da sein müssen. Sie hatte mir versprochen, wenigstens heute mal pünktlich zu sein. Sam war in diesen Dingen etwas chaotisch, aber gerade dafür liebte ich sie. Ich war in einer völlig durchgeplanten Umgebung groß geworden. Mein Vater war der Senior Chef einer Anwaltskanzlei hier in NY die bereits in der 3. Generation geführt wurde. Wir waren reich, und das ließen mich meine Eltern auch immer spüren. Ja, ich sollte mich nicht beklagen, es gibt Schlimmeres. Aber ich kann ihnen sagen, manchmal ist es ein Fluch, reich zu sein. Aber ich schweife ab.
Als ich gerade meinen Lidstrich nachzog klopfte es an der Tür. Cynthia, eine gute Freundin die ich noch von der Uni kannte, ich musste ja schließlich auch Jura studieren um später mal die Praxis übernehmen zu können, legte den Nagellackpinsel zur Seite und ging zur Tür. „Bleib ruhig sitzen, Süße, ich mach schon auf.“ Sie öffnete die Tür und rief: „Es ist Sam Süße!“ und zu Sam gewandt: „Komm rein Kleines, wir haben schon auf dich gewartet.“
Ich drehte mich lächelnd auf meinem Stuhl herum und sah Sam an. Sie sah atemberaubend aus. Ihre lange braune Lockenmähne viel ihr über die Schultern, sie hatte ein rotes enges Kleid an, rote High Heels und hatte eine weiße Blume im Haar. Sie lächelte mich an und kam auf mich zu. Ich stand auf und gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange, so wie wir es immer taten, wenn Personen anwesend waren, die nichts von unserer Beziehung wussten. Aber ich sah ihr an, dass sie etwas bedrückte. Ich kannte sie gut, und ihr Gesichtsausdruck gefiel mir nicht. Schließlich war es mein Geburtstag und sie hatte mir noch nicht einmal gratuliert. „Ist alles in Ordnung Sam?“ Sam sah mich an. Dann schaute sie Cynthia an. „Cynthia, würdest du uns wohl einen Moment entschuldigen? Ich müsste etwas mit Sandy besprechen.“ Cynthia machte ihren Schmollmund und meinte: „Was habt ihr beiden denn so geheimnisvolles zu besprechen?“ „Es ist nichts, aber es ist schon sehr privat. Bitte, sei so gut“, Sam wirkte etwas nervös. Ich sah Cynthia an: „Bitte Liebes, sei so gut. Es wäre schön, wenn du mal unten im Saal nach dem Rechten schauen könntest. Ich wäre dir sehr dankbar.“
Cynthia schaute auf ihre Nägel und meinte: „Ok, ich werd mal sehen was da unten so los ist. Vielleicht probiere ich schon mal den Schampus. Bis gleich ihr zwei, und macht nicht so lang, ich will endlich mit George tanzen. Ich habe euch gesagt, der ist heute fällig.“
Ich musste lachen. „Ja Süße, das hast du schon öfter gesagt. Irgendwie scheint er deinem Charme nicht zu erliegen. Aber gib die Hoffnung nicht auf.“
Gut, dann bis gleich, tschaui ihr beiden.“ Mit diesen Worten verließ sie das Zimmer.
Zur Friseurin gewandt meinte ich: „Nicole, würden sie wohl einen Moment draußen warten, wir machen dann gleich weiter.“ „Nicole lächelte freundlich: „aber ja, natürlich, rufen sie mich, wenn wir weitermachen können.“ Sie verließ den Raum und schloss die Tür hinter sich.
Nun waren wir allein und ich konnte Sam endlich in die Arme nehmen. Ich wollte sie küssen, aber sie wich vor mir zurück. Ich sah sie an. „Was ist los Baby? Alles in Ordnung mit dir? Ist etwas passiert?“
Sam wandte sich ab und ging zur Couch rüber um sich zu setzen. Kaum das sie saß, stand sie auch schon wieder auf. „Baby du wirkst nervös, langsam machst du mir Angst. Was ist denn nur los?“ Ich ging auf sie zu. Sam streckte einen Arm aus und sah mich an. Ihre braunen Mandelaugen sahen mich an und ich sah Traurigkeit in ihnen. Jetzt hatte ich wirklich Angst. Aber ich traute mich nicht mehr, etwas zu sagen.
Sam sah ich an. „Sandy, du weißt, dass ich dich liebe.“ Ich wollte etwas erwidern doch sie schnitt mir das Wort ab. „Nein, bitte lass mich ausreden, sonst verliere ich vielleicht den Mut, es dir zu sagen.“
Sie ging zum Fenster und sah hinaus. Mit zum Fenster gewandten Gesicht sprach sie weiter: „Sam, ich habe in den letzten Tagen, in denen du in Los Angeles warst viel über uns nachgedacht.“
Sie wandte sich wieder mir zu, ging aber nicht vom Fenster weg. Ich stand wie angenagelt und konnte nichts sagen. In meinem Kopf schwirrte es, mein einziger Gedanke war: ‚ hoffentlich macht sie nicht mit mir Schluss. Ohne sie kann ich mir mein Leben gar nicht mehr vorstellen. Oh bitte, lieber Gott, lass sie nicht mit mir Schluss machen. ´
Jetzt sah sie mir direkt in die Augen. „Sandy, ich habe immer gesagt, dass es mir nichts ausmachen würde unsere Liebe geheim zu halten. Wegen deiner Eltern, deinem Beruf und weshalb auch immer.“
Ich sah sie an. Was wollte sie mir da gerade sagen? „Ja, das weiß ich doch, und deshalb bin ich dir ja auch sehr dankbar. Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass ich mich nicht outen kann. Jedenfalls jetzt noch nicht. Aber da war ich mir meiner Gefühle dir gegenüber auch noch nicht wirklich sicher.“
Ich weiß und ich habe das auch immer respektiert. Aber Sandy, ich kann das nicht mehr. Ich liebe dich so sehr, ich kann es nicht ertragen von dir getrennt zu sein. Aber wenn wir dann zusammen sind müssen wir uns verstecken wenn wir uns küssen möchten oder wenn ich nur deine Hand halten will. All dies muss heimlich geschehen.“
Ja, aber das wird nicht für immer sein“, erwiderte ich und ging einen Schritt auf sie zu. „Ich liebe dich doch auch und möchte auch mit dir zusammen sein. Aber ich kann unsere Beziehung nicht öffentlich machen, jedenfalls jetzt noch nicht.“
Ich sah ihr ins Gesicht und bemerkte Tränen in ihren Augen, ich bekam ein übles Gefühl in der Magengegend. Mein Bauch sagte mir, dass ich sie jetzt in den Arm nehmen will aber mein Kopf hielt mich davon ab. Also hörte ich einfach weiter zu. Es fing an in meinen Ohren ganz übel zu rauschen.
Sandy, was ich dir sagen muss, ich kann nicht mehr so weitermachen. Ich will dich berühren wann immer ich will, ich will der Welt zeigen, wie glücklich wir sind und ich will dich küssen, wann und wo ich will. Ich weiß, dass klingt bestimmt sehr egoistisch für dich aber es ist das was ich fühle. Ich will meine Gefühle für dich nicht mehr verstecken. Wir kennen uns nun schon fast 2 Jahre und ich halte das Versteckspiel einfach nicht mehr aus.“ Tränen liefen ihr über die Wangen und mir zerriss es gerade das Herz. In meinen Ohren rauschte es wie ein Orkan und ich konnte nicht mehr klar denken.
Ich starrte sie an, auch in mir stiegen die Tränen hoch. Warum musste sie alles kaputt machen? Warum gerade jetzt. Heute war doch mein Geburtstag. Das konnte doch nicht sein. Das war doch nur ein böser Traum. So etwas passiert mir nicht. Nicht Heute.
Ich ging auf sie zu und versuchte sie in die Arme zu nehmen. Sie wich vor mir zurück. „Nein, bitte nicht, sonst überlege ich es mir doch noch anders.“
Da standen wir nun, sahen uns an und heulten beide. Das absolute Lesben-Drama. Ich hätte nie geglaubt, dass das einmal passieren würde. Es lief doch alles so gut. Was war denn nur passiert?
Mit tränenerstickter Stimme fragte ich sie: „Hast du eine Andere?“ „Nein, sei nicht albern. Ich liebe dich und nur dich. Ich kann einfach nur nicht mehr gegen meine Gefühle an.“
Gut, aber was sollen wir denn nun machen? Unten im Saal warten über 150 Leute auf mich um mit mir zu feiern, was soll ich denn nun tun?“
Wirst du dich zu mir bekennen? Hier und Heute? Kannst du das für mich tun?“
Ich sah sie an. In meinem Kopf wirbelten die Wörter durcheinander aber irgendwie formierten sie sich nicht zu ganzen Sätzen. Ich musste mich erst einmal setzen. So Sandy, jetzt dreh bloß nicht durch, beruhig dich erst einmal. Ich holte mehrmals tief Luft. Langsam wurde ich ruhiger.
Ich sah Sam wieder an. „Baby, du weißt dass ich dich liebe und immer zu dir stehen werde. Aber bitte verlange das nicht von mir. Bitte nicht heute. Das kann ich meinen Eltern nicht antun. Die werden garantiert in Ohnmacht fallen. Die ahnen doch nichts.“
Bist du sicher, dass sie nichts ahnen? So blind kann man doch gar nicht sein.“
Sam, lass uns doch später noch mal in Ruhe darüber reden. Wir finden eine Lösung.“
Sandy, es gibt nur eine Lösung. Stehst du zu mir?“
Ich sprang auf. „Ja, verdammt, natürlich, aber ich muss das in Ruhe angehen. Ich kann meine Leute nicht so vor den Kopf stoßen.“
Sam sah mich an. Ihre Tränen waren getrocknet. Sie hatte einen harten Zug um die Mundwinkel. Sekundenlang sagte keine von uns etwas. Dann nahm sie ihre Tasche vom Tisch, ging Richtung Tür und drehte sich kurz bevor sie sie erreicht hatte noch einmal zu mir um. „Gut, dann werde ich jetzt gehen. Sag mir Bescheid, wenn du so weit bist. Aber erwarte nicht, dass ich ewig darauf warte.“
Sie drehte sich um und öffnete die Tür und machte Anstalten das Zimmer zu verlassen. Dann drehte sie sich noch einmal zu mir um. „Ach übrigens, alles Gute zum Geburtstag.“ Dann verließ sie den Raum.
Die Tür schloss sich und ich stand da, starrte auf die Tür und überlegte, was da gerade passiert war.